ALPNACH: Anspruchsvoller Holzschlag an der A8 erfordert Seilsicherung

Nicht einfach umgesägt, sondern am Seil gesichert, gleiten im Zelgwald die Stämme zu Boden. Die Arbeiten dienen der Sicherheit der Strassenbenutzer.

Christoph Riebli
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Ein Forstwart sichert einen Baum neben der A 8. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 25. Januar 2017))

Ein Forstwart sichert einen Baum neben der A 8. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 25. Januar 2017))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

Dass der Forstbetrieb der Korporation Alpnach seit Montag entlang der A8 aktiv ist, mögen die einen oder anderen Autofahrer bereits bemerkt haben – oder zumindest, dass sie vor Ort auf einigen hundert Metern ihr Tempo auf 80 drosseln müssen. «Bäume, die bei einem Sturm die Verkehrssicherheit gefährden könnten, müssen entfernt werden», erklärt der zuständige Kreisforstingenieur des Kantons, Christoph Aeschbacher, die Notwendigkeit des Sicherheitsholzschlags. Dies geschehe im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (Astra). Das Augenmerk dabei liege besonders auf instabilen Bäumen und sogenannten Hänger-Bäumen in Schieflage.

Davon betroffen ist der Zelgwald zwischen der Grossen Schliere und dem Gebiet Wichel, respektive die A-8-Fahrspur Richtung Sarnen. Nur wenige Meter davon entfernt werden innert zwei Wochen 150 Kubikmeter Holz geschlagen. Eigentlich nicht sehr viel, oder? «Wir holzen bis zu 11'000 Kubikmeter im Jahr. 150 Kubikmeter sind also relativ wenig. Für das betroffene Waldstück ist es hingegen viel», relativiert der Alpnacher Revierförster und Betriebsleiter des Forstbetriebes, Rolf Wallimann.

Drei- bis vier- mal aufwendiger

Alles andere als regulärer Holzschlag seien die Arbeiten bei der Autobahn, erklärt Wallimann weiter. «Es ist sehr anspruchsvoll hier. Jeder Baum muss mit einem Seil gesichert werden, damit er nicht auf die Fahrbahn fallen kann.» Und: «Es ist rund drei- bis viermal aufwendiger, so zu arbeiten als normal.»

Zur Veranschaulichung: Zwar werden auch die Bäume bei der Autobahn mit der Motorsäge gefällt. Doch zuerst muss ein Forstwart auf den jeweiligen Stamm klettern und etwa auf halber Höhe ein Seil befestigen, das via Umlenk­rolle am Boden zu einem Traktor auf dem gesperrten Wanderweg führt. Erst dann wird ein Keil, der die Fallrichtung des Baumes bestimmt, aus dem Stamm gesägt. Nach dem finalen Schnitt von der Gegenseite – der Baum steht noch immer – betätigen die Forstarbeiter aus sicherer Entfernung die Seilwinde des Traktors mit einer Zugkraft von 13 Tonnen, die den Stamm mitsamt Ästen «überzieht» und krachend zu Boden stürzen lässt – natürlich in entgegengesetzter Richtung zur Autobahn.

«Rund 20 bis 30 Jahre» brauchen die nachwachsenden Bäume, bis ein weiterer Sicherheitsholzschlag nötig wird, schätzt Rolf Wallimann. Und was passiert mit dem geschlagenen Holz? Der grösste Teil werde in der Heizzentrale der Korporation als Energieholz verfeuert: «Es ist genug Holz, um die Anlage momentan etwa drei Tage zu betreiben.» Die schönsten Stämme aus dem Zelgwald werden hingegen zu Schnittholz weiterverarbeitet.

Übrigens: Auf der Gegenseite der Autobahn wurden diese Arbeiten bereits 2015 ausgeführt.