OBERARTH: Schwyzer räumt mit Geschäftsidee ab

Franz Steiner hat den 9. Zuger Jungunternehmerpreis gewonnen. Und dies dank eines verblüffenden Einfalls.

Charly Keiser
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Franz Steiner (Mitte) hält den Sieger-Umschlag in die Höhe, und auch Abdullah Demir (links) und Jean-Claude Ferugati freuen sich über ihren Erfolg. (Bild Werner Schelbert)

Franz Steiner (Mitte) hält den Sieger-Umschlag in die Höhe, und auch Abdullah Demir (links) und Jean-Claude Ferugati freuen sich über ihren Erfolg. (Bild Werner Schelbert)

Am 1. Juli 2012 gründete Franz Steiner zusammen mit seinem Arbeitgeber die Heaven Hound GmbH, und am 27. März dieses Jahres gewann er den Zuger Jungunternehmerpreis. Dabei verwies er Abdullah Demir auf den 2. und Jean-Claude Ferugati auf den 3. Platz. Zur Wahl standen zehn Jungunternehmer, die im Kanton Zug angesiedelt sind und sich entsprechend hervortaten (siehe Box).

Wie eine Bombe hat Steiner, der in Brunnen wohnt, als Unternehmer eingeschlagen. Der 38-Jährige ist leitender Disponent und Fahrer einer Transportfirma in Zug. Steiner triumphierte dank eines einfachen und interessanten Geschäftsmodells. Er kauft ausgediente Nutzfahrzeuge. Diese vermietet er an Dritte. Auf die Idee ist der Familienvater zufällig gekommen.

«Alles möglichst einfach»

«Ich habe mich daran gestört, dass Nutzfahrzeuge nach gewissen Jahren ins Ausland verkauft werden», sagte er bei der Preisverleihung. So sei er auf die Idee gekommen, ausgemusterte Fahrzeuge für Zügel- oder andere Transporteinsätze an Kunden zu vermieten. «Und bei uns ist alles möglichst einfach», betont Steiner. «Auch die Mietbedingungen, die auf einer A-4-Seite Platz haben.» Einfach sei auch die Buchung auf der Website, fügt Steiner an, der dort vier Fahrzeugtypen anbietet. Den kleinen wendigen Lieferwagen bekommen die Mieter als «Small Hound», und mit dem «Big Hound» ist ein 3,5-Tonnen-Lieferwagen ohne Hebebühne gemeint. Mit Hebebühne heisst das Zügelfahrzeug dann «Monster Hound», und mit dem «Sky Hound» mieten sich die Kunden einen Zügellift, mit dem Hab und Gut ausserhalb der Gebäude auf bis zu 21 Meter Höhe befördert werden kann.

Mieten kann man die Fahrzeuge und den Lift in den Filialen in Zug und Oberarth sowie Dietikon, wo im Moment am meisten los sei, wie Steiner verrät. Die Filiale in Oberarth sei noch recht neu, weshalb dort bislang noch nicht so viele Fahrzeuge vermietet worden seien.

Expansion statt Lohn

Im Zügelshop bietet Steiner ausserdem ein umfangreiches Sortiment an Umzugsartikeln wie zum Beispiel Bananenschachteln, Kartons, Klebebänder, Polster und Füllmaterial an. Zudem berät er dort auch seine Kunden. Genauer sei in Oberarth immer öfter seine Frau im Einsatz, gesteht Steiner, der Vater dreier Kinder ist. «Im Moment könnte ich eher acht als nur sieben Tage arbeiten», sagt er und fügt lachend an: «Als neue und kleine Firma muss man sich halt besonders anstrengen, und ich muss viel selber anpacken. «Das ist wie David gegen Goliath», ergänzt der Schwyzer. Statt sich Lohn zu zahlen, investieren Steiner und sein Partner im Moment in weitere Fahrzeuge, sagt der Jungunternehmer, dessen Firma er mehr für eine Art Nebenverdienst gegründet habe.

Eine weitere Filiale in Luzern sei sicherlich eines der möglichen Ziele, und ein Ausbau im Grossraum Zürich werde ebenfalls ins Auge gefasst, antwortet Steiner, angesprochen auf seine Zukunftspläne. «Im Moment müssen wir aber schauen, dass wir alle Kunden perfekt bedienen können», betont der Jungunternehmer, der nicht nur von seiner Frau, sondern auch von Kollegen unterstützt wird, die Teilzeit für ihn tätig sind. «Über die weiteren Pläne können wir in etwa einem Jahr reden, wenn wir mehr Erfahrung haben.»

Hinweis

Infos unter: www.heavenhound.ch