ALPNACH: Afrikaner erwachen eher spät

Im Dorf war am Donnerstagmorgen unüberhörbar, dass die Fasnacht auch im Sarneraatal begonnen hat. Allerdings gab es in der Frühe noch etwas Anlaufschwierigkeiten.

Drucken
Teilen
Die Afrikaner an der Tagwache in Alpnach. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 23.02.2017))

Die Afrikaner an der Tagwache in Alpnach. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 23.02.2017))

Nur grad eine Hand voll Fasnachtsfreunde stand im Dorf am frühen Morgen Spalier, als die beiden einheimischen Guggenmusigen Seegusler und Städerschränzer die übrigen Alpnacher lautstark aus dem Bett zu locken versuchten. Offenbar erwachen Afrikaner – Afrika ist das Motto der Alpnacher Fasnacht – auch bei schönem Wetter nicht so früh, der Tag kann ja noch lang werden. 

Schlag 6 Uhr zogen dann aber die Musigen pünktlich mit dem Zunftmeisterpaar Thomas und Margrit, weiteren Zünftlern und mottogerecht verkleideten Gästen aus Afrika auf der Brünigstrasse durchs Dorf zum Bahnhof und wieder an den Ausgangspunkt zurück. Beim Bahnhof kam schon ein wenig mehr Leben auf. Zünftler, Musiker, Bahn- und Postautogäste mischten sich und konnten bei einem warmen Getränk einen Schwatz halten. Langsam hellte sich das Firmament über dem Stanserhorn auf, auch der Mond lugte als bescheiden kleine Sichel auf Alpnach runter. Bei relativ angenehmen Temperaturen – ob da die Sehnsucht des Zunftmeisters nach afrikanischer Wärme schon etwas durchbrach? – zog die Gesellschaft mit lautstarker Begleitung der beiden noch etwas «nackten» Guggenmusigen – sie hatten ihre prächtigen neuen Kleider noch nicht an – zurück ins Dorf, wo sich die Zünftler für einmal im «Schlüssel» zum Zmorge trafen.

Normalerweise findet dieser Anlass beim Zunftmeister zu Hause statt, aber da der aktuelle Chef Thomas Zanker aus Afrika, ehm ... aus Kerns kommt, zog man einen Treffpunkt in Alpnach vor. Spätestens am Nachmittag bei frühlingshaften Temperaturen dürften dann auch die anderen Afrikaner aus ihren Betten gekrochen sein.
 

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch