Nur bedingt in der Komfortzone

Leser Marco Schäfer hat eine Nacht in einem Zelt auf der Rigi verbracht.
Im Sommer angedacht und im Winter umgesetzt: die coole Idee zweier Hobbyfotografen. (Bild: Marco Schäfer (Rigi Kulm, 27. Januar 2018))

Im Sommer angedacht und im Winter umgesetzt: die coole Idee zweier Hobbyfotografen. (Bild: Marco Schäfer (Rigi Kulm, 27. Januar 2018))

Gesetzt den Fall, jemand müsste hier übernachten, dürfte aber immerhin den Schlafplatz wählen! Er nähme wohl das Biwak zur rechten. Denn dort schaut es so aus, als sei für den Bewohner ein gemütliches Feuer entfacht worden, damit dieser die Nacht in der klirrenden Kälte überstehen möge. Oder dampft womöglich bereits ein genussfertiges Fondue auf einem Gaskocher?

Nein. Es ist weder offenes Feuer noch ein Gaskocher in einem der Zelte zum Einsatz gekommen! Das wäre auch nicht empfehlenswert. Die Übungsanlage war ja auch nicht ein Fondueplausch in den Bergen, vielmehr handelte es sich um das Projekt zweier Hobbyfotografen, die besonders gelungene Bilder von Rigi Kulm heimbringen wollten.

Unser Leser Marco Schäfer beschreibt die Geschichte so:«Was im Sommer noch eine Idee war, musste umgesetzt werden. Wir haben sommerliche Nächte im Zelt auf dem Fronalpstock bei 15 Grad verbracht, was relativ entspannt war. Da beschlossen wir, es auch im Winter auf der Rigi zu wagen. Wir hatten aber grossen Respekt davor.» Es sei eine tolle Erfahrung gewesen, und gerade für Landschaftsfotografen sei so eine Expedition grossartig. Zwar wurde ihr Vorhaben von einigen Leuten als verwegen erklärt. Doch das hielt sie nicht davon ab. «Ich als Deutscher fand die Sache im Gegenteil cool. Ich besitze eine gute Ausrüstung und kann so meine Wahlheimat auf eindrückliche Weise kennen lernen. Wenn man die Berge direkt vor der Haustür hat, muss man dies nutzen. Auch im Winter», sagt der in Küssnacht wohnhafte Mann.

Allzu kalt sei die Nacht ohnehin nicht gewesen. Die Aufnahme wurde am 27. Januar bei 0 Grad gemacht.«Ich bin nicht so eine Frostbeule, deswegen war ich froh, dass wir uns gerade noch in der Komfortzone bewegten», gibt er zu. Für seinen Kollegen galt dies jedoch nur bedingt. Denn dessen Gaskartusche war tatsächlich eingefroren. Schäfer lud ihn darum auf eine warme Suppe zu sich ins Zelt ein. Gekocht hatte er diese auf seinem noch funktionierenden Gaskocher – und zwar draussen. Übrigens: Schäfer ist der Mann mit dem weissen Zelt ...

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

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