Obwalden muss Lohnsummenentwicklung beim Staatspersonal überprüfen

Weil das Obwaldner Staatspersonal im Zentralschweizer Vergleich unterdurchschnittlich verdient, soll Obwalden die Lohnentwicklung unter die Lupe nehmen. Im Budget 2020 muss die Regierung die fehlende Lohnsumme ausweisen.

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Der Kantonsrat stimmte am Donnerstag einem Antrag der CVP mit 25 zu 17 Stimmen bei 6 Enthaltungen zu, die Integrierte Aufgaben- und Finanzplanung (IAFP) 2019-2022 mit einer entsprechenden Anmerkung zu ergänzen.

Die CVP verwies auf die mit 15 Prozent hohe Fluktuation beim Personal. Eine Neubesetzung koste bis zu dreimal den Bruttojahreslohn der entsprechenden Stelle. Hier bestehe Sparpotenzial, sagte Fraktionssprecher Marcel Jöri.

Auch seien die Obwaldner Löhne im Zentralschweizer Vergleich unterdurchschnittlich, und insbesondere bei den jüngeren Mitarbeitenden sei die Lohnentwicklung unbefriedigend. Die Regierung muss nun aufzeigen, wie die Lohndifferenz ausgeglichen werden kann. Schützenhilfe für ihr Anliegen erhielt die CVP von der SP.

«Die Leute bleiben nicht nur wegen Lohnerhöhungen», gab dagegen Albert Sigrist (SVP) zu bedenken. Er sprach sich mit Verweis auf die fehlenden Mittel im Kantonshaushalt gegen das Ansinnen aus, blieb damit aber in der Minderheit. Immerhin habe die CVP darauf verzichtet, im Budget mehr Geld fürs Personal zu fordern.

Zuerst Haushalt ins Lot bringen

Obwalden habe im System mit der Lohnentwicklung in den letzten zwei Jahren zu wenig Geld zur Verfügung gestellt, sagte Finanzdirektorin Maya Büchi-Kaiser. Das Personal habe bei den Lohnnebenleistungen Einbusse hinnehmen müssen. Doch zuerst müsse der Kantonshaushalt ins Lot gebracht werden. Sobald sich die finanzielle Situation verbessert habe, müsse das Lohnniveau um mindestens 5 Prozent nach oben angepasst werden. Das entspreche Kosten von zwei Millionen Franken.

Keine Zustimmung erfuhr im Rat dagegen ein Antrag der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK). Sie hatte gefordert, beim Personal Schlüsselstellen zu definieren und deren marktgerechte Entlöhnung zu überprüfen. Die Anmerkung sei unnötig, sagte die Finanzdirektorin. Die Regierung sei bereits auf diesem Weg. (sda)