ALPNACH: Auf Stimmenfang unter Gleichen

Die Kandidaten für den Regierungsrat der FDP wollten am Samstag mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen. Es wurde ein Treffen unter Parteifreunden.

Primus Camenzind
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Die beiden Regierungsratskandidaten Maya Büchi-Kaiser (rechts) und Paul Federer (Zweiter von links) im Gespräch mit Parteikollegen. (Bild Primus Camenzind)

Die beiden Regierungsratskandidaten Maya Büchi-Kaiser (rechts) und Paul Federer (Zweiter von links) im Gespräch mit Parteikollegen. (Bild Primus Camenzind)

Anreise von Sarnen nach Alpnach: Das Auge des Verkehrsteilnehmers schweift von einem Wahlkampfplakat zum anderen. Die SVP, welche mit der FDP Obwalden um den freiwerdenden Sitz im Obwaldner Regierungsrat kämpft, beherrscht auf den Wiesen links und rechts der Strasse die Optik. Am Ziel angekommen – dort, wo die Kandidaten der FDP an diesem sonnigen Samstagnachmittag mit der Alpnacher Dorfbevölkerung ins Gespräch kommen möchten –, spricht Maya Büchi-Kaiser zum Wahlkampf, den sie und ihr Parteikollege Paul Federer führen, um am 9. März in die Regierung einzuziehen.

Politische Kleinarbeit am Stand

«Obwohl auch wir da und dort auf Wahlkampftafeln zu sehen sind, ist es vor allem für meine Person besonders wichtig, in jeder Gemeinde präsent zu sein und den Leuten die Gelegenheit zu geben, mich persönlich kennen zu lernen», betont die 51-Jährige. Sie und ihr Parteikollege, Landammann Federer, sind rund eine Stunde nachdem sie vor einem Lebensmittelgeschäft Stellung bezogen haben immer noch ausschliesslich von Parteifreunden umgeben. Wo bleibt die gesuchte Diskussion mit der Dorfbevölkerung, mit Leuten aller politischen und gesellschaftlichen Färbungen, denen die beiden FDP-Kandidaten ihre Argumente für einen liberalen Kanton und Staat beliebt machen wollen?

«Diese politische Kleinarbeit, die wir hier und heute verrichten, ist die Basis für den Erfolg, denn wir mit der Wahl in den Regierungsrat vielleicht ernten können», gibt Maya Büchi gelassen zu verstehen. Sie weist auch darauf hin, dass anderswo, beispielsweise am Vormittag in Kerns oder vor einer Woche in Sarnen, zahlreiche Menschen den FDP-Stand besucht hätten.

Kann Paul Federer, der bereits Amtsinhaber ist und einen grösseren Bekanntheitsgrad als seine Kollegin besitzt, für sie als Wahlkampfturbo agieren, denn schliesslich ist es – von der Wählerstärke her betrachtet – keineswegs zwingend, dass die FDP in der Obwaldner Exekutive zwei Sitze belegt? «Ich wünsche mir natürlich eine gewisse Sogwirkung für Maya Büchi, aber grundsätzlich sind Regierungsratswahlen Personenwahlen, und die Wählerstärke einer Partei ist deshalb sehr beschränkt massgebend», betont Federer.

Zu schönes Wetter

Die Zeit verstreicht weiter, mehr Leute treffen sich am FDP-Aktionsstand, aber es sind immer noch lauter Parteimitglieder. Dazu gehört Walter Hug, der frühere Kantonsrat und profunde Kenner der dörflichen Politszene. «Dass hier nur FDP-Mitglieder versammelt sind, wundert mich eigentlich gar nicht», gibt er unumwunden zu. «Das Wetter ist für solche Veranstaltungen viel zu schön. Die Leute haben schon am Morgen eingekauft. Sie sehen ja, dass fast niemand die umliegenden Läden besucht», begründet er.

Die Gelassenheit von Büchi und Federer, der Alpnacher Ortspartei und der übrigen, ebenfalls den Liberalen angehörenden Besucherinnen und Besucher ist ungebrochen. «Ist doch schön, dass wir von der Partei Anteil nehmen, wenn unsere neue Regierungsratskandidatin und der Landammann in Alpnach zu Besuch sind», meint Walter Hug zur Situation.