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ALPNACH: 12 Millionen Franken für eine Zukunft der Pilatusalpen

Die Korporation will die alpwirtschaftliche Nutzung auf der Pilatus-Südseite sicherstellen. Ein Generationenprojekt ist in der Planung, dessen Umsetzung bis 2024/25 dauern würde.
Im Gebiet Lütholdsmatt wären eine zentrale Milchverarbeitung (Käserei) sowie eine Verkaufsstelle vorgesehen. Bild: Robert Hess

Im Gebiet Lütholdsmatt wären eine zentrale Milchverarbeitung (Käserei) sowie eine Verkaufsstelle vorgesehen. Bild: Robert Hess

«Die Alpung von Milchvieh und die Verarbeitung der Milch zu hochwertigem Alpkäse sind im Interesse der Landwirtschaft, der Korporation, des Tourismus sowie der Konsumenten und sollen deshalb zukunftsfähig entwickelt werden.» Dieses klare Bekenntnis zur Zukunft der Alpen und insbesondere der zwölf Kuhalpen auf der Südseite des Pilatus stammt aus einem Zwischenbericht «Stand und Ziele PRE-Projekt» (Projekt zur regionalen Entwicklung) und wurde an einem öffentlichen Informationsabend vor rund 80 Anwesenden auch von Korporationspräsident Walter Hug mit Überzeugung mündlich unterstützt.

Das PRE-Projekt Pilatusalpen ist, inklusive fachlicher Beratung, im Auftrag der Korporation von Annelies Uebersax von der Agrofutura-Zweigstelle Zentralschweiz erarbeitet worden. Sie sprach an der Info-Veranstaltung von Beitragssätzen im Rahmen von 40 (Bund), 32 (Kanton) und 28 Prozent (Trägerschaft) der anrechenbaren Kosten. Mindestens drei Teilprojekte, zum Beispiel eine zentrale Käserei, müssten aber realisiert werden.

Gesamtinvestitionen von über 12 Millionen Franken

Aus heutiger Sicht wird provisorisch mit Investitionen von 8,8 Millionen Franken für das Teilprojekt Alpwirtschaft (inklusive zentrale Käselagerung usw.) gerechnet. Für den Gastrobereich und das Wander- und Freizeitgebiet sind rund 4 Millionen eingesetzt. Die Umsetzung wäre nach einer Detailplanung (2016/18) in den Jahren 2019 bis 2024/25 geplant. Bund und Kanton finanzieren die Detailausarbeitung mit. Bei der Finanzierung der künftigen Projekte spielt beispielsweise auch die finanzielle Lage des Kantons eine Rolle.

Entschieden sei aber noch nichts, «wir sind derzeit auf Stufe Information und Diskussion unter den Betroffenen und Beteiligten», erklärte Korporationspräsident Hug den Anwesenden, die mit Fragen und Anregungen aufwarteten. «Aber alle müssen am gleichen Strick ziehen, und die Alpbewirtschafter müssen die Projekte aktiv unterstützen.»

«Wir wollen das Projekt nicht für uns realisieren», ergänzte alt Korporationspräsident Marcel Jöri. «Es ist ein Projekt zu Gunsten der Land- und Alpwirtschaft der kommenden Generationen.»

Im Statut der Korporation festgeschrieben

Weshalb dieser grosse Einsatz zu Gunsten der Alpen? Alt Korporationspräsident Marcel Jöri wies auf das Statut der Korporation Alpnach hin: Danach hat sie «die Aufgabe, das Korporationsgut zu erhalten, zu verwalten und zu vermehren». Um diese Aufgabe auch im Bereich Alpen zu erfüllen, soll die Korporation wesentliche Investitionen zu Gunsten der Bewirtschafter der Pilatusalpen vornehmen, erklärte Jöri. Klar sei, dass die aktuelle Bewirtschaftung der Kuhalpen für die Korporation nicht kostendeckend ist. Sie müsse quersubventioniert werden durch finanzielle Mittel aus andern ertragsreicheren Geschäftsbereichen der Korporation.

Die Korporation ist laut dem vorliegenden Bericht unter folgenden Voraussetzungen bereit, in ihre Kuhalpen zu investieren:

Einwandfreie Wasserqualität: Sie ist die Basis jeder Qualitätsproduktion bei der Milchgewinnung wie bei der -verarbeitung.

Zentrale Milchverwertung: Gefordert wird eine professionell geführte, den zunehmend strengeren lebensmittel- und umweltrechtlichen Anforderungen sowie den steigenden Kundenbedürfnissen genügende Milchverwertung (zentrale Käserei) mit geregelter Abwasserreinigung.

Zentrale Käselagerung: Die Kundschaft verlangt höchste Qualität und eine gewisse Breite im Käseangebot. Das erfordert geeignete Lagermöglichkeiten. Dazu stünde ein ausgedienter Stollen der Armee zur Verfügung.

Stromanschluss: Die Erschlies­sung aller Kuhalpen mit Strom ist ein zentraler Faktor.

Zeitgemässes Wohnen und Arbeiten: Die zentrale Käseverarbeitung und -lagerung sowie die Verbesserung der Infrastruktur würden die Alpbewirtschafter entlasten, und sie könnten zeitgemässe Arbeits- und Wohnbedingungen auf den Alpen schaffen und sich vermehrt dem ­Alpwerk (Weidenerhaltung) widmen.

Zentrale Milchverarbeitung auf der Lütholdsmatt

Laut dem Zwischenbericht soll die Milch mit Ausnahme der Alp Ämsigen künftig im Gebiet Lütholdsmatt zentral verarbeitet werden. Dort soll auch eine mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln erreichbare Gastwirtschaft mit integrierter Verkaufsstelle für Alp- und Regionalprodukte betrieben werden. Auf der Ämsigen schliesslich soll eine Bratchäsbeiz geführt werden. Korporationspräsident Walter Hug versicherte, dass die ­Projekte und die touristische Entwicklung im Einklang mit dem Landschaftsentwicklungskonzept Pilatus (LEK, siehe Kasten) ständen.

Robert Hess

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