ALPNACH: Als Menü jede Menge Spass

Am Anfang wars eine Bieridee. Jetzt haben die Städer Schränzer schon seit fünf Jahren ihren Helferverein. Der heisst «Menü 2».

Marion Wannemacher
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«Menü 2» unterstützt die Städer Schränzer wo immer es geht. Etwa auch beim Bereitstellen von «Apfeler»-Nachschub. (Bild: PD)

«Menü 2» unterstützt die Städer Schränzer wo immer es geht. Etwa auch beim Bereitstellen von «Apfeler»-Nachschub. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

Sie packen tatkräftig mit an, aber sie können auch zünftig feiern. Und auf jeden Fall haben sie jede Menge Spass zusammen, nicht nur an der Fasnacht. Die Rede ist von «Menü 2», dem Helferverein der Städer Schränzer. Während die Alpnacher Guggen dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern, gibt es «Menü 2» seit fünf Jahren.

«Am Anfang waren wir zu viert», erklärt Patrick Fallegger, der Aktuar. «Die meisten von uns waren früher aktiv und sind aus Zeitgründen aus den Städer Schränzern ausgeschieden. Aber wir haben immer noch Freude an der Guggenmusik und an der Fasnacht und wollten etwas machen.» So sei die Idee vom Helferverein entstanden. Der Name stehe für «zweites Glied», im Gegensatz zur «ersten Geige», die ja die Schränzer seien. Das sei der einzige vernünftige Name nach ein paar Bier gewesen, sagt Fallegger entschuldigend. Wirklich leid tut es ihm nicht.

Fans, die es in sich haben

Mittlerweile gehören zehn Mitglieder zu «Menü 2», der jüngste ist 24 Jahre alt, der älteste 57. Die Älteren seien nicht mehr beim Feiern an der Fasnacht, helfen aber tatkräftig beim Aufstellen. Zum Beispiel am Schränzerball, denn da gibt es immer die Bar von «Menü 2». Finanzieren kann sich der eingetragene Verein, der Statuten hat und sich jährlich zur GV trifft, über seine Einnahmen am Tschyfäräball. Auch im Sommer kommen sie zusammen: «Wir sorgen fürs Gönner-Grillieren, damit es die Gönner und die Schränzer gemütlich haben können.»

Was aber ist die Hauptaufgabe von «Menü 2»? Die eigenen Guggen als Fans anzufeuern. Dass dabei so manche lustige Geschichte herauskommt, versteht sich von selbst. «Einmal wollten wir die Schränzer in Steinhausen anfeuern», erinnert sich Patrick Fallegger. Unter den argwöhnischen Blicken der Mitreisenden sei man mit Riesenleinwand, Krawall und voll verkleidet in den Zug gestiegen. Nur eben leider eine Haltestelle zu früh ausgestiegen – man hatte auf das ortskundige Mitglied gehört. «Mit Ach und Krach schafften wir es noch einen Zug und dreissig Minuten später genau zu dem Kreisel, wo die Schränzer gerade spielten. Ein Postauto fuhr durch den Kreisel, nachdem es weg war, kamen wir mit Leintuch zum Vorschein. Die Schränzer, die überhaupt nicht mit uns gerechnet hatten, waren so perplex, dass sie Mühe hatten, sich nicht zu verspielen.»

Zehn Kilo Jasskarte

Solche Anekdoten gehen in die ungeschriebene Vereinsgeschichte ein. Aber auch an das Spiel mit dem Jasskarten-Kostüm erinnern sich die Städer Schränzer bestimmt noch heute: «Die Jasskarte musste jeden Tag jemand anders von ihnen anziehen. Sie war aus stabilem Stahl, überstand gar, dass sie einmal vom Taxi überrollt wurde und wog rund zehn Kilo», erzählt der 30-jährige Alpnacher. Jeden Tag habe sich eine neue zusätzliche Bedingung an das Tragen der Karte geknüpft. Wie beispielsweise nur mit links zu trinken. «Das war dann am Schluss schaurig schwer gewesen, alles einzuhalten», so Fallegger.

Fürs grosse Jubiläum der Schränzer hat «Menü 2» nicht viel geplant: Die eine oder andere spontane Überraschung ist jedoch nicht ausgeschlossen. «Seit zwei Jahren zahlen wir für Neumitglieder in Ausbildung oder Schule den halben Jahresbeitrag», berichtet der Aktuar, «damit die Fasnacht weiterlebt». Zum Jubiläum wird es eine spezielle Verkleidung geben, aber wie die aussieht, das wird noch nicht verraten.