Abstimmung
Lungerer erteilen grünes Licht für Hochwasserschutz

Mit einem Schutzdamm soll künftig ein Ausbruch der Laui im Bereich Obsee-Dörfli verhindert werden. Zustimmung gab's auch für eine Vorstudie, um Fragen zu klären rund um das Mehrzweckgebäude und das Schulhaus.

Matthias Piazza
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Die bestehende Gehrenbrücke (Bild) wird durch eine neue breitere Brücke mit höherer Abflusskapazität ersetzt.

Die bestehende Gehrenbrücke (Bild) wird durch eine neue breitere Brücke mit höherer Abflusskapazität ersetzt.

Bild: Robert Hess (Lungern, 7. Januar 2021)

Nachdem die Einwohnergemeinde bereits 1988 und 2016 Beiträge an die Kosten der Sicherung der Laui bewilligte, leistet sie nun einen weiteren Beitrag von 15 Prozent, höchstens aber 352'500 Franken, an die subventionsberechtigten Kosten. Dies haben die Lungerer am Sonntag coronabedingt an der Urne mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 81,6 Prozent (515 Ja zu 116 Nein) entschieden.

Das Projekt der Lauiverwaltung Obsee umfasst unter anderem auch den Ersatz der beiden Brücken «Boden» und «Gehren» über die Laui. Die Bodenbrücke soll um rund 15 Meter talwärts verschoben und laut Botschaft voll über das subventionsberechtigte Wasserbauprojekt abgerechnet werden.

Anders verhält es sich mit dem Neubau der Gehrenbrücke. Diese wird auf 4,5 Meter verbreitert und für schwerere Fahrzeuge befahrbar gemacht. Zudem soll die Abflusskapazität erhöht werden. Die Gesamtkosten für den Neubau dieser Brücke werden mit 345'000 Franken berechnet. Die Einwohnergemeinde übernimmt für den künftigen Mehrwert durch den Neubau der Gehrenbrücke einen Anteil von 150'000 Franken. Zusammen mit dem oben erwähnten Gemeindebeitrag an das Hochwasserschutzprojekt Obsee ergibt sich ein Gesamtkredit von 502'500 Franken, den die Lungerer genehmigten. Mit den Massnahmen soll ein Ausbruch der Laui im Bereich Obsee-Dörfli verhindert werden.

Weiter genehmigten die Stimmbürger mit einem Ja-Anteil von 84,7 Prozent einen Kredit von 150'000 Franken als Gemeindeanteil für die Sanierung der Dundelstrasse. Die Gesamtkosten für die Sanierung auf einer Länge von 315 Metern werden auf 270'000 Franken veranschlagt. Aufgrund der landwirtschaftlichen Interessen am Ausbaustandard dieser Strasse hat das Amt für Landwirtschaft und Umwelt Subventionsbeiträge von rund 120'000 Franken in Aussicht gestellt.

Vorstudie und Wettbewerb für Schulhaus und Mehrzweckraum

Das sanierungsbedürftige Schulhaus Kamp.

Das sanierungsbedürftige Schulhaus Kamp.

Bild: Robert Hess (Lungern, 7. Januar 2021)

Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 73,2 genehmigten die Lungerer auch einen Kredit über 330'000 Franken. Damit kann der Gemeinderat die Firma Universal Gebäudemanagement AG, Interlaken, beauftragen, Grundlagen für den Entscheid Neubau oder Sanierung des Mehrzweckgebäudes und des Schulhauses Kamp zu liefern. Sie sind beide sanierungsbedürftig. Steht nach der Vorstudie und dem Wettbewerb das Siegerprojekt fest, soll der Gemeindeversammlung innert 12 bis 18 Monaten nach Antrag zu einem Bauprojekt vorgelegt werden. Die Ausführung ist 2023 bis 2024 geplant.

Das sanierungsbedürftige Mehrzweckgebäude, unter anderem mit Räumlichkeiten und Garagen für die Feuerwehr.

Das sanierungsbedürftige Mehrzweckgebäude, unter anderem mit Räumlichkeiten und Garagen für die Feuerwehr.

Bild: Robert Hess (Lungern, 7. Januar 2021)

Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann freut sich insbesondere über die deutliche Zustimmung dieser Vorlage. «Im Vorfeld wurden Stimmen laut, die den Kredit als zu hoch erachteten. Es war schwierig, die Stimmung richtig einzuschätzen, wir waren etwas im luftleeren Raum.» Dass es nun doch für ein Ja gereicht hat, sei auch den verschiedenen Workshops zu verdanken, an denen der Gemeinderat die Bedürfnisse der Vereine an einen Mehrzweckraum habe abholen und den Kredit habe erklären können.

Angenommen wurde auch das Budget, das bei Ausgaben von 10,7 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 144'100 Franken vorsieht. 87,9 Prozent betrug die Zustimmung.

Die Stimmbeteiligung von 42 Prozent erachtet Bernadette Kaufmann als erfreulich hoch.