Alpnach: Die Kleine Schliere wird gezähmt und das Budget ist angenommen

Die Alpnacher stimmen deutlich dem Hochwasserschutzprojekt und dem Budget klar zu. Beide Vorlagen wurden mit über 65 Prozent angenommen.

Matthias Piazza
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Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von fast 66 Prozent (962 Ja zu 496 Nein) haben die Alpnacher am Sonntag die Vorlage zur Zähmung der Kleinen Schliere angenommen – dies bei einer Stimmbeteiligung von 35,6 Prozent.

Der Hochwasserschutz der kleinen Schliere kann ausgebaut werden. (Bild: Boris Bürgisser, Alpnach, 10. Juli 2019)

Der Hochwasserschutz der kleinen Schliere kann ausgebaut werden. (Bild: Boris Bürgisser, Alpnach, 10. Juli 2019)

Gemeinderätin Regula Gerig zeigte sich erfreut über das deutliche Bekenntnis der Alpnacher zum Hochwasserschutzprojekt. Auch wenn wohl niemand einem Hochwasser ausgeliefert sein wolle, erachte sie das Resultat nicht als selbstverständlich. «Bürger kritisierten im Vorfeld die Höhe des Bruttokredits von 35,3 Millionen Franken.» Wohl müsse die Gemeinde nicht alles zahlen, doch sei der Kostenschlüssel in der Tat noch nicht definiert.

Der Bund zahlt mindestens 35 Prozent an die Kosten. Regula Gerig ist zuversichtlich, dass der Bund den höchstmöglichen Subventionsbeitrag von 65 Prozent zahle, insbesondere wenn die Kriterien der Schwerfinanzierbarkeit erfüllt seien, was alleine 20 Prozent ausmache.

Kantonsrat befindet im März über Kantonsbeitrag

Mit einem Entscheid rechnet sie frühestens Ende des kommenden Jahres. Bereits im März soll der Obwaldner Kantonsrat über die Höhe des Kantonsbeitrages befinden, welcher zwischen 21,5 und 30 Prozent betragen wird. Wenn nicht Einsprachen das Projekt verzögern, sollten im Herbst 2021 die vier- bis sechsjährigen Bauarbeiten starten können.

Aktuell leben rund 3800 der 6000 Alpnacher im Gefahrengebiet. Um grosse Wassermassen zu leiten und den Schlierenkanal zu entlasten, werden im Gebiet Chlewigen oberhalb von Alpnach lenkende Bauten entstehen. Der Kanal wird verstärkt und instand gestellt. An diversen Brücken werden Schutzbauten erstellt. Ab dem Sammler Städerried bis zur Seemündung wird der Kanal zurückgebaut und verbreitert, mit einem Damm neu gesichert und ökologisch aufgewertet.

Interessierte können sich durch Informationstafeln an zwölf Schlüsselstellen entlang der Kleinen Schliere ein Bild vom Projekt machen. Seit bald 20 Jahren beschäftigt sich eine Planungsgruppe mit dem in die Jahre gekommenen Schlierenkanal und dem Hochwasserschutz für Alpnach.

Eine Dreiviertel-Mehrheit beim Budget

Relativ unbestritten war das Budget 2020 mit einer halben Million Franken Defizit bei einem Aufwand von etwa 25,7 Millionen Franken. Investitionen sind in der Höhe von etwa 4,3 Millionen Franken (netto) geplant. Die Vorlage wurde mit fast 75 Prozent (1083 Ja zu 363 Nein), angenommen bei einer Stimmbeteiligung von 35,5 Prozent.