Beckenrieder Zwerge beginnen Schulhaus-Neubau

Nach rund zehn Jahren Planung war es am Freitag soweit. Die Bauarbeiten für das neue Schulhaus haben begonnen. Dafür wurden Schüler zu kleinen Bauarbeitern und Zwergen mit Schaufeln.

Matthias Piazza
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Schüler, verkleidet als Zwerge, legen beim Spatenstich für den Bau ihres neuen Schulhauses selber Hand an. (Bilder: Matthias Piazza (Beckenried, 17. Mai 2019))

Schüler, verkleidet als Zwerge, legen beim Spatenstich für den Bau ihres neuen Schulhauses selber Hand an. (Bilder: Matthias Piazza (Beckenried, 17. Mai 2019))

Auf der Wiese zwischen Oberstufenschulhaus und Altem Schützenhaus studieren ein paar Kinder in Leuchtwesten einen Plan. «Da ist der Eingang des Schulhauses, da ein grosser Pausenplatz, dort die Einfahrt ins Parkhaus», erklärt ein Schüler fachmännisch seinen Gspändli. Was wie ein Schülertheater aussieht, ist in Wirklichkeit die originelle Inszenierung eines weiteren Schritts hin zu einem neuen Schulhaus.

Die Beckenrieder Kindergärtler und Primarschüler begingen am Freitag Vormittag den Spatenstich für den Neubau. Zwerge mit Schaufeln gesellten sich zu den kleinen Bauarbeitern. Lautstark riefen sie den Bagger herbei, der sich umgehend an die Arbeit machte und die erste Schaufel voll Erde aushob.

Ob die da Geheimpläne schmieden?

Ob die da Geheimpläne schmieden?

«Mir ist ein grosser Stein vom Herzen gefallen», sagte Schulleiter Micha Heimler diesen Zwischenschritt, nachdem man einen langen und steinigen Weg zurückgelegt habe. Er blieb beim Bild und erzählte vom Stein, den man vor über zehn Jahren ins Rollen gebracht habe und von den vielen Stolpersteinen, die in dieser Zeit aus dem Weg geräumt wurden.

In den nächsten zwei Jahren entsteht auf der Parzelle ein neues Schulhaus für den Kindergarten und die erste und zweite Primarstufe. Dass dem Schulleiter ein Stein vom Herzen gefallen sei, ist verständlich, platzen doch die bestehenden drei Schulhäuser aus allen Nähten. Eine der vier Kindergartenklassen ist in der Bibliothek untergebracht, eine weitere Klasse in der alten Aula. Mit provisorischen Lösungen müssen sich auch Primarschüler begnügen. So sind einige Primarschulklassen im Oberstufenschulhaus untergebracht.

Bagger bildet Kulisse für die Schüler - oder umgekehrt.

Bagger bildet Kulisse für die Schüler - oder umgekehrt.

Raumnot hat sich verschärft

Wenn die Bauarbeiten planmässig laufen, ist das Platzproblem auf den Beginn des Schuljahres 2021/22 gelöst. Dann sollte das neue dreistöckige, L-förmige Schulhaus fertig sein, mit Räumen für vier Kindergartenklassen im ersten Obergeschoss, die sich jeweils zwei Gruppenräume teilen. Im zweiten Obergeschoss sind vier Schulzimmer für die vier Erst- und Zweitklassen untergebracht. Dazu gesellen sich Bastel- und Werkräume, ein Gemeinschaftsraum für bis zu 100 Personen, eine Kleinküche, Garderoben, WC-Anlagen und ein Lehrerzimmer. In der Tiefgarage sind 45 bewirtschaftete Parkplätze geplant.

Gemeinderat und Vorsteher der Baukommission Adrian Scheuber zeigte sich ebenfalls glücklich, dass es mit den Bauarbeiten nach über zehn Jahren Planung und vielen Abklärungen und Diskussionen mit zahlreichen Beteiligten nun endlich losgehe. «Die Raumnot hat sich in den vergangenen Jahren eher noch verschärft. Beckenried wächst überdurchschnittlich stark», gab er zu bedenken.

Aktuell besuchen 373 Schüler in Beckenried den Unterricht. Alleine in den vergangenen zehn Jahren wuchs die Bevölkerung um etwa 14 Prozent auf fast 3700 Einwohner. Von der Notwendigkeit eines weiteren Schulhauses ist offenbar auch die Bevölkerung überzeugt, die im Mai vor zwei Jahren dem 8,9-Millionen-Franken-Kredit mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 75 Prozent zugestimmt hat.