ALPNACH: Frauen zeigen Zusammenhalt

Geburtstagswetter, gut gelaunte Gäste, ein feines Essen und eine GV mit stimmiger Jodelmusik – so feierte die Frauengemeinschaft am Sonntag ihr 150-Jahr-Jubiläum.

Marion Wannemacher
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Marie-Pierre Böni, Präses der Frauengemeinschaft, mit Pfarrer Thomas Meli. (Bilder: Marion Wannemacher (Alpnach, 21. Mai 2017))

Marie-Pierre Böni, Präses der Frauengemeinschaft, mit Pfarrer Thomas Meli. (Bilder: Marion Wannemacher (Alpnach, 21. Mai 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

 

«Ich bin ein bisschen nervös», gesteht Romy Keller, Präsidentin der Frauengemeinschaft Alpnach, nach einem Blick in die Runde. «So viele ehemalige Präsidentinnen sind heute hier.» Für einmal tagt die Frauengemeinschaft mit ihrer Generalversammlung an einem Sonntag. Der mit über 800 Mitgliedern grösste Verein im Dorf feiert seinen 150. Geburtstag. Die Stimmung der Gäste und Mitglieder im Pfarreizentrum ist so gut wie das Wetter. Die Frauen lassen sich von der Männerriege und der Tschyfärä-Zunft, die ums leibliche Wohl besorgt sind, bedienen. Gefeiert wird ausserdem mit einem feinen Essen und einem Dankgottesdienst am Nachmittag. Die Jodlerfamilie Renggli aus dem Entlebuch sorgt für den musikalischen Rahmen.

Aus den Jahresberichten der Präsidentin Romy Keller, der Frauentreff-Leiterin Marianne Wüthrich und der Leiterin des Familientreffs, Barbara Wallimann, wird deutlich, wie abwechslungsreich sich das Vereinsleben der Frauengemeinschaft gestaltet mit Ausflügen, Weiterbildungen und geselligen Anlässen. Während man sich auf einer neu gestalteten Website präsentiert, fand die Gründung vor 150 Jahren ohne Mails und Telefon und Chats statt, erinnert Marie-Pierre Böni, Präses der Frauengemeinschaft, in einem Grusswort. «Man hat sich einfach getroffen. Damals haben sich die Frauen mit viel Power auf den Weg gemacht. Man hat erstmals versucht, vom Herd wegzukommen und sich für eine bessere Welt zu engagieren.»

Emotionaler Moment für die Präsidentin

Romy Keller stösst beim Apéro mit ihrer Vizepräsidentin Irma Langensand auf die Pionierinnen ihres Vereins an. «Ich finde es grossartig, wenn man sieht, welchen Mut die Frauen gehabt haben, wo sie doch unter der Fuchtel ihrer Männer standen. Für mich ist es heute ein emotionaler Moment», sagt sie. Irma Langensand betont, wie gern sie im Vorstand arbeitet. Sie leitet die Betreuergruppe, die Besuchsdienste leistet. «Wir bekommen viele Rückmeldungen, dass unsere Besuche geschätzt werden», freut sie sich.

In Feierlaune ist auch Pfarrer Thomas Meli. «Ich bin sehr stolz, dass wir hier einen der ältesten kirchlichen Vereine haben», sagt er und strahlt. «Es ist sehr wichtig, dass der Verein offen ist und ein gutes Netzwerk bietet, gerade auch für Neuzuzüger, um Anschluss zu finden.» Präses Marie-Pierre Böni pflichtet ihm bei: «Die Mitmenschlichkeit wird in der Frauengemeinschaft grossgeschrieben. Wir haben einen sehr guten Vorstand und ganz starke Männer dahinter, die die Frauen unterstützen, das dürfen wir nicht vergessen.» Barbara Wallimann freut sich: «Schön, dass ich meine drei Kinder mit an die Anlässe nehmen kann. Im Familientreff sieht man alte und neue Gesichter.» Marianne Wüthrich lobt: «Die FG ist einfach ein sehr toller Verein, er zeigt den Zusammenhalt im Dorf.» Andrea Dahinden ist seit 15 Jahren im Verein dabei: «Man lernt hier ganz viel Frauen kennen, die am Dorfleben teilnehmen.» Am Anfang sei sie eher mit ihren beiden Söhnen gekommen, «mittlerweile nehme ich mehr an Anlässen für mich teil», erzählt Natascha Vankann.

Kantonsratspräsident und Gemeinderat Willy Fallegger lobt die Freiwilligenarbeit der Frauen mit Betreuung von Kleinkindern bis zu den Eltern am Lebensabend. Gemeinderätin Regula Gerig wünscht dem Verein, «dass Sie immer wieder die Frauen begeistern können und gleichzeitig die Mitarbeit im Verein eine Chance für jede Frau ist, die Plattform und Vorstandsarbeit zu nutzen, damit wir mehr Frauen in der Politik haben». Andrea Imhof, Präsidentin des Frauenbundes Obwalden, zeigt sich stolz, «einen der schweizweit ältesten Frauenvereine im Kanton zu haben». Sie wünscht ihm weiterhin «viele Freiwillige, die sich für Verein und Dorf einsetzen». Und als Vizepräsidentin des Frauenbundes wünscht Christine Stauber, «dass auch die nächsten 150 Jahre FG Alpnach so voller Power sind.»