ALPNACH: Abfallsünder halten Gemeinde auf Trab

Über 300 Kilo Abfall wurde beim Schlierensammler auf private Initiative hin entfernt. Die Gemeinde kämpft im Gebiet mit Umweltverschmutzern.

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Von Pneus bis zu grösseren Alteisenteilen – 340 Kilo illegal weggeworfenes Material sammelte und entsorgte die Firma WSA-Recycling im Gebiet Schlierensammler in Alpnach. (Bild: PD)

Von Pneus bis zu grösseren Alteisenteilen – 340 Kilo illegal weggeworfenes Material sammelte und entsorgte die Firma WSA-Recycling im Gebiet Schlierensammler in Alpnach. (Bild: PD)

Pneus von Autos, Lastwagen und Traktoren, Alteisenteile, Holzpaletten und Kinderfahrzeuge – immer wieder ärgerte sich die Alpnacherin Cornelia Bucher bei ihren täglichen Spaziergängen mit ihren zwei Hunden im Gebiet Schlierensammler über herumliegende Abfälle. Anfang Februar platzte ihr der Kragen: «Unsere schöne Natur wird von gewissen Leuten verschandelt. Das ist für mich einfach unverständlich. Würde ich jemanden ertappen, würde ich sofort Anzeige erstatten.» An diesem Tag griff Cornelia Bucher zum Telefon und rief ihren Arbeitgeber, die Firma WSA-Recycling in Alpnach, an.

340 Kilo Abfall entsorgt

Geschäftsführer Toni Barmettler fackelte nicht lange und schickte einen Mitarbeiter mit PW und Anhänger vor Ort, liess den Abfall einsammeln und entsorgte ihn auf eigene Kosten in seiner Firma. «Es waren 340 Kilo Abfall», erzählt Toni Barmettler und meint zu seinem spontanen Entscheid: «Uns nervt es, wenn die Umwelt derart mit Füssen getreten wird. Was die Menschen der Umwelt aufbürden, kommt irgendwann zurück wie ein Bumerang.»

Auch der Gemeinde ist bekannt, dass im Gebiet Schlierensammler häufig Abfallsünder auftauchen. «Die Werkhof-Mitarbeiter finden dort immer wieder Material. Und wir haben pro Jahr zwei bis drei Meldungen von Spaziergängern», sagt Thomas Küchler, Vorsteher des Departements Bau und Unterhalt. Auch ihm ist diese Mentalität unverständlich. «Das hat mit Charakter und Anstand zu tun. Wir appellieren an die Selbstverantwortung dieser Leute.»

Thomas Küchler hält fest, dass man vom aktuellen Fall Kenntnis hatte und der Werkhof die Entsorgung bereits geplant hatte. «Mit ihrer dankenswerten Aktion ist uns die WSA-Recycling zuvorgekommen.»

Gemeinde will Verursacher finden

Wenn die Gemeindemitarbeiter solchen illegal deponierten Abfall wegräumen, würden zugleich auch Fotos gemacht, und man prüfe, ob man Hinweise auf die Verursacher finde. «Das ist aber schwierig, meistens müssen wir bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstatten.» Weil das Problem bekannt ist, lässt Alpnach das Gebiet Schlierensammler nun auch vermehrt vom Werkhof kontrollieren. «Probleme haben wir aber auch in Alpnachstad im Städerried, dort geht es aber eher um Güseltourismus, also um illegal deponierte Abfallsäcke», so Thomas Küchler weiter. Auf jeden Fall sollten Bürger, die solchen Abfall feststellen, dies umgehend den Behörden melden, damit man mindestens versuchen könne, die Umweltsünder zu finden.

Legal entsorgen ist nicht teuer

Die Gemeinde hat nämlich alles Interesse, die Verursacher ausfindig zu machen. Wenn diese nicht gefunden werden, zahlen letztlich die Steuerzahler die Entsorgung von illegalen Abfällen. «Angesichts der relativ geringen Kosten für eine Entsorgung ist das illegale Deponieren umso unverständlicher», meint Thomas Küchler. Tatsächlich lassen die Zahlen, die Toni Barmettler vorrechnet, die Abfallsünder in einem noch schlechteren Licht dastehen. «Die Entsorgung der von der WSA-Recycling eingesammelten 340 Kilo Abfall hätten inklusive Abholung rund 160 Franken gekostet. Alteisen kann man gratis entsorgen, ein PW-Pneu würde 2.50 Franken kosten, ein Lastwagenpneu 10 bis 12 Franken, ein Holzpalett mit einem Gewicht von 25 Kilo 3.60 Franken.»

Philipp Unterschütz