ZENTRALBAHN: Gegen die Hergiswiler Doppelspur gibt's 17 Einsprachen

17 Einsprachen sind gegen das Auflageprojekt Doppelspurausbau eingegangen. Die Zentralbahn will sich mit allen Einsprechern einigen. Der Verein «Lärm weg» erhob trotz Vorbehalten keine Einsprache.

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Quietschende Züge sind in Hergiswil ein grosses Thema. (Archivbild Neue NZ)

Quietschende Züge sind in Hergiswil ein grosses Thema. (Archivbild Neue NZ)

Weder Anzahl noch Inhalt der 17 Einsprachen, die beim Bundesamt für Verkehr gegen das Auflageprojekt Doppelspurausbau bis Hergiswil Matt eingegangen sind, hätten die Verantwortlichen überrascht, sagt Florian Homma, Gesamtprojektleiter für die Doppelspur Hergiswil bei der Zentralbahn. Die Schwerpunkte der Eingaben lägen wie erwartet bei den Immissionen wie Bahnlärm, Erschütterung oder nicht ionisierender Strahlung, die durch elektrische Anlagen oder Stromleitungen entsteht. Auch der Baulärm während der Bauarbeiten werde des Öfteren genannt. Ausserdem gehe es um Beleuchtung und Beschallung im Bereich der neuen Haltestelle Matt, erklärt Florian Homma.

In einem ersten Schritt nimmt die Zentralbahn nun mit den Einsprechern Kontakt auf. «Ziel ist es, uns mit allen zu finden, damit sie ihre Einsprachen zurückziehen. Wo nötig, machen wir auch Projektanpassungen», erklärt der Gesamtprojektleiter. Auf jeden Fall werde vor Baubeginn auch eine genaue Aufnahme des Ist-Zustandes der Gebäude gemacht, wie es einzelne Einsprecher verlangt haben. Ziel sei es, dass man im Herbst 2018 mit dem Bau anfangen könne. «Auf gutem Weg sind wir auch mit dem Land- und Rechtserwerb, wo bereits 94 Prozent abgeschlossen ist», ergänzt Homma.

Tunnel kurz wird weiterhin möglich sein

Verzichtet auf eine Einsprache hat der Verein Lärm weg. Das optimale Projekt werde zwar immer der Tunnel lang bleiben, aber bei gegebener Situation habe die Projektleitung wohl das Beste daraus gemacht. Der Vorstand habe festgestellt, dass die Doppelspur etwa auf Höhe der heutigen Gleise gebaut werde, heisst es in einer Mitteilung des Vereins. Erfreulicherweise solle zudem die Haltestelle Matt auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2019 wieder eröffnet werden.

«Erfreut nehmen wir zur Kenntnis, dass zwischen dem sistierten und dem heutigen Projekt bezüglich Projektorganisation und Gesprächskultur Welten liegen», lobt der Verein weiter. Negativ sei, dass der Doppelspurausbau eine Schneise durchs Quartier Matt schlage, gewisse Parzellen verkleinert würden, die Züge nahe an den Häusern fahren würden und die Anwohner durch Licht und Lautsprecherdurchsagen belästigt werden könnten.

In den Planunterlagen stehe nur wenig darüber, dass der Doppelspurausbau in einer nächsten Etappe den Bau eines Tunnels kurz zulasse. Es sei wichtig, «dass der Wille von allen Seiten da ist, diesen Tunnel kurz auch bauen zu wollen», schreibt der Verein Lärm weg weiter. Florian Homma betont, dass die Zentralbahn das Tunnelprojekt auf dem Radar behalte. Das sei im technischen Bericht auch so festgehalten. «Der Anschluss zwischen der Haltestelle Matt und dem Tunnel kurz bleibt auch nach dem Bau der Doppelspur gewährleistet.»

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@

nidwaldnerzeitung.ch