ALPNACH: Die Weichen für ein neues Alterszentrum sind gestellt

Das 1993 eröffnete Alterszentrum Allmend hat heute zu geringe Kapazitäten. Für einen Neubau hat die Korporationsversammlung einem Landverkauf an die Stiftung Betagtenheim Alpnach zugestimmt.

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Auf der Parzelle im Vordergrund soll auf einer Fläche von rund 4400 Quadratmetern das neue Alterszentrum der Stiftung Betagtenheim entstehen. Auf dem Bild im Hintergrund links das bestehende Alterszentrum. (Bild: Robert Hess (Alpnach, 2. Mai 2017))

Auf der Parzelle im Vordergrund soll auf einer Fläche von rund 4400 Quadratmetern das neue Alterszentrum der Stiftung Betagtenheim entstehen. Auf dem Bild im Hintergrund links das bestehende Alterszentrum. (Bild: Robert Hess (Alpnach, 2. Mai 2017))

Für die Sicherung der künftigen Altersbetreuung in Alpnach kommt der Korporation als bisherige Baurechtsgeberin und Landbesitzerin im Quartier eine grosse Bedeutung zu. Darüber liess Korporationspräsident Walter Hug am Dienstagabend vor rund 90 Anwesenden im Pfarreizentrum Alte Post keine Zweifel offen. «Wir sind uns dessen bewusst und wollen einen wichtigen Beitrag zu Gunsten der Allgemeinheit leisten.» So weiche der Korporationsrat im übergeordneten Interesse gegenüber der Öffentlichkeit gar von seinem seit 15 Jahren eingehaltenen Grundsatz «Kein Verkauf von Korporationsgut» ab und beantrage der Versammlung den Verkauf von Land.

Weshalb ein Neubau? Das 1993 eröffnete Alterszentrum Allmend, das von der Stiftung Betagtenheim Alpnach erstellt wurde, weist eine Kapazität von rund 40 Betten auf. Aufgrund der demografischen Entwicklung besteht laut Stiftungsrat heute ein Bedarf von rund 80 Pflege- und Betreuungsplätzen. Eine Erweiterung am bestehenden Ort sei nicht möglich, sodass sich die Stiftung seit längerem für die Realisierung eines Neubaus nach andern Grundstücken in der Gemeinde umgesehen habe, erklärte Korporationspräsident Hug. «Doch ohne Erfolg.»

Über drei Vorverträge zwischen der Korporation und der Stiftung Betagtenheim hatte die Korporationsversammlung am Dienstagabend zu entscheiden. Über das Geschäft informierte Bauchef Urs Spichtig umfassend. Klar hielt er fest, dass sowohl die drei Vorverträge wie die folgenden Hauptverträge «ein Ganzes sind» und nicht einzeln abgeschlossen werden können. Zwei bestehende unentgeltliche Baurechte zu Gunsten der Stiftung von unterschiedlicher Dauer, die aufzulösen und abzugelten waren, verkomplizierten das Geschäft. Denn die Stiftung bewertete die Finanzierung eines neuen Bauvorhabens mit einem Baurecht als «nicht interessant» und wollte von der Korporation deshalb Bauland kaufen.

Drei Vorverträge genehmigt

Nachdem der Antrag eines Bürgers auf geheime Abstimmung sowie Rückweisung der Vorlage grossmehrheitlich abgelehnt worden war, stimmte die Versammlung folgenden drei Vorverträgen zu:

 

 

Zwei Betriebe können erweitern

Diskussionslos wurde ein weiteres Geschäft über die Auflösung und den Neuabschluss von Baurechten genehmigt. Dieses ermöglicht den Firmen Walter Küng AG, Alpnach, und Hans Rohrer, Sachseln, ihre Betriebe im Chilcherli auszubauen. So wird die Firma Küng eine neue Werkhalle erstellen, und Hans Rohrer wird die alte Werkhalle Küngs kaufen.

Ohne Gegenanträge genehmigte die Korporationsversammlung ferner einen Rahmenkredit von 500000 Franken für den weiteren Ausbau des Fernwärmeleitungsnetzes. Gutgeheissen wurde der Um- und Aufbau der Alphütte Tumli im Betrag von 195000 Franken.

Einstimmig gutgeheissen wurde auch die Rechnung 2016, die einen Gewinn von 93500 Franken aufweist (Vorjahr 85000). Die ordentlichen und ausserordentlichen Abschreibungen betragen rund 1,5 Millionen Franken. 300000 Franken wurden für den geplanten Forstwerkhof Chilcherli zurückgestellt, für den der Gemeinderat im März die Baubewilligung erteilt hat, wie Korporationspräsident Walter Hug bekanntgab. Er soll 2018 in Betrieb genommen werden.

 

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch