Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALPNACH: Die Schorieder «Orchidee» ist verblüht

Mietzinsrückstand, Verluste und kaputtes Inventar: Verwaltungsrat Hans Rohrer ist froh, dass zum Kapitel Restaurant Orchid Siam in der früheren «Rose» endlich ein Schlussstrich gezogen werden konnte.
Markus von Rotz
Obwohl kein öffentliches Gasthaus mehr, trägt die «Rose» wieder den alten Namen. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 23. November 2017))

Obwohl kein öffentliches Gasthaus mehr, trägt die «Rose» wieder den alten Namen. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 23. November 2017))

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldner.ch

So hätte es Hans Rohrer gerne öfter: In der früheren «Rose» in Schoried traf sich die Älplergesellschaft zum Morgen-, Mittag- und Abendessen an der kürzlichen Älplerchilbi. Das angelieferte Essen wurde vor Ort zubereitet. Die Älpler hatten das frühere Restaurant gemietet, das für die Öffentlichkeit künftig in dieser Form nicht mehr offen sein wird. Er habe «viel Lob» erhalten, sagt Rohrer.

Nun zieht Hans Rohrer, einziger Verwaltungsrat der Hausbesitzerin Roros AG, einen Schlussstrich unter eine eher unrühmliche jüngste Vergangenheit mit dem vor drei Jahren eröffneten Restaurant Orchid Siam, zu deutsch thailändische Orchidee. In diesem Januar hatten die Pächter noch umgebaut und eine Wiedereröffnung auf März angekündigt, das aber nicht in die Tat umgesetzt. Das «Orchid Siam» war nur mehr an wenigen Tagen offen, dann verschwanden die Mieter – und tauchten Ende September wieder auf: vor Gericht. Hans Rohrer hatte gegen sie namens der Roros auf Mieterausweisung beim Kantonsgericht Obwalden geklagt. Er verlangte die Räumung des Lokals «innert angemessener Frist», Busse bei Widerhandlung und «polizeiliche Hilfe» auf Kosten der Mieterin für den Fall, dass sie nicht innert der richterlich angesetzten Frist ausziehen würde. Hauptaktionär der Roros AG ist der 66-jährige, in Kanada wohnhafte Sachsler Hermann Rohrer, ein entfernter Verwandter von Hans Rohrer.

Am 27. September trafen sich die Parteien vor der Kantonsgerichtspräsidentin III und schlossen einen Vergleich ab: Das Ausweisungsbegehren wurde zurückgezogen, die Vermieterin durfte einen eingebauten Herd übernehmen, musste aber die Gerichtskosten von 600 Franken tragen.

Das kleinere Übel gewählt

Das tönt nach einer Niederlage für die Roros. Das sei es auch, bestätigt Rohrer. Aber statt noch mehr Geld zu verlieren, habe er das kleinere Übel gewählt, um möglichst nichts mehr mit den Mietern zu tun zu haben. Geld war ohnehin nicht mehr reinzuholen, wie er einsehen musste. Zudem war das Lokal laut Rohrer am Ende «sehr schmutzig, vieles kaputt, der grösste Teil des Inventars fehlte». Die Roros hat im übrigen ein Betreibungsgesuch eingereicht. Sie prüft laut Rohrer zudem einen Strafantrag gegen die ausgewiesene Mieterin Luscious GmbH beziehungsweise deren Geschäftsführerin.

«Offensichtlich ist es sehr schwierig, hier mit einem Restaurant Geld zu verdienen», fasst Hans Rohrer die diversen Wechsel in den vergangenen Jahren im Restaurant und im Untergeschoss (Bar, Laden usw.) zusammen. Er ziehe daraus die Konsequenzen: «Ein Restaurant wird es wohl vorerst nicht mehr geben.» Alle Räumlichkeiten können aber für Anlässe aller Art gemietet werden. Sollte sich doch wieder ein geeigneter Pächter finden – sei es fürs Ganze oder nur das kleine «Rosen-Stübli» – bleibe das möglich. Im Untergeschoss kann sich Rohrer «höchstens ein Vereinslokal vorstellen». Die ­Älplerkilbi könne im nun wieder als «Rose» beschrifteten Haus auch künftig stattfinden, sagt er.

Auch bei geschlossenem Lokal besser als vorher

Er verliere mit einem geschlossenen Lokal dank weniger Fixkosten weniger Geld als mit einem offenen, räumt Hans Rohrer ein. Der aus einem Vertrag durch den vormaligen Verwalter festgelegte Mietzins sei «massiv zu tief gewesen, um die Kosten zu decken». Selbst die Mietzinskaution von 4500 Franken hätte da nicht geholfen – zudem wurde diese vom Gericht der Mieterin zugesprochen. Rohrer akzeptierte auch das, weil es ihm vor allem ein Anliegen war, sie loszuwerden. Dank dem Gericht sei ihm wenigstens das gelungen. Warum die Mieterin vor rund einem Jahr noch umbaute und dann nicht mehr öffnete, ist auch Rohrer ein Rätsel.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.