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Zu Besuch bei Ob- und Nidwaldner Denkmälern

Am Wochenende finden wieder die nationalen Denkmaltage statt.
Referent Matthias Hubacher, Sohn des Architektenpaares (links), beleuchtet zusammen mit Martin Garcia von der Denkmalpflege Nidwalden die Geschichte der reformierten Kirche Hergiswil. Bild: PD

Referent Matthias Hubacher, Sohn des Architektenpaares (links), beleuchtet zusammen mit Martin Garcia von der Denkmalpflege Nidwalden die Geschichte der reformierten Kirche Hergiswil. Bild: PD

In Nidwalden dreht sich am Samstag alles um Hergiswil

(mvr) Drei Schauplätze in Hergiswil hat die Denkmalpflege Nidwalden für die Tage des Denkmals gewählt: das Sigristenhaus am Dorfplatz, die reformierte Kirche und das Schulhaus Matt. Im ehrwürdigen Sigristenhaus findet auch der traditionelle «Denkmalpflege-Stammtisch» statt, an dem Architekten, Künstler, Farbgestalter und Handwerker mit dem Nidwaldner Denkmalpfleger Gerold Kunz über das Thema «Farbe im Ortsbild» diskutieren, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt.

Am Nachmittag werden Führungen durch zwei Bauten der Nachkriegsmoderne angeboten. Experten erläutern vor Ort Hintergründe zur Entstehung und Bedeutung der Objekte. Die beiden bis heute unverändert erhaltenen Gebäude – die reformierte Kirche und das Schulhaus Matt – seien wichtige Zeitzeugen und im Bauinventar der Gemeinde mit dem Status «schutzwürdig A» aufgeführt.

Die schlichte reformiere Kirche, entworfen von Architekturpionierin Annemarie Hubacher und ihrem Mann Hans, suche mit einfachen Formen nach der maximalen Integration. Der 1948 realisierte Bau überzeuge in der ansprechenden Situierung im eigenen Park, schreibt der Kanton dazu. Die weiss getünchte Kirche sei zwar von der skandinavischen Moderne beeinflusst, trage aber auch Elemente des Landistils nach Nidwalden. Der Bau war der erste gewonnene Wettbewerb der damals jungen Architekten. Die Führung bestreitet ihr Sohn Matthias.

Das zwischen 1952 und 1954 erschaffene Schulhaus Matt löste unter Fachleuten wegen seiner einzigartigen Schulraumbelichtung über die Kantonsgrenzen hinaus Interesse aus. Tageslicht strömt über Oblichtbänder in die Tiefe der Klassenzimmer, eine Neuheit für die damalige Zeit. Dank der Aufnahme in einer Publikation von Alfred Roth zum modernen Schulhausbau wurde das Schulhaus Matt über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die beiden Architekten Emil Jauch und Walter H. Schaad haben in Luzern bedeutende Bauwerke errichtet, in Hergiswil steht eines ihrer Frühwerke. Architekt Christoph Ramisch, der sich eingehend mit Emil Jauchs Leben und Werk befasst hat, gibt Einblick in die Bau- und die Zeitgeschichte.

Das Programm vom Samstag: 10.30 Uhr: Stammtisch Denkmalpflege zu Farbe im Ortsbild, Sigristenhaus, Dorfplatz 8. - 12.00 Uhr: Vernissage 3. Band «Baukultur in Nidwalden», gleicher Ort. - 14.15 Uhr: Führung durch die reformierte Kirche, Steinrütistrasse 8. - 15.45 Uhr: Führung durch das Schulhaus Matt, Baumgartenweg 7.

Am Samstag wird (siehe Programm) auch der dritte Band «Baukultur in Nidwalden» vorgestellt. Dieser widmet sich Ortsbildaufnahmen aus den Siebziger- und Achtzigerjahren, die im Zusammenhang mit dem Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) stehen. Damals wurden in Nidwalden 34 Orte besucht und fotografisch dokumentiert. Die Bilder gewähren einen Rückblick in die Zeit, als die jüngste Siedlungsentwicklung von Nidwalden erst noch bevorstand.

In Obwalden öffnen sich an beiden Tagen Häuser in drei Gemeinden

In Obwalden wird das Motto Farben der Denkmaltage an vier Beispielen gezeigt:

Im Benediktinerinnenkloster Melchtal zeigen Architekt Erich Vogler und Franz Bürgi von der Denkmalpflege unter anderem die zahlreichen Ausstattungselemente und die dekorative Ausmalung in den derzeit leer stehenden Gebäuden. Samstag: 10.15, 13.15 und 15.15 Uhr.

Farbige Stammbäume im Peter-Ignaz-von-Flüe-Haus (Museum Bruder Klaus) in Sachseln sind das Thema einer freien Besichtigung. Samstag 10 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Am Sonntag von 14 bis 16 Uhr ist Stammbaum-Malerin Christine Mathis vor Ort, zeigt eigene Arbeiten und greift vor Ort zum Pinsel.

Sonst nicht öffentlich zugänglich ist das Haus am Grund (Grundstrasse 1) in Sarnen. Besonders sehenswert ist der reich ausgemalte Renaissance-Festsaal im Dachstock. Architekt Gerrit Sell, Restaurator Wendel Odermatt und Denkmalpfleger Peter Omachen referieren am Sonntag (13.30 bis 14.30 Uhr).

Peter Omachen spricht zudem am Sonntag ab 10.30 Uhr während 60 Minuten über Farbe im öffentlichen Raum. Treffpunkt 10.30 Uhr beim Brunnen am Dorfplatz Sarnen.

Das ganze Programm auch der anderen Kantone finden Sie online: www.hereinspaziert.ch

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