Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALPNACH: Die neuen Kabinen sind bereits bestellt

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Die neue Luftseilbahn Lungern-Turren soll am 1. Mai 2016 eröffnet werden. Investor Theo Breisacher hatte deshalb die Weichen schon vor der Gründung seiner neuen AG gestellt.
Robert Hess
Investor Theo Breisacher (79). (Bild: Keystone)

Investor Theo Breisacher (79). (Bild: Keystone)

«Wir durften zur Rettung dieses schönen Erholungs-und Freizeitgebietes in Lungern keine Zeit verlieren», erklärt der 79-jährige Unternehmer Theo Breisacher, der 1966 die Alpnach-Norm-Gruppe gegründet und zum Erfolg geführt hatte. Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung der beteiligten Parteien am 19. April und nach eigenen Abklärungen habe er sich zu einem Engagement als Investor entschlossen, falls seine Bedingungen erfüllt würden, sagt Breisacher im Gespräch mit unserer Zeitung.

Kinderparadies geplant

Seine Vorstellungen waren klar: «Ich wollte die Luftseilbahn mit zwei neuen komfortablen 35er-Kabinen ausstatten, eine neue Steuerung einbauen, die übrigen Anlagen der Bahn revidieren und modernisieren, die Talstation sanieren und direkt daneben ein neues Verwaltungsgebäude mit Mietwohnungen bauen sowie auf Turren bis 2017 ein neues Ausflugsrestaurant mit Sonnenterrasse, Seminarräumen und Übernachtungsmöglichkeiten realisieren.» (Ausgabe vom 25. Juli). Das Gebiet Turren will Breisacher sanft zum Erholungs- und Freizeitort ausbauen. «Kinder, Familien, Wanderer, Senioren wie auch junge Leute sollen sich hier wohl fühlen.» Er plant beispielsweise auf rund 5000 Quadratmetern ein Kinderparadies für den Sommer und Winter.

Auf eigenem Grund und Boden

«Dieses Projekt», so betont Breisacher, «wollte ich auf eigenem Grund und Boden realisieren. Das war eine wichtige Bedingung für mein Engagement.» Im Klartext: Die am 20. Juli mit einem Aktienkapital von 5 Millionen Franken gegründete LTB Lungern-Turren-Bahn AG kaufte von der Teilsame Lungern-Obsee drei Parzellen Land, auf denen die Gebäude im Tal, inklusive grosser Parkplatz, sowie die Bauten auf Turren stehen werden. Die Ausnahme: Bis 2075 bleiben die drei Parkplätze an der Talstation im Baurecht.

Theo Breisacher rechnet mit Gesamtinvestitionen von rund 8,5 Millionen Franken. Klar ist: Breisacher ist nicht einer der Investoren, wie in letzter Zeit zu hören war, «sondern der einzige», bestätigt er auf Nachfrage. Er ist Alleininhaber und VR-Präsident der neuen LTB Lungern-Turren-Bahn AG. Weitere Verwaltungsratsmitglieder sind Tochter Brigitte Breisacher, CEO und Inhaberin der Alpnach-Norm-Gruppe, sowie der Sarner Rechtsanwalt Robert Ettlin.

Garaventa liefert die Kabinen

Als Alleininvestor hatte Theo Breisacher bereits rund zwei Wochen vor der Gründung der AG die Weichen gestellt und Verträge unter dem Vorbehalt abgeschlossen, dass alle Voraussetzungen für das Zustandekommen der «Rettungsaktion» bis spätestens 31. Juli erfüllt sind. «Nach der Gründung der neuen AG konnte ich nun die Verträge definitiv unterzeichnen», sagte Breisacher. So sind bei Garaventa zwei neue Kabinen bestellt und auch der Auftrag für die neue Steuerung ist bereits an die Firma Frey AG Stans erteilt worden. Zusammen mit den Revisions- und Modernisierungsarbeiten der bestehenden Anlage werden allein in die Luftseilbahn über 2 Millionen Franken investiert. Für den geplanten ganzjährigen Betrieb der Luftseilbahn Lungern-Turren ist die neue AG verantwortlich. Sie führt die Bahn und stellt die leitende Person sowie die übrigen Mitarbeiter an. Das Ausflugsrestaurant auf Turren soll durch einen Pächter oder Geranten geführt werden, erklärt Breisacher. Bis zur Eröffnung des neuen Restaurants wird auf Turren ein Verpflegungsprovisorium in speziellen Containern eingerichtet.

Warum nicht bis Schönbüel?

Weshalb hat Breisacher nicht gleich auch die zweite Sektion mit dem Sessellift gekauft? «Wir haben diese Variante geprüft», antwortet Breisacher, «doch sie rechnet sich überhaupt nicht. Die Investitionskosten und vor allem die Betriebskosten in diesem zu kleinen Skigebiet wären zu hoch. Und Skigebiete gibt es in der Region genug.»

Etwas vom Erfolg zurückgeben

Theo Breisacher ist sich bewusst, dass seine Investition für die Rettung der Luftseilbahn Lungern-Turren und den Ausbau als Erholungs- und Freizeitgebiet kaum finanziellen Gewinn abwirft. «Dies ist auch nicht mein Ziel», sagte der Unternehmer. «Ich habe mich vor einigen Jahren zusammen mit meiner Frau Inge entschlossen, als Dank für alles das, was wir seit 1966 in Obwalden erfahren und erleben durften, etwas an die Region zurückzugeben.»

Dazu gehört die 2008 gegründete Breisacher-Stiftung, die den Zweck hat, das Handwerk zu fördern und junge erfolgreiche Berufsleute mit Prämien zu belohnen. Bisher sind so rund 1,5 Millionen Franken aus dem Ertrag des Stiftungskapitals ausbezahlt worden. 2013 hat Breisacher die Tebrag-Stiftung gegründet mit dem Zweck, in Obwalden komfortable und altersgerechte Wohnungen zu bauen und zu erschwinglichen Mietpreisen anzubieten.

Keine Beiträge von Behörden

Nun kommt Breisachers Engagement in Lungern hinzu, «nachdem ich gesehen habe, dass die Gemeinde und die Bevölkerung die Luftseilbahn und das Erholungs- und Freizeitgebiet Lungern–Turren–Schönbüel am Leben erhalten möchten», erklärt der Investor. Durch seinen finanziellen Einsatz ohne Gewinnabsichten kann das Projekt ohne Beiträge des Kantons und der Gemeinde verwirklicht werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.