ALPNACH: Alpnach: Der neunte Sitz nährt viele Hoffnungen

24 Kandidaten wollen einen Kantonsratssitz. Ihre Wahlchancen sind grösser als anderswo, weil der Gemeinde ein Sitz mehr als bisher zur Verfügung steht.

Markus von Rotz
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Aufgrund des Bevölkerungswachstums hat Alpnach von Giswil einen Sitz im Kantonsrat geerbt (siehe Artikel links). Um die nun neun Sitze bewerben sich 20 Männer und 4 Frauen. Monika Brunner (CVP) kann aufgrund der Amtszeitbeschränkung von 16 Jahren nicht mehr antreten. Damit fehlt ihrer Partei die Spitzenkandidatin von 2010.

CSP stellt den Spitzenmann

Besser ist die Ausgangslage für die CSP, deren Zugpferde Leo Spichtig (mit 1285 Stimmen im 1. Rang vor vier Jahren) und Walter Wyrsch 4. Rang) wieder kandidieren – und damit gleichzeitig die Latte für ihre Parteikollegen hoch setzen. Doch mit ihrer grossen Parteistärke (siehe Kasten) von knapp 28 Prozent könnte vielleicht gar ein dritter Sitz drinliegen. Marginal grösser ist in Alpnach nur die Parteistärke der CVP mit 30 Prozent.

SVP auf dem letzten Platz

Die knapp stärkste Partei verlor vor vier Jahren mit dem abgewählten bisherigen Kantonsrat Daniel Stocker einen Sitz an die SVP. Deren Parteistärke von 20 Prozent ist die kleinste, gefolgt von 22 Prozent der FDP. Die SP trat 2010 nicht an, weshalb es keine aktuellen Angaben über ihr politisches Gewicht gibt. 2006 lag sie bei 14 Prozent, aber das reichte nicht mehr für einen Sitz im Kantonsrat. Die Hürde dürfte auch dieses Mal wegen der doch eher unbekannten Kandidaten hoch sein.

Zur SVP ist noch anzufügen, dass sie 2010 nur dank einem Restmandat (siehe Kasten) einen zweiten Sitz holen konnte, und den verdankte sie der Listenverbindung mit einer ihr nahestehenden Gruppierung namens Volksentscheide gelten. Ob die SVP nach dem Tod von Werner Birrer den zweiten Sitz halten kann, den vor ihm kurze Zeit Peter Renggli innegehabt hatte und dann Josef Wallimann einnehmen wollte, aber dann doch nicht übernahm, ist angesichts dieser Ausgangslage offen. Die Chancen Willy Falleggers (SVP), derzeit auch Mitglied der Ratsleitung, dürften aber intakt sein, hatte er doch 2010 von allen acht Gewählten das sechstbeste Ergebnis erzielt.

Hilft Gemeinderatsamt?

Interessant ist die Ausgangslage bei der FDP. Nach ihrer Parteistärke stünden ihr kaum mehr als die zwei bisherigen Sitze zu. Nun drängt die FDP mit jüngeren Kandidaten offensiv in den Kantonsrat. Der Bisherige Christian Limacher macht zudem zusätzlich als Gemeinderatskandidat auf sich aufmerksam, derweil der aktuelle Finanzchef Thomas Küchler wieder für den Kantonsrat kandidiert. Ob ihm sein Amt und die aktuelle Finanzlage der Gemeinde helfen, ist fraglich. Küchler holte schon 2010 weniger Stimmen als Limacher. Das Ergebnis der FDP wird stark davon abhängen, ob ihre jungen Kandidaten die Gleichaltrigen genug mobilisieren können. Auf ihrer Liste fällt zudem Martin Hug auf, Sohn von alt Kantonsratspräsident Walter Hug, der 2010 den 3. Rang aller Kandidaten von Alpnach erreichte.

Der eingangs erwähnte Nachteil, dass die CVP auf Monika Brunner verzichten muss, heisst nicht zwingend, dass die Partei um diesen Sitz bangen muss. Gut möglich, dass sie noch einen dritten holt, wofür ihre Parteistärke und der 2010 knapp an die SVP verlorene Sitz sprechen dürften. Zudem tritt die CVP mit bekannten Namen an, darunter auch der frühere Präsident der sehr aktiven Korporation Alpnach, Marcel Jöri.