ABSTIMMUNGEN
Junge Parteien diskutieren in Sarnen über den Umweltschutz

Vier Junge Parteien aus Ob- und Nidwalden trafen sich in Sarnen, um über die kommenden Abstimmungen zu diskutieren. Die Frage stand auch im Raum, ob sich die Zentralschweiz der Herausforderung des Klimawandels überhaupt bewusst ist.

Florian Pfister
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Vertreter der Jungen Parteien aus Ob- und Nidwalden führten am Donnerstagabend in der Kantonsschule Sarnen ein Podium zu den kommenden Abstimmungen durch. Während sich die jungen Politiker vor Ort trafen, konnte das Publikum das Geschehen online mitverfolgen. Die Vertretung der Juso meldete sich krankheitshalber ab.

Junge Parteien diskutieren über die Initiativen vom 13. Juni. v. l. n. r.; Sven Schärli, Junge SVP Nidwalden. Nico Fankhauser Jungfreisinnige Kanton Obwalden. Christian Isler, Moderator. Anna-Lena Beck, Junge GLP Nid- und Obwalden. Jonas Wolfisberg, Junge Mitte Obwalden.

Junge Parteien diskutieren über die Initiativen vom 13. Juni. v. l. n. r.; Sven Schärli, Junge SVP Nidwalden. Nico Fankhauser Jungfreisinnige Kanton Obwalden. Christian Isler, Moderator. Anna-Lena Beck, Junge GLP Nid- und Obwalden. Jonas Wolfisberg, Junge Mitte Obwalden.

Bild: Florian Pfister (Sarnen, 27. Mai 2021)

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Runde waren sich einig, dass der Schweiz Herausforderungen aufgrund des Klimawandels bevorstehen. Genannt haben sie unter anderen, dass die Gletscher zurückgehen, das Wetter öfter schwankt und Hitzesommer entstehen. «Wir müssen uns an die Bedingungen gewöhnen, welche wir selber verursacht haben mit unserer Art zu leben», sagte beispielsweise Anna-Lena Beck von der Jungen GLP Nid- und Obwalden, welche sich klar für das CO2-Gesetz aussprach.

Uneins waren sich die Runde jedoch beim Lösungsansatz. Es sei unnötig, sagte Sven Schärli von der Jungen SVP Nidwalden. «Die grossen Länder müssen dagegen etwas machen, die Schweiz kann nichts bewirken.» Das möge sein, sagte Jonas Wolfisberg, Junge Mitte Obwalden. «Die Schweiz soll sich aber als Vorbild zeigen.» Man müsse den CO2-Ausstoss reduzieren, sagte Nico Fankhauser, Jungfreisinnige Kanton Obwalden. Jedoch sei das CO2-Gesetz nicht der richtige Weg. «Verbote bringen uns nicht weiter.» Seine Partei sieht in einem internationalen Emissionshandel einen Lösungsansatz.

Weiter haben die vier Politiker über die Trinkwasser- und Pestizid-Initiativen diskutiert. «Beide Initiativen gehen zu weit und lösen das Problem eigentlich nicht», so Nico Fankhauser. Nicht nur die Landwirtschaft verschmutze das Trinkwasser. Die Initiative betreffe jedoch nur sie. Die Landwirtschaft müsse aber umweltschonender arbeiten, als es heutzutage üblich ist. Sven Schärli meinte, man riskiere mit den Initiativen die Qualität der Lebensmittel. Jonas Wolfisberg machte klar, dass der Trinkwasserstandard in der Schweiz generell hoch sei. Dort, wo es Probleme gebe, werde besonders Gemüse angebaut und hätte nur wenig mit der Viehhaltung zu tun. Anna-Lena Beck ist der Meinung, durch die Streichung der Subventionen von konventionellen Produkten würden Bioprodukte billiger.

Obwaldner Gemeinden machen etwas für den Umweltschutz

Wenn es um die Abstimmungen geht, gehöre die Zentralschweiz nicht zu den Vorreitern in den Themen Klima und Umweltschutz, warf Moderator Christian Isler in die Runde. Ist man sich der Herausforderung Klimawandel also gar nicht so bewusst? Man dürfe nicht alles auf die Abstimmungsresultate abschieben, sagte Jonas Wolfisberg. Sämtliche Obwaldner Gemeinden verfügen über das Energiestadt-Label, das EWO produziert viel Energiestrom. «Viele Leute in Ob- und Nidwalden können sich gar nicht vorstellen, dass sich da was ändern wird», sagte Anna-Lena Beck jedoch. «Es ist eine Einstellungssache, die überdenkt werden muss.»

Das Podium kann auf Twitch nachgeschaut werden.