Sarnen: Ad Astra macht sich fit für die Nati A

Die Unihockeyspieler des Obwaldner Vereins Ad Astra haben sich einen Platz in der NLA erkämpft. Während das Kader in der höchsten Liga spielt, soll der Turnhallen-Groove der Dreifachhalle verdeckt werden. Das kostet.

Simon Mathis
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Vereinspräsident André Küchler ist zuversichtlich, dass die Halle, in der Ad Astra seine Heimspiele austrägt, nächste Saison «Nati-A-tauglich» sein wird. (Bild: Dominik Wunderli, Sarnen, 19. Juni 2019)

Vereinspräsident André Küchler ist zuversichtlich, dass die Halle, in der Ad Astra seine Heimspiele austrägt, nächste Saison «Nati-A-tauglich» sein wird. (Bild: Dominik Wunderli, Sarnen, 19. Juni 2019)

Der 13. April 2019 wird in die Geschichtsbücher des Unihockeyvereins Ad Astra Sarnen eingehen: Mit dem Sieg gegen die Kloten-Dietlikon Jets sicherten sich die Obwaldner erstmals den Aufstieg in die Nationalliga A. Mittlerweile steckt der Verein mitten in den Vorbereitungen für die höchste Liga.

Im September wird die Dreifachturnhalle Sarnen erstmals Schauplatz eines NLA-Spiels. Die Vorfreude ist gross: «Unsere Jungs sind hoch motiviert, die kommende Saison zu gestalten», sagt Vereinspräsident André Küchler. «Ich glaube, wir werden nicht das Kanonenfutter sein, als das uns manche handeln.»

Das Grundgerüst des Kaders steht. Vier Abgängen stehen vier Zuzüge gegenüber, unter ihnen Marcel Kramelhofer und Daniel Gnos von Unihockey Luzern. Kramelhofer spielte bereits vor seinem Transfer nach Luzern zwei Jahre lang in Sarnen. Der 21-jährige Gnos ist ein «Sarner Eigengewächs», wie es auf der Website von Ad Astra heisst. Der Verein konnte zudem zwei Finnen gewinnen: Kaapo Savinainen und Jaska Kunelius. Letzterer spielte bis anhin in der höchsten finnischen Liga.

Eine Matte gegen Linienwirrwarr

Spielerisch ist Ad Astra also auf gutem Wege. Allerdings muss auch die Dreifachturnhalle fit gemacht werden für die Spiele auf Topniveau. «In Sachen Infrastruktur sind wir grundsätzlich gut aufgestellt», sagt André Küchler. Einige Anpassungen brauche die Halle dennoch: Bei Event-Matches oder Spielen, die im Fernsehen übertragen würden, reiche der Turnhallenboden nicht. «Der Schweizer Unihockeyverband will vom Turnhallen-Groove der Spiele wegkommen», erläutert Küchler. «Es ist attraktiver und übersichtlicher, wenn es nur eine Linie statt siebenhundert gibt.»

Abhilfe schaffen soll dafür eine blaue Matte, die jeweils in der Halle ausgerollt werde. Die Matte ist in Besitz von Swiss Unihockey und wird vom Verein ausgeliehen. Die Installation sei aufwendig, sagt Küchler. Zehn Personen müssten daran zwei bis drei Stunden lang arbeiten. Transportiert wird die Matte geteilt in drei Rollen von einem Lastwagen.

Alle Spiele der Nationalliga A müssen live übers Internet gestreamt werden. Dafür braucht es mehr als nur eine Webcam und einen Laptop. «Die Übertragungsqualität muss gut sein», erläutert Küchler. «Denn Unihockey ist ein schneller Sport mit kleinem Ball.» Fürs Erste wolle man die Grundanforderung des Verbandes einlösen. Soll heissen: Eine Hauptkamera, ein bis zwei Regisseure und bis zu zwei Kommentatoren.

Das Equipment fürs Streamen koste ungefähr 8000 Franken. Für die neue Liga A müsse das Vereinsbudget insgesamt gegenüber bisher um 10 Prozent erhöht werden. «Wir wollen in unsere Zukunft investieren», sagt Küchler. «Denn natürlich wollen wir in der Ersten Liga bleiben.» Auch auf Seite der Sponsoren spüre der Verein eine NLA-Euphorie. «Wir können definitiv jeden Franken brauchen», so André Küchler.

Wird es in Sarnen zu einem Fernsehspiel kommen? Küchler: «Das ist immer auch Glückssache. Aber ich glaube daran. Wenn ein Spiel David gegen Goliath ansteht, wird SRF Interesse haben.» Nur: Dafür muss es Ad Astra erst in die Playoffs schaffen. «Dafür sind wir bereit», ist Küchler überzeugt.