ALPNACH: Gemeinderat sorgt sich um Fluglärm

Die Gemeinde hält ein wachsames Ohr in Richtung Militärflugplatz. Der Fluglärm dürfe nicht zunehmen, schreibt der Gemeinderat an den Bund. Die SP fordert gar eine Lärmkommission.

Adrian Venetz
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Das PC-7-Team übt über dem Dorf für eine Vorführung zum 75-Jahr-Jubiläum des Flugplatzes. (Bild: Robert Hess (Alpnach, 12. Mai 2017))

Das PC-7-Team übt über dem Dorf für eine Vorführung zum 75-Jahr-Jubiläum des Flugplatzes. (Bild: Robert Hess (Alpnach, 12. Mai 2017))

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Wiederholt hat die SP Alpnach im «Alpnacher Blettli» ihre Sorgen geäussert zum Fluglärm. Die bisherigen Reaktionen des Gemeinderats stiessen bei der Partei auf wenig Anklang. Offensichtlich, so schrieb die SP, laute die Devise des Gemeinderats: «Ohren zu, Augen zu und nichts sagen.» Diesen Vorwurf lässt Gemeindepräsident Heinz Krummenacher nicht auf sich sitzen. Im aktuellen «Alpnacher Blettli» schreibt er, dass der Gemeinderat das Thema Lärm sehr wohl ernst nehme.

Krummenacher verweist unter anderem auf eine schriftliche Stellungnahme zu Handen des Bundes. Darin äussert der Gemeinderat seine Bedenken bezüglich einer Erweiterung der ­Helikopter-Landeplätze. Die Luftwaffe als Betreiberin des Militärflugplatzes will nämlich die Fläche für die Helikopterplätze sanieren und leicht vergrössern. Der Bund hat dies bereits bewilligt. Grund sind die engen Platzverhältnisse, was bereits «mehrfach zu Zwischenfällen auf der Helikopterbasis» geführt habe, wie es in einem Bericht heisst. Die Armasuisse als Gesuchstellerin hält zwar fest, dass diese Erweiterung lediglich der Sicherheit diene. Zu einer Zunahme der Flugbewegungen führe dies nicht – folglich auch nicht zu mehr Lärm. Ohnehin seien ja die maximal zulässigen Flugbewegungen klar ­reglementiert.

Trotz Akzeptanz Bogen nicht überspannen

Ganz zufrieden ist der Alpnacher Gemeinderat mit diesen Informationen nicht, wie Heinz Krummenacher gegenüber unserer Zeitung sagt. Er hält fest, dass die Akzeptanz der Helikopterbasis in der Alpnacher Bevölkerung nach wie vor hoch ist. Allerdings warnt er davor, beim Militärflugplatz den Bogen zu überspannen. Krummenacher spricht dabei auch die markante Zunahme der Flugbewegungen von Flugzeugen an (PC-6 und PC-7). Dies zumindest habe die Alpnacher «IG Lärmbegrenzung» festgestellt. Diesen Befürchtungen hat der Gemeinderat Rechnung getragen und in seiner Stellungnahme festgehalten: «Es wird befürchtet, dass die Zunahme dieser Flugbewegungen, die nichts mit der Helikopterbasis zu tun haben, ein Indikator für eine sich in Gang befindende Verlagerung der allgemeinen militärischen Flugtätigkeit von anderen Flugplätzen nach Alpnach sei.» Die Luftwaffe zerstreute zwar solche Bedenken und bestritt laut Krummenacher eine Zunahme von Flugbewegungen. Enttäuscht zeigt sich der Gemeinderat aber, dass der Bund auf eine ganze Reihe Anmerkungen und Fragen gar nicht eingegangen sei – dies betreffe etwa eine Aktualisierung des Lärm­katasters von 2000 sowie einen Ausblick aufs Ausmass des künftigen Flugbetriebs in Alpnach.

«Unsere Einwände haben eher präventiven Charakter», sagt Krummenacher gegenüber unserer Zeitung. Im Gespräch mit der Bevölkerung spüre er – bei aller Akzeptanz dem Flugplatz gegenüber – eine gewisse Verunsicherung, was den künftigen Fluglärm angeht. «Das müssen gar nicht unbedingt Flugzeuge sein, die in Alpnach starten oder landen. Es genügt schon, wenn Jets des Militärflugplatzes Emmen im angrenzenden Luftraum ihre Manöver abhalten», so Krummenacher.

Der Gemeinderat wolle einfach ein Signal an die Adresse von Armee und privaten Unternehmen senden, dass es nicht angehe zu denken: «Die Alpnacher sind sich Fluglärm gewohnt, dann fallen hier ein paar zusätzliche Flugübungen nicht gross ins Gewicht.» Weiter gibt Krummenacher zu bedenken, dass die Alpnacher auch von der A 8 und der Brünigstrasse sowie vom Zivilflugplatz Kägiswil so einiges an Lärm mitbekommen.

Lärmkommission «bringt nichts»

Die SP regte in diesem Zusammenhang gar die Gründung einer Lärmkommission in der Gemeindeverwaltung an. Davon hält Heinz Krummenacher wenig. «Das generiert nur Verwaltungsaufwand und Kosten – und bringt letztlich nichts.» In Bezug auf den Fluglärm sei es nun mal so, dass – solange sich Armee und private Unternehmen an die gesetzlichen Bestimmungen hielten – die Gemeinde Alpnach «nicht viel mehr machen kann, als ein Zeichen zu setzen». Nichtsdestotrotz begrüsse er es, wenn sich die Alpnacher Bevölkerung aktiv mit dem ­Thema Lärm befasse.