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Die Älplerbruderschaft Lungern will Erreichtes sichern und Neues wagen

Die Bruderschaft feiert am Sonntag ihr 275-Jahr-Jubiläum – in schlichtem Rahmen.
Robert Hess
Blick auf die Dundelalp. (Bild: Robert Hess, Lungern, 14. Oktober 2019)Blick auf die Dundelalp. (Bild: Robert Hess, Lungern, 14. Oktober 2019)
OK-Präsident Beat Schallberger mit einem Lungerer Alpkäse. (Bild: PD)OK-Präsident Beat Schallberger mit einem Lungerer Alpkäse. (Bild: PD)
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«Erreichtes sichern, Neues wagen!»

1744 – wie unendlich weit scheint diese Jahreszahl zurückzuliegen! Und doch wird dieses Jahr «sichtbar», wenn wir erfahren, dass dazumal die Älplerbruderschaft Lungern gegründet worden und dem Dorf bis heute erhalten geblieben ist. Sie wird derzeit von Beat Ming präsidiert.

«Die Älplerbruderschaft gehört mit ihrer kirchlichen und kulturellen Tradition zu den ältesten Organisationen unserer Zeit», sagt Beat Schallberger, OK-Präsident des 275-Jahr-Jubiläums, das am kommenden Sonntag «auf schlichte Art gefeiert werden soll». Die jährlich von der Älplerbruderschaft organisierte «Älplerchiuwi» findet dann am Freitag, 25. Oktober, statt.

Weshalb eine Älplerbruderschaft?

Zum 250-Jahr-Jubiläum 1994 ist ein 150-seitiges, reich illustriertes Buch erschienen. «Zum Geleit» dieser Jubiläumsfestschrift hatte der damalige OK-Präsident und Kantonsrat Theo Gasser die Frage gestellt, «was mag wohl die Bauern und Älpler 1744 zur Gründung der Älplerbruderschaft bewogen hat? War es der Gedanke Hilfe zur Selbsthilfe, Schutz vor der immer wieder auftretenden Seuchengefahr oder die tiefgläubige christliche Gesinnung?».

Theo Gasser hat diese Frage beim 250-Jahr-Jubiläum 1994 nicht mit Zitaten aus historischen Quellen beantwortet, sondern mit eigenen Gedanken. «Sicher ist», so Gasser, «dass miteinander arbeiten und füreinander leben der beste Weg ist, die Zukunft zu meistern. Gerade der Bauernstand zeigt wie kein anderer Berufszweig, dass man die anspruchsvollen Aufgaben und Verantwortungen miteinander besser und leichter zu lösen vermag.» Zu seinen Aussagen stehe er auch 25 Jahre später noch, erklärt der damalige OK-Präsident Theo Gasser im Gespräch mit unserer Zeitung. «Die Älplerbruderschaft Lungern hat in all den Jahren aber nicht nur Tradition und Brauchtum gepflegt, sondern zusammen mit den Bauern und Älplern und einer guten Bewirtschaftung der Alpen viel zur Erhaltung unserer schönen Berglandschaft beigetragen», betont er. Und fährt fort: «Für mich gilt, wie ich bereits 1994 in der Festschrift erklärt habe: Das Erreichte sichern und Neues wagen.»

Etwas Zeit für einander haben

Ähnliche Gedanken wie Gasser hegt auch Beat Schallberger, OK-Präsident der 275-Jahr-Feier. Für ihn steht vor allem das «Miteinander» im Vordergrund. «Wir wollen am kommenden Älplerchilbi-Sonntag eine schlichte, einfache Jubiläumsfeier durchführen, die um 9.30 Uhr mit dem Festgottesdienst mit Jodlermesse in der Pfarrkirche beginnt», sagt er.

Anschliessend steht beim Pfarreizentrum ein von der Älplerbruderschaft offerierter Volks-Apéro auf dem Programm. Auf das Mittagessen für alle im Festzelt mit Magronä und Apfelmus – auf eigene Kosten – folgt ein gemütliches Beisammensein mit Unterhaltung für Gross und Klein. «Unsere Bevölkerung soll Gelegenheit haben, sich zu treffen, einander näherzukommen, sich auszusprechen und einige unbeschwerte Stunden miteinander zu verbringen», wünscht sich Schallberger. Noch einmal ein Blick ins Jubiläumsbuch von 1994. Auf eine Gründungsurkunde kann sich die Bruderschaft nicht berufen, schreibt Pfarrer Josef Halter in seiner Geschichte der Älplerbruderschaft. «Eine gesicherte Jahreszahl für das Bestehen der Älplerbruderschaft stellt aber das Jahr 1744 dar», so Halter weiter. Eines der vier noch im Pfarrarchiv erhaltenen Stifterschilder auf einem Messgewand mit der Jahreszahl 1744 «bezeugt die Älplerbruderschaft als Stifterin», woraus gefolgert wurde, dass die Bruderschaft damals bestand.

Bemerkenswerte «Älplergschichte»

In weiteren Beiträgen in der Festschrift schreibt Pfarrer Halter über «Unsere Alpkapellen», Karl Vogler-Rohrer (Obsee) zur «Alpsiedlung und Älplergschichtä aus der Vergangenheit»; Emmi Furrer (Dorf) ist mit «Erinnerungen und Erzählungen aus dem Älplerleben in Lungern» vertreten und Hans Ming (Bürglen) beschreibt die «Entwicklungsgeschichte unserer Teilsamen in Lungern».

Wer Gelegenheit hat, eines dieser Bücher zur Hand zu haben, wird dort viel Bemerkenswertes finden.

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