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ALPNACH: Auf diesem Schulweg lauert Gefahr

Der Unfall mit dem angefahrenen Kindergärtler mobilisiert die Eltern. Als «unzumutbarer» Schulweg wird die Brünigstrasse empfunden – auch von der Gemeinde.
Christoph Riebli
Die viel befahrene Brünigstrasse ist für die Kinder ein gefährlicher Schulweg. (Bild Corinne Glanzmann)

Die viel befahrene Brünigstrasse ist für die Kinder ein gefährlicher Schulweg. (Bild Corinne Glanzmann)

Christoph Riebli

«6-jähriger Kindergärtner auf dem Fussgängerstreifen angefahren.» Das teilte die Kantonspolizei Obwalden am vergangenen Mittwoch mit. Ein 64-jähriger Lieferwagenfahrer hatte morgens um 8.15 Uhr den Knaben in der Nähe des Restaurants Alpina erfasst und «mittelschwer» verletzt. Der genaue Unfallhergang wird derzeit von der Polizei untersucht.

IG setzt sich für Sicherheit ein

Fest steht: Der Unfall beschäftigt die Alpnacher. «Die Brünigstrasse ist als Schulweg unzumutbar», findet Benno Lottenbach, Sprecher der IG Schulwegsicherheit Alpnach und Vater zweier Kinder. Im letzten Herbst wurde die Interessengemeinschaft von etwa zehn Personen gegründet. Es sind mehrheitlich engagierte Eltern, die sich aufgrund vorangegangener Unfälle für mehr Sicherheit in Alpnach einsetzen. Nach dem jüngsten Unfall im Dorf ist die Zahl der IG-Sympathisanten auf 120 emporgeschnellt – via Facebook im Internet.

«Jetzt besteht Handlungsbedarf»

«Nach so einem Unfall dürfen wir nicht länger passiv abwarten, jetzt besteht Handlungsbedarf», sagt Benno Lottenbach. Konkret sollen kurzfristige Massnahmen geprüft werden, wie etwa der Einsatz von Schülerlotsen oder auch eine temporäre Überführung. Mit diesem Anliegen will die IG demnächst bei der Gemeinde vorsprechen.

«Es ist tatsächlich ein unzumutbarer Schulweg – zumindest beim Restaurant ‹Alpina›, wo der Unfall geschah», sagt Heinz Krummenacher auf Anfrage. Der Gemeindepräsident findet zwar, dass die Überquerung der Brünigstrasse auch Kindergärtnern zugemutet werden könne, aber nur, wenn die Strasse gut einsehbar sei. Gerade hier sieht er das Problem: «Wenn wie beim ‹Alpina› der Bus unmittelbar nach dem Fussgängerstreifen hält, können die Kinder gar nicht sehen, dass auf der Gegenfahrbahn Autos herannahen.» Für die Autofahrer gelte dasselbe, der Bus verdecke die Sicht auf den Fussgängerstreifen.

Auch er bejaht, dass Handlungsbedarf besteht. «Rechtlich gesehen, ist es Sache der Behörden, für genügend Sicherheit zu sorgen.» Mit Verkehrsexperten gelte es nun, Bodenmarkierungen bei der Bushaltestelle, etwa «Achtung Schulkinder», abzusprechen. Eher weniger realistisch findet der Gemeindepräsident die Idee einer provisorischen Überführung. Auch der Einsatz von Schülerlotsen auf der stark befahrenen Strasse sei fraglich. Er befürwortet die Ausdehnung bereits bestehender «Pedibusse», bei denen erwachsene Begleitpersonen den Kindern zu bestimmten Zeiten sicheres Geleit geben.

Tempo-30-Zone wahrscheinlich

Die Gemeinde und die IG Schulwegsicherheit werden sich dem Thema noch vertiefter annehmen. Und zwar in einer Arbeitsgruppe – deren Zusammensetzung wird diese Woche bekannt – zur Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes. Ein solches verlangt der Bund im Zusammenhang mit dem geplanten A-8-Vollanschluss (wir berichteten). «Damit der Vollanschluss realisiert werden kann, muss die Brünigstrasse entlastet werden», sagt Krummenacher zur Forderung von Bund und Kanton. Etwa mit einer Tempo-30-Zone auf einem Stück der Kantonsstrasse und einem Fahrverbot für den Schwerverkehr. «Das würde die Situation punkto Schulwegsicherheit dannzumal massiv entschärfen», ist er überzeugt. Im Herbst soll das Vollanschlussprojekt öffentlich aufgelegt werden. 2017 stimmen dann die Alpnacher über die flankierenden Massnahmen ab.

Hinweis

Kontakt zur IG Schulwegsicherheit via E-Mail: ig.schulwegsicherheit.alpnach@gmail.com

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