ABSTIMMUNG: Klare Abfuhr für Tempo 30 in Sarnen

Im Dorfkern darf weiterhin mit Tempo 50 gefahren werden. Die Stimmbürger sind gegen die Einführung einer umfassenden Tempo-30-Zone – und das ziemlich deutlich.

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Ein Arbeiter signalisiert eine Tempo-30-Zone – in Sarnen dagegen bleiben die Strassen vorerst, wie sie sind. (Bild: Stefan Kaiser)

Ein Arbeiter signalisiert eine Tempo-30-Zone – in Sarnen dagegen bleiben die Strassen vorerst, wie sie sind. (Bild: Stefan Kaiser)

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

«Gefasst» nehme er das Verdikt zur Kenntnis, sagte Gemeindepräsident Paul Küchler. Ein halbe Stunde zuvor hatte die Gemeinde das Abstimmungsresultat zu Tempo 30 im Sarner Dorfkern bekanntgegeben. Es gab mit 2346 Nein- zu 1568 Ja-Stimmen eine deutliche Abfuhr. «Zwei Dritteln der Stimmbevölkerung ist es offenbar wichtiger, schnell mit dem Auto durchs Dorf zu kommen, als einen attraktiven Dorfkern zu haben», so Küchler.

Als der Gemeinderat vor rund zwei Wochen – im Anschluss an die Sarner Gemeindeversammlung – über Tempo 30 informiert hatte, zeigte sich bereits, dass die Pläne nicht nur auf Gegenliebe stossen. «Trotzdem war ich bis am Abstimmungssonntag zuversichtlich, dass wir unsere Botschaft rüberbringen können», so Küchler. Offenbar sei das nun nicht ganz gelungen. Dies zeige sich etwa daran, dass Gegner immer wieder die Enetriederstrasse als Vergleich herangezogen hätten, «obwohl wir dort eine ganz andere Situation haben als im Dorfkern». Für Paul Küchler ist nun klar, dass man weitere geplante Tempo-30-Zonen, beispielsweise in Kägiswil, «nochmals ganz kritisch hinterfragt». Wenig fruchtbar war offenbar auch eine Charmeoffensive der Sarner Fachgeschäfte, die sich im Vorfeld der Abstimmung klar hinter die Pläne der Gemeinde gestellt und für Tempo 30 ausgesprochen hatten.

Poststrasse muss trotzdem bald saniert werden

Auch der Gemeinderat Giswil hatte auf der Brünigstrasse Tempo 30 einführen wollen – wegen des sich abzeichnenden Widerstands verzichtete man dort auf eine Urnenabstimmung. Hat dies allenfalls auch die Abstimmung in Sarnen beeinflusst? «Ich glaube nicht», sagt Gemeindepräsident Paul Küchler. Es lasse sich vielleicht eher ein «allgemeiner Trend herauslesen, dass man grundsätzlich gegen weitere Beeinträchtigungen im Strassenverkehr ist».

Mit dem deutlichen Nein zu Tempo 30 bleibt damit in Sarnen vorerst einmal alles beim Alten. «Die Poststrasse ist sanierungsbedürftig, da werden wir bald einmal ein Projekt aufgleisen», sagt Küchler. Auch eine Umgestaltung des Bahnhofplatzes werde langfristig einmal ein Thema.