OB- UND NIDWALDEN: Zentralschweizer Wolf kommt aus dem Wallis

Seit Oktober 2008 ist klar, dass Wölfe auch in der Zentralschweiz Fuss gefasst haben. Genetische Analysen zeigen nun, dass der nachgewiesene Wolf einen langen Weg hinter sich hat.

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Am 14. April, nachts um 2.19 Uhr, ist der Wolf im Gebiet Linden im Eigental in die Fotofalle getappt. (Bild lawa)

Am 14. April, nachts um 2.19 Uhr, ist der Wolf im Gebiet Linden im Eigental in die Fotofalle getappt. (Bild lawa)

Am 16. Oktober 2008 hatte ein Wolf auf dem Gebiet der Gemeinde Sachseln neun Schafe gerissen. Die genetische Analyse wies nach, dass es sich um einen Rüden italienischer Abstimmung handelte. Später wurden auch Beobachtungen, Kotspuren und Risse aus den Kantonen Luzern, Nidwalden und Schwyz gemeldet. Eine genauere genetische Analyse, die so genannte Mikrosatellitenanalyse, zeigt nun, dass der Wolf, der in Obwalden und Nidwalden nachgewiesen wurde, identisch ist mit dem Wolfsrüden, der sich Mitte September 2008 im Wallis im Val de Bagne und Ende September im Chablais aufgehalten hatte, wie das Bundesamt für Umwelt mitteilt.

Vermutlich ein zweiter Wolf unterwegs
Die räumliche Nähe zu Ob- und Nidwalden und die zeitliche Abfolge des Auftretens legen den Schluss nahe, dass es sich bei jenem Wolf, der im Kanton Luzern festgestellt wurde, mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenfalls um das Tier aus dem Wallis handelt. Im Kanton Schwyz dürfte jedoch ein anderer Wolf unterwegs gewesen sein. Woher dieses Tier eingewandert war, kann leider nicht eindeutig bestimmt werden. Sowohl in Luzern, wie auch in Schwyz ergab die genetische Analyse zwar, dass es sich um einen Wolf italienischer Abstammung handelt, doch die Mikrosatellitenanalyse der Kotprobe erlaubte keine Vergleiche mit anderen in der Schweiz bekannten Wölfen. Auch das Geschlecht kann nicht bestimmt werden.

Seit Ende April wurden die Wölfe nicht mehr nachgewiesen. Ob sie sich noch in der Zentralschweiz aufhalten oder weiter gezogen sind, ist offen.

Herdenschutz verstärken
Das Bundesamt für Umwelt steht der Interkantonalen Kommission der Zentralschweizer Kantone vor und übernimmt Koordinationsaufgaben. Damit während der nun beginnenden Sömmerungsphase möglichst keine Schäden an Nutztieren entstehen, wird den Schafzüchtern Hilfe beim Schutz ihrer Herden angeboten. Als sehr wirksam haben sich in anderen Kantonen der Einsatz von Hirten, Herdenschutzhunden und das Zusammennehmen der Herden während der Nacht erwiesen, wie es weiter heisst.

scd