79-Jähriger um 45'000 Franken erleichtert

Mit dem so genannten «Enkeltrick» hat ein Unbekannter am Mittwoch einer 79-jährigen Frau in Sarnen 45'000 Franken abgenommen. Die Schwester des Opfers konnte am Donnerstag noch Schlimmeres verhindern.

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Zuerst beobachten, dann telefonieren: So gehen Trickbetrüger oft vor. (Bild: Karikatur Jals)

Zuerst beobachten, dann telefonieren: So gehen Trickbetrüger oft vor. (Bild: Karikatur Jals)

Der Unbekannte hatte sich laut Communiqué der Obwaldner Polizei am Mittwoch telefonisch bei der Frau gemeldet. Er gab sich als Mann der Nichte der Frau aus und bat dringend um Geld. Nachdem sie auf der Bank 45'000 Franken abgehoben hatte, traf sie sich mit einem angeblichen Kollegen des Mannes ihrer Nichte und gab ihm das Geld.

Am Donnerstag meldete sich der Unbekannte erneut und bat um weitere 66'000 Franken für den Kauf eines Autos. Die zufällig anwesende Schwester des Opfers merkte jedoch, dass es sich um einen Betrug handelt. Als sie dem Unbekannten erklärte, dass es zu keinem weiteren Treffen komme und sie zur Polizei gehe, brach dieser den Kontakt ab.

Polizei warnt

Beim sogenannten Enkeltrick kontaktieren die Täter meist betagte oder immigrierte Personen per Telefon und geben sich als Enkel oder anderes Familienmitglied aus, das in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Sie bitten das Opfer um teilweise hohe Summen von Bargeld und erklären sich bereit, das Geld beim Opfer zu Hause abzuholen. Kurz vor dem vereinbarten Termin rufen die Betrüger nochmals an und teilen mit, dass sie persönlich verhindert seien, jedoch ein Bekannter vorbeikommen werde, um das Geld in Empfang zu nehmen. Hat es beim ersten Mal nicht geklappt, rufen die Betrüger nochmals beim Opfer an und geben sich als Polizisten aus. Sie raten dem Opfer, die Summe zu bezahlen, falls sich die Betrüger nochmals melden, damit sie die Täter auf frischer Tat ergreifen können.

Wie reagieren?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich ein Betrüger als Familienmitglied ausgibt und Sie um Geld bittet, beenden Sie das Telefongespräch unter einem Vorwand. Informieren Sie sich bei Ihren Familienmitgliedern und Verwandten und kontaktieren Sie umgehend die Polizei. Geben Sie Unbekannten keinesfalls Geld und  lassen Sie Unbkannte niemals in Ihre Wohnung. Bewahren Sie zu Hause keine hohen Bargeldsummen auf.

sda/rem