ZENTRALSCHWEIZ: Skischule bietet wegen Schneemangels Wanderung mit Grillplausch an

Weil der Schnee Mangelware ist, fahren Zentralschweizer Tourismusdestinationen ein Sommerangebot hoch. Eingewinterte Feuerstellen und Spielplätze werden bereitgestellt, oder Skilehrer bieten sich als Wanderleiter an.

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Blick von der Klewenalp in die umliegende Bergwelt. (Bild: PD (Klewenalp, 19. Dezember 2016))

Blick von der Klewenalp in die umliegende Bergwelt. (Bild: PD (Klewenalp, 19. Dezember 2016))

Die Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG rechnet nicht damit, dass es im Gebiet Klewenalp-Stockhütte (1700 Meter über Meer) in naher Zukunft stark schneit. Es sei weiterhin mildes Spätherbstwetter angesagt, teilte sie am Mittwoch mit. Schneesport sei leider nicht möglich.

Etwas positiver schätzt Carolina Rüegg, Direktorin von SörenbergFlühli Tourismus, die Lage ein. Da das Skigebiet in Sörenberg vom November bis Januar im Schatten liege, seien die Hänge zumindest gezuckert, sagte sie auf Anfrage.

Für einen Vollbetrieb reicht dies zwar im mehrheitlich unter 1700 Meter über Meer gelegenen Wintersportgebiet nicht. Auf die Weihnachtsferien sollen jedoch ein bis zwei Skilifte, eine Schlittelmöglichkeit und ein Skikindergarten eröffnet werden. Geöffnet ist das Natureisfeld.

Sonne als Retterin

Immerhin sind die Wetteraussichten nicht schlecht. In Sörenberg ist das Rothorn als Aussichtsberg geöffnet, Klewenalp-Stockhütte wirbt mit dem Slogan "Sommer über Nebel" um Touristen.

Die Leute lechzten nach Sonne, frischer Luft und Bergen, sagte Sepp Odermatt, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG. Sie hätten Ferien und gingen raus. Schlimm wäre es, wenn es regnen würde.

Das Geschäft über die Weihnachts- und Silvesterzeit ist für den Tourismus wichtig. Odermatt schätzt, dass im Winterhalbjahr etwa ein Drittel des Umsätze in diesen zwei Wochen erwirtschaftet wird. Der Schaden soll nun trotz Schneemangels möglichst klein gehalten werden.

Beide Destinationen bieten deswegen zum Schneesport sommerliche Alternativen an. Bikerrouten und Wanderwege stünden bereit, die Spielplätze bei den Bergstationen Klewenalp und Stockhütte seien wieder eröffnet, ein Trampolin und eine Hüpfburg aufgebaut worden, teilten die Bergbahnen Beckenried-Emmetten mit.

Neue Rolle für Skilehrer

Statt Skitouren werden oberhalb des Vierwaldstättersees Wandertouren angeboten. Im Sommermodus ist auch die Skischule. Sie organisiert Kindernachmittage und führt wöchentlich eine Alpenwanderung mit Grillplausch durch. Die Feuerstellen seien wieder mit Holz bestückt worden, damit die Gäste bei den aktuell milden Temperaturen die Grillsaison verlängern könnten, heisst es in der Mitteilung.

Auch in Sörenberg gibt es Alternativen zum Schneesport, die es in dieser Breite normalerweise nicht gibt. Für Kinder sind dies etwa ein Streichelzoo, ein Sandkasten oder Basteln. Wer mag, kann Tontaubenschiessen oder Goldwaschen. Es gibt auch zusätzliche gastronomische Angebote. Geöffnet ist auch die Kneippanlage.

Die Chancen, dass die Gäste trotz schlechten Schneeverhältnissen über die Festtage sich in den Bergen erholen wollen, sind intakt. Sörenberg Tourismus meldet eine gute Auslastung. Abmeldungen habe es bislang nur vereinzelt gegeben.

Nur Kunstschneepisten für die Wintersportler

Auch im Kanton Schwyz wird Skifahren über die Festtage nur eingeschränkt möglich sein. In Oberibergund auf dem Hochstuckli stehen bereits Kunstschneepisten zur Verfügung. Weitere folgen auf Weihnachten auf dem Stoosund dem Hoch-Ybrig, wie der «Bote der Urschweiz» am Mittwoch berichtet.

Das Hochstucklipreist auch die übrigen Freizeitangebote an, unter anderem den Rundwinterwanderweg. In der Mythenregion setzt man ganz auf die verschiedenen Zubringerbahnen, die Berggasthäuser und die zahlreichen Wanderwege.

Wer im Moment langlaufen möchte, der muss den Schnee suchen. In Rothenthurmwird man nicht fündig. Die Veranstalter ziehen für ihre 3 km lange Loipe in Zukunft eine künstliche Beschneiung in Betracht.

sda/rem