Kanton Nidwalden leistet Zustupf ans Rote Kreuz

Der Kanton Nidwalden unterstützt den SRK-Entlastungsdienst neu. Davon profitieren vor allem Angehörige von Demenzpatienten.

Matthias Piazza
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Altersleitbildarbeit an einem Themenabend in Oberdorf am Marktstand von Franziska Schöpfer, Geschäftsführerein SRK Unterwalden (rechts). (Bild Marion Wannemacher, Oberdorf, 30. August 2018)

Altersleitbildarbeit an einem Themenabend in Oberdorf am Marktstand von Franziska Schöpfer, Geschäftsführerein SRK Unterwalden (rechts). (Bild Marion Wannemacher, Oberdorf, 30. August 2018)

Viele kranke und betagte Menschen können zu Hause bleiben, weil sich Ehepartner oder nahestehende Angehörige um sie kümmern. Damit diese eine Verschnaufpause von dieser aufopfernden Aufgabe nehmen können, springt der Entlastungsdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) ein. Für 20 Franken in der Stunde kümmern sich die ausgebildeten SRK-Pflegehelferinnen einen halben Tag pro Woche um diese pflegebedürftigen Menschen. Die Tarife für jede weitere Stunde bemessen sich nach den finanziellen Verhältnissen der Angehörigen.

Ab nächstem Jahr unterstützt der Kanton diesen Entlastungsdienst, der 2004 ins Leben gerufen wurde, mit jährlich 60'000 Franken, wie er gestern in einer Medienmitteilung informierte. Pro betreuten Angehörigen leistet der Kanton einen Beitrag an maximal 80 Einsatzstunden pro Monat, die Angehörigen müssen pro Woche mindestens doppelt so viele Stunden leisten wie der Entlastungsdienst und die betreute Person muss in Nidwalden wohnen.

Finanzierungslücke rechtzeitig geschlossen

Franziska Schöpfer, Geschäftsleiterin des SRK Unterwalden, spricht von einem wichtigen Zustupf, den der Kanton dank des teilrevidierten kantonalen Gesundheitsgesetzes initiiert hat. «So können wir diese wichtige Dienstleistung weiterhin zum günstigen Sozialtarif anbieten.»

Damit werde gerade noch rechtzeitig eine Finanzierungslücke geschlossen, die 2008 entstanden sei, als sich der Bund nach vier Jahren aus der Finanzierung verabschiedet habe. «Es war fünf vor zwölf Uhr. Ohne den Beitrag des Kantons hätten wir den Entlastungsdienst nicht mehr länger so günstig anbieten können.» Denn die Mittel der Spenden und der Stiftung der SRK Schweiz, die das Finanzierungsloch gestopft hätten, seien irgendeinmal aufgebraucht.

Franziska Schöpfer spricht von einem wichtigen Glied in der ganzen Betreuungskette, die in Nidwalden gegen 30 Familien jährlich in Anspruch nehmen würden. Dabei gehe es nicht um Pflege im eigentlichen Sinne, dafür sei die Spitex zuständig. «Während rund drei Viertel der jährlich etwa 3000 Stunden betreuen unsere Mitarbeiter Demenzpatienten.» Für die Angehörigen, die oft auch schon in einem hohen Alter seien, bedeute dies eine wertvolle Entlastung. Dies sei ein entscheidender Punkt, damit die Betreuung von Angehörigen über längere Zeit zu Hause überhaupt möglich sei.