Noch zehn Hirsche müssen erlegt werden

Die diesjährige Hochwildjagd ist am 20. September 2008 für 423 Jäger zu Ende gegangen. 134 Hirsche und 431 Gämsen wurden dieses Jahr zur Strecke gebracht – zu wenig.

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Die Jagdgruppe «D'Goldauer» mit einem erlegten Hirsch im Jahr 2003. (Bild Andreas Seeholzer/Neue SZ)

Die Jagdgruppe «D'Goldauer» mit einem erlegten Hirsch im Jahr 2003. (Bild Andreas Seeholzer/Neue SZ)

Mit den Vorgaben für den jährlichen Hirschabschuss wird eine ausgeglichene Strecke von männlichen und weiblichen Tieren, sowie ein genügend grosser Eingriff in die Jugendklasse angestrebt. Das Abschussziel wurde dieses Jahr gemäss Medienmitteilung auf insgesamt 130 Hirsche festgesetzt. Damit soll der aktuelle Hirschbestand einerseits stabilisiert werden und eine möglichst natürliche Sozialstruktur erhalten bleiben. Mit insgesamt 74 männlichen und 59 weiblichen Tieren in der Gesamtstrecke ist ein Geschlechterverhältnis von 1:0.79 (Vorjahr 1:0.85) erreicht worden. Es kamen 28 (Vorjahr 39) Kälber, 13 Spiesser (Vorjahr 10) und 23 Schmaltiere (Vorjahr 26) zur Strecke. Somit liegt der Eingriff in die Jugendklasse bei 64 Tieren (Vorjahr 75). Dies entspricht 48% der Gesamtstrecke (Vorjahr 56%). Eine allgemeine Nachjagd im Kanton ist nicht angezeigt.

Nachträgliche Eingriffe im Riemenstaldental
Da sich landwirtschaftliche Schäden durch Hirsche im Riemenstaldental lokal gehäuft haben, wurde dort in diesem Jahr eine Zielvorgabe von 15 Hirschen festgelegt. Doch nur fünf davon konnten in dieser Region erlegt werden. Das ANJF plant deshalb am 8. und 15. November 2008 zwei Nachjagden im Riemenstaldental. Dazu lädt es dieser Tage die lokalen Jagdvereine ein, interessierte Jäger zu melden. Aus Kollisionsgründen mit der Niederwildjagd können die Eingriffe nicht im Oktober stattfinden. Zudem sollen sie mit allfälligen Nachjagden auf der Urner Seite koordiniert werden. Das ANJF behält sich vor schon im Oktober einzelne Abschüsse durch die Wildhüter tätigen zu lassen, wenn die landwirtschaftli-chen Schäden punktuell ein vorgängiges Eingreifen erfordern sollten.

Gämsbestand: umfassendere Massnahmen
431 Gämsen (Vorjahr 426), wovon insgesamt 262 männliche und 169 weibliche Tiere kamen im Kanton zur Strecke. Somit wurde ein Geschlechterverhältnis von 1:0.65 (Vorjahr: 1:0.58). erzielt. Der Eingriff in die Jährlingsklasse lag bei 36%. In den Gebieten Rigi-Nordlehne, Gersauerstock und Hochfluh-Urmiberg wurden dieses Jahr 45 Zusatzmarken abgegeben um den Gamsbestand zu reduzieren. Das Problem der unzureichenden Waldverjüngung in der Nordlehne wird mit erhöhten Abschüssen allein jedoch nicht gelöst. Ein umfassendes Wald-Wild-Konzept muss eine gesamtheitliche Betrachtungsweise der bestehenden Störungs- und Lebensraumproblematik vorsehen. Diese trägt massgeblich zur Entstehung von Waldschäden bei, weil sie das Raumnutzungsverhalten der wildlebenden Huftiere in unerwünschter Weise beeinflusst. Im Fall der der Rigi führt dies zum Ausweichen der Gämsen in die waldbaulich sensiblen, aber vergleichsweise störungsfreien Gebiete der Rigi-Nordlehne.

scd