OBERALLMEIND: Harsche Töne aus dem Ybrig

Ein früherer Ybriger Gemeindepräsident kritisiert die Oberallmeind. Sie betreibe das Ybrig wie eine Kolonie, wirft er der Korporation vor.

Bert Schnüriger
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Nächsten Sonntag ist wieder Oberallmeind-Gemeinde im traditionellen Landsgemeindering in Ibach. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Nächsten Sonntag ist wieder Oberallmeind-Gemeinde im traditionellen Landsgemeindering in Ibach. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Die Zuschrift ging am Wochenende an die beiden Schwyzer Lokalzeitungen. Absender war Ruedi Steiner, früherer Genossenpräsident, Gemeindepräsident von Oberiberg und Oberiberger Kantonsrat. Der heute 77 Jahre alte Steiner war ursprünglich Förster und betrieb später während vieler Jahre ein Treuhandbüro. In seinem Schreiben an die beiden Zeitungen forderte er, «das Ybrig, das Stiefkind der Oberallmeind, ist in die Selbständigkeit zu entlassen. Das von der Oberallmeind im Ybrig verwaltete Gebiet ist den beiden Gemeinden Oberiberg und Unteriberg entschädigungslos zurückzugeben», verlangt Steiner.

«Zurückgeflossen ist nichts»

Die Oberallmeind-Korporation (OAK) ziehe aus dem Ybrig nur immer Geld ab, ohne dort nachhaltig und ortsbezogen zu investieren. Die OAK sorge höchstens für einen eher schlechten als rechten Unterhalt von Alp- und Waldstrassen. Dabei habe der Verkauf von grossen Ländereien in Unteriberg, Studen und Oberiberg Millionen in die Kasse der Oberallmeind gespült. «Zurückgeflossen ins Minstertal ist nichts», fährt Steiner fort. Dabei wären der Bau von Alterswohnungen als Ergänzung zum Ybriger Alters- und Pflegeheim oder Beiträge an die Tourismus-Infrastrukturkosten der Ybriger Gemeinden «eine ehrenhafte Gegenleistung für die sprudelnden Geldzuflüsse von ennet der Wasserscheide nach Schwyz».