3000 neue Schilder für die Obwaldner Wanderwege

Der Verein Obwaldner Wanderwege erneuert auf seinen 374 Wanderrouten die gesamte Signalisierung – denn es gibt viele neue Routen.

Romano Cuonz
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Auf Geschäftsführer Pius Ziegler, Präsident Otti Küng und den technischen Leiter Geri Britschgi (von links) wartet beim Ersatz der Wanderwegschilder viel Arbeit.

Auf Geschäftsführer Pius Ziegler, Präsident Otti Küng und den technischen Leiter Geri Britschgi (von links) wartet beim Ersatz der Wanderwegschilder viel Arbeit.

.Bild: Romano Cuonz (Melchtal, 29. November 2019).

«Ihr alle unterstützt mit uns Kanton und Gemeinden bei der Planung, der Entwicklung, beim Bau, Unterhalt und der Signalisierung der Wanderwege», lobte der Alpnacher Otti Küng gegen 90 sogenannte «Wanderweggöttis» und «Wanderweggotten» an ihrem Freiwilligenanlass im Melchtal. Küng ist Präsident des Vereins Obwaldner Wanderwege mit 120 tatkräftigen Freiwilligen und insgesamt 700 Mitgliedern. Eine eigene Geschäftsstelle unter der Leitung von Pius Ziegler vermittelt und fördert den Einsatz der vielen Freiwilligen beim Unterhalt und Bau der immerhin 374 Obwaldner Wanderrouten.

Und, was Wanderfreunde von nah und fern besonders schätzen: Der Verein bietet durch gut ausgebildete, erfahrene Wanderleiter kostenlos geführte Wanderungen an. «Mit immerhin 53 Wanderungen und Schneeschuhwanderungen allein 2019/20 sind wir gut aufgestellt», meinte Otti Küng.

Einsatz für sichere Wanderwege

Nachdem der Obwaldner Kantonsrat im Dezember 2017 den Wanderweg-Richtplan genehmigt hatte, musste auch der Verein Obwaldner Wanderwege teils neue Akzente setzen. Der technische Leiter Geri Britschgi erläuterte: «Wir sorgen für sicher begehbare Wege mit möglichst wenig Hartbelägen und Asphalt, und minimieren damit die Gefahren.»

Diese Zielsetzungen aber hätten ein arbeits- und auch kostenaufwendiges Unterfangen nach sich gezogen. Britschgi dazu: «Wir haben dieses Jahr eine vollumfängliche Neusignalisierung angedacht.» Die Planungskosten würden vom Kanton übernommen. Die alles in allem 3000 neuen Tafeln aber, die man in den nächsten Monaten draussen in der Landschaft setzen wird, berappen die sieben Gemeinden.

Viele Änderungen in den letzten 50 Jahren

Erste Wegweiser für Sarnen und Lungern sind inzwischen bereits eingetroffen. Und in Bälde sollen sie auch in allen anderen Gemeinden geliefert werden. Die Vorarbeiten waren enorm! Der neuen Signalisierung gingen über zwei Dutzend ganztägige Sitzungen der technischen Kommission voraus. Britschgi begründete: «Für alle 651 grossen Wegweiser mussten wir die Routen abschreiten und bereinigen und später recht aufwendige Standortformulare erstellen.» Das sei nötig gewesen, damit künftig alle Zeitangaben bis zum Ziel auch stimmten. Heutige Wanderer würden ja die Wege oft mit dem Handy vor der Nase begehen. Dafür, dass dann auch in der realen Welt alles so sei wie im Netz, zeichne die technische Kommission verantwortlich. Britschgi erläuterte: «Im Verlauf eines halben Jahrhunderts sind in Obwalden viele Wanderrouten neu angelegt worden, und damit haben sich bei der Signalisierung Fehler ergeben, die man mit dem Ersatz einzelner Tafeln nicht beheben könnte.»

Nur ein paar wenige Beispiele: Noch immer führten Wegweiser Wanderer von Melchsee-Frutt zur Station Rütialp. Dort aber fanden sie, statt einer Seilbahn, nur noch eine verlassene Bergstation und rostige Drahtseile vor. Die Route musste ersetzt werden. Auch der Wanderweg vom Wichelsee nach Alpnach habe wegen des Projekts des Hochwasserstollens Änderungen, ja sogar den Bau eines neuen Stegs nötig gemacht. Grossen Dank sprach Geri Britschgi all den Göttis und Gotten und weiteren Organisationen aus, die Jahr für Jahr unzählige Stunden in den Unterhalt der Wanderwege investieren. So hätten Hans Baumli und René Kathriner 2019 für den Weg von der Stöckalp zur Alp «Stepfen» eine fantastische Treppe aus Lärchenholz konstruiert.

Zudem seien auf dem Bergweg von der Storegg über den Charren zur Gräfimatt vom interkantonalen Nid-Obwaldner Duo Ruedi Reinhard und Beat von Deschwanden alle exponierten Stellen entschärft worden.

Erstaunliche Statistiken zum Wandern

Bei all diesen Aktivitäten mochte nicht erstaunen, dass Geschäftsführer Pius Ziegler zum Schluss mit absolut erstaunlichen Zahlen aufwarten konnte: Jährlich verbringen mittlerweile gegen 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung 162 Millionen Stunden auf Wanderwegen.

Dazu leiste Obwalden einen wichtigen Beitrag: Allein 2019 legten in Obwalden bei 45 geführten Wanderungen 626 Männer, Frauen und Kinder auf Schusters Rappen 10'076 Kilometer zurück!