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Möbel Reinhard schliesst: 80 Mitarbeiter in Sachseln und Dagmersellen verlieren ihren Job

Die Möbelherstellerin Reinhard stellt ihre Produktion Ende Oktober ein und schliesst das Unternehmen mit 80 Mitarbeitern in den Kanton Obwalden und Luzern auf Ende Jahr. Ein Konsultationsverfahren mit den Mitarbeitern zeigte keine Chance für die Zukunft der Firma auf.
Markus von Rotz
Hans-Melk Reinhard - hier in seinem Betrieb in Sachseln - fotografiert aus Anlass der Gewerbeausstellung Saxula, die er als OK-Präsident leitete. (Bild: Corinne Glanzmann, Sachseln, 14. August 2012)

Hans-Melk Reinhard - hier in seinem Betrieb in Sachseln - fotografiert aus Anlass der Gewerbeausstellung Saxula, die er als OK-Präsident leitete. (Bild: Corinne Glanzmann, Sachseln, 14. August 2012)

Es hat sich abgezeichnet: Ende Januar meldete die Sachsler Traditionsfirma, dass sie in einem Konsultationsverfahren mit den Mitarbeitern nach Möglichkeiten für eine Zukunft des Unternehmens suchen wolle. Es drohe die Schliessung des Betriebs. Gestern Dienstag nun wurde die Belegschaft darüber informiert, dass die Geschäftstätigkeit der fast 120-jährigen Firma – sie wurde im Jahr 1900 gegründet – definitiv dieses Jahr eingestellt werde.

Eine für das Konsultationsverfahren gewählte fünfköpfige Arbeitnehmervertretung habe in verschiedenen Gesprächen die von der Belegschaft eingebrachten Ideen und Vorschläge zusammengetragen. Dabei wurde sie von der Gewerkschaft Syna unterstützt. Die am 14. Februar der Geschäftsleitung präsentierten Ergebnisse hätten leider «keine Aussicht auf eine nachhaltige Sicherstellung der Firmenfortführung ergeben, so dass seitens Verwaltungsrat der Entscheid über die geordnete Geschäftsaufgabe gefällt werden musste», heisst es in einer Mitteilung.

Konsumenten nicht bereit für Aufpreis


«Als Schweizer Hersteller designorientierter Möbel für die Bereiche Wohnen, Büro und Bad bieten wir eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen», heisst es auf der Webseite des Unternehmens. Doch Hans-Melk Reinhard, seit kurzem einziges Mitglied im Verwaltungsrat - er ist auch FDP-Kantonsrat und -Kantonalpräsident - sagte Ende Januar:

«Die Konsumenten sind nicht mehr bereit, höhere Preise für die Möbel ‹made in Switzerland› zu zahlen.»

Die Preise in der Branche seien vor längerer Zeit bereits unter Druck geraten. In diesem Verdrängungskampf könnten global tätige Firmen mit tieferen Personal- und Produktionskosten agieren.

«Zum heutigen Zeitpunkt ist ein geordneter Marktrückzug, so schwer dieser Entscheid mir auch fällt, möglich», lässt sich Hans-Melk Reinhard zitieren. Über die nächsten Monate aber müssten nun 80 Mitarbeiter in Sachseln und Dagmersellen eine neue Anstellung suchen. «Ich kann versichern, dass dieser Entscheid rechtzeitig gefällt wurde und die Löhne bis zum letzten Tag sichergestellt sind», betont Inhaber und Geschäftsführer Reinhard.

Man stelle auch Mittel bereit, um mit einem eigens eingerichteten Jobcenter eine nahtlose Nachfolgelösung für möglichst alle Mitarbeiter anzustreben. Die Produktion soll Ende Oktober eingestellt, der Betrieb Ende Jahr geschlossen werden.

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