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ALPNACH: Bauernverband Obwalden: Landwirtschaft wird «auf dem Altar des Freihandels geopfert»

Dem Bauernverband Obwalden macht der neueste Agrarbericht des Bundesrates arg zu schaffen. Die Landwirtschaft werde «auf dem Altar des Freihandels geopfert», wird befürchtet.
Robert Hess
Die vier neuen Meisterlandwirte Markus Spichtig, Urs Rohrer, Stefan Eberli und Rony Jöri (von links) zusammen mit Esther Koller (Mitte), die mit einem Bachelor of Science Agronomie abschloss. (Bild: Robert Hess (Alpnach, 20. Februar 2018))

Die vier neuen Meisterlandwirte Markus Spichtig, Urs Rohrer, Stefan Eberli und Rony Jöri (von links) zusammen mit Esther Koller (Mitte), die mit einem Bachelor of Science Agronomie abschloss. (Bild: Robert Hess (Alpnach, 20. Februar 2018))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Vor dem Hintergrund von rund 300 Arbeitsplätzen führen wir unsere Generalversammlung durch», erklärte der Alpnacher Simon Niederberger, Präsident des Bauernverbandes Obwalden, am Dienstagabend. Neben hoch technisierten Arbeitsplätzen stehe an diesem Ort aber auch viel Kulturland für die Bauern zur Verfügung. Anlass zu diesen einleitenden Bemerkungen des Präsidenten war der Durchführungsort der GV: der Saal des öffentlichen Restaurants Alouette auf dem Militärflugplatz Alpnach.

Simon Niederberger machte in seinen Worten vor gegen 200 Personen, darunter zahlreiche Vertreter der Politik, keinen Hehl daraus, was die Obwaldner Bauern derzeit am meisten beschäftigt. Sorgen bereitet dem Bauernverband der Bericht des Bundesrates «Gesamtschau zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Landwirtschaft». Der Vorstand hatte Bundesrat Schneider-Ammann bereits Ende November einen Brief geschrieben, wonach «uns der nur zwei Monate nach der klaren Zustimmung des Schweizervolkes zum Verfassungsartikel über die Ernährungssicherheit erschienene Bericht stark getroffen und sehr nachdenklich gestimmt hat.»

Viel Verständnis für die Bauern

«Mit einer Öffnung der Grenzen und als deren Folge sinkende Produzentenpreise», so Niederberger, «kommen unsere Betriebe noch mehr unter Druck.» Die Bauernfamilien müssten noch mehr arbeiten, um das fehlende Einkommen durch zusätzlichen Nebenerwerb zu kompensieren. Mit der steigenden Arbeitsbelastung «wird auch der soziale Druck grösser, bis das Fass überläuft». Die Landwirtschaft «wird auf dem Altar des Freihandels geopfert», befürchtet Niederberger.

Verständnis für die Lage der Bauern zeigten Frau Landammann Maya Büchi und später auch Nationalrat Karl Vogler. «Der Regierungsrat setzt sich für gute Rahmenbedingungen ein, um den Bauernfamilien ein angemessenes Einkommen zu sichern», sagte Büchi. Einerseits sollen die gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Bauern, wie die Pflege der Landschaft, sowie die Aufwendungen für Strukturverbesserungen durch Direktzahlungen abgegolten werden. Andererseits sollen landwirtschaftliche Produkte kostendeckende Preise erzielen können. Weiter erwähnte Büchi, dass die Finanzstrategie des Kantons die Landwirtschaft «fast unbehelligt gelassen hat.»

Dass die neue Agrarpolitik, die AP 20/22, zu massiven Einkommensreduktionen führen würde, stellte Nationalrat Karl Vogler nicht in Abrede. Für Obwalden komme hinzu, dass aufgrund der Strukturen Betriebsvergrösserungen praktisch nicht möglich seien. Er hofft auf eine Rückweisung des Berichts im Parlament. Weiter machte Vogler auf Initiativen wie «Sauberes Trinkwasser» aufmerksam, die für die Landwirtschaft bei einer Annahme von sehr grosser Tragweite seien. Hier knüpfte auch Urs Schneider, Vizedirektor des Schweizerischen Bauernverbandes, an: «Solche Initiativen müssen sehr früh und nicht erst einige Monate vor der Abstimmung bekämpft werden.»

Präsident mit Beifall im Amt bestätigt

Die statutarischen Geschäfte wurden an der GV alle diskussionslos und einstimmig verabschiedet. Darunter der Jahresbericht sowie alle Jahresrechnungen. Simon Niederberger wurde sowohl im Vorstand wie auch als Präsident bestätigt.

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