Ob- und Nidwalden investieren über fünf Millionen in die Funksystem-Sanierung

Das Sicherheitsfunknetz Polycom stellt die Kommunikation der Rettungs- und Sicherheitsorganisationen sicher. Nun muss es erneuert werden.

Franziska Herger
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Das schweizweite Sicherheitsfunknetz Polycom, das auch in Ob- und Nidwalden unter anderem von der Polizei, den Feuerwehren, der Alpinen Rettung und dem Rettungsdienst 144 genutzt wird, erreicht 2022 das Ende seiner technischen Lebensdauer.

Die weitere Nutzung von Polycom, das in Obwalden seit 2010 im Einsatz steht, werde von allen Nutzern befürwortet, heisst es in einer Mitteilung der Obwaldner Regierung. Die abhörsicher gebaute Plattform gewährleistet im Kanton und kantonsübergreifend die Kommunikation der Rettungs- und Sicherheitsorganisationen. Ein alleiniger Wechsel Obwaldens auf ein anderes Produkt würde die Einsatzkräfte von der Kommunikation mit ausserkantonalen Organisationen ausschliessen, auch dann, wenn diese unterstützend im Obwalden tätig seien, schreibt die Regierung weiter. «Er wäre zudem sehr zeit- und kostenintensiv.»

Nidwalden kommt etwas günstiger weg

Nicht ganz billig ist aber auch das schweizweite Erneuerungsprojekt von 2019 bis 2023, an dem sich der Kanton beteiligt. Die Investitionen belaufen sich in Obwalden über die gesamte Laufzeit auf 2,96 Millionen Franken. Zusammen mit Nidwalden betreibt der Kanton ein Teilnetz des schweizweiten Polycomnetzes. In Obwalden müssen neun Basisstationen erneuert und die im Einsatz stehenden Handfunk- und Fahrzeugfunkgeräte ersetzt werden. In Nidwalden sind es laut der Nachrichtenagentur SDA acht Antennen. Die Endgeräte wurden dort bereits erneuert, zumal das Netz früher in Betrieb genommen wurde als in Obwalden. Daher kommt Nidwalden eine halbe Million günstiger weg.

Als gebundene Kosten liegen die knapp drei Millionen Franken in der Zuständigkeit des Obwaldner Regierungsrats. Es sei ein hoher Betrag, räumt Sicherheits- und Justizdirektor Christoph Amstad ein. «Aber wir können es uns umgekehrt nicht leisten, uns vom System abzuhängen. Das wäre für die Einsatzkräfte, als würde man einem Bauarbeiter die Schaufel wegnehmen.»

Konkret müssten für die Erneuerung nächstes Jahr 5000 Franken budgetiert werden, dann 32000 Franken für 2021, 470000 Franken für 2022 und 2,3 Millionen für das Jahr 2023. «Wir wussten schon bei der Einführung des Systems, dass die Erneuerung in diesen Jahren fällig wird», hält Christoph Amstad fest. «Die Investition gibt uns die Garantie, dass das Funksystem bis 2035 weiterbetrieben werden kann.»