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ALPNACH: Helikopter können künftig trotz Nebel sicher landen

Viele Helikoptereinsätze werden durch schlechte Sicht eingeschränkt oder gar verunmöglicht. Dies soll sich ändern. Dazu beteiligt sich die Schweizer Armee an einem internationalen Projekt.
Visualisierung zur Lageorientierung aus Sicht des Piloten. (Bild: Schweizer Armee/VBS)

Visualisierung zur Lageorientierung aus Sicht des Piloten. (Bild: Schweizer Armee/VBS)

Auf der Älggialp in Sachseln herrschte diese Woche reger Flugbetrieb mit Helikoptern. Aber keine Sorge: Der geografische Mittelpunkt der Schweiz soll nicht etwa zu einem Gebirgslandeplatz ausgebaut werden. Die Alpweiden werden auch künftig den Kühen und Rindern und die Wege den Wanderern gehören.

Die erwähnten Flugversuche mit zwei speziell ausgerüsteten Helikoptern auf der Älggialp sind Teil eines internationalen Projektes zur Erprobung von Systemen, die dereinst das Fliegen und vor allem auch das Landen bei schlechter Sicht erlauben. Im Älggi wurde der Umgang mit dem Problem des «White out» getestet – der Einschränkung der Sichtverhältnisse durch aufgewirbelten Schnee. An den Versuchen waren rund 60 Personen aus den USA, Grossbritannien, Deutschland und der Schweiz beteiligt, wie es am Donnerstag an einer Medienkonferenz auf dem Flugplatz Alpnach hiess.

Technologie kann Abhilfe schaffen

Vom Rotor aufgewirbelter Schnee ist nur eine von etlichen Ursachen, die den Helikopterpiloten das Landen erschweren oder verunmöglichen können. Nacht, Nebel, Dunst, Wolken, Stürme, Regen, Schneefall oder Rauch sind weitere. Für die Passagiere von Verkehrsflugzeugen gilt das Starten und Landen auch bei solchen Bedingungen als selbstverständlich, doch ist das stets eine Reise von einem entsprechend ausgerüsteten Flugplatz zum andern. Völlig anders kann sich die Situation beispielsweise bei Heli-Einsätzen im Gebirge präsentieren. «Viele Helikoptereinsätze werden durch schlechte Sicht eingeschränkt oder sogar verunmöglicht», erklärte Projektleiter Samuel Allemann. Mögliche Folgen der schlechten Sicht: «Menschen in Not kann nicht geholfen werden, und das Risiko für Mensch und Maschine steigt», so Allemann. Dies gilt nicht nur für die Armee, sondern beispielsweise auch für die Rega.

Mit der DVE-M-Technologie (Degraded Visual Environment Mitigation; engl. für schlechte Sichtbedingungen) soll eine Sichterweiterung erzielt werden, die zur Erweiterung des Einsatzspektrums der Helikopter führt, etwa für Rettungseinsätze. «Dabei handelt es sich um eine sehr komplexe und aufwendige Technologie, und die Schweiz ist auf eine Kooperation angewiesen», erklärte Allemann weiter. Die Schweizer Armee arbeitet deshalb in einer internationalen Nato-Arbeitsgruppe im Rahmen der «Partnerschaft für den Frieden» mit.

Stichworte der DVE-M-Technologie sind laut Allemann: Sensoren, die es erlauben, durch sichtvermindernde Objekte wie etwa Nebel hindurchzuschauen. Weiter eine Visualisierung zur Lageorientierung sowie eine automatisierte Flugsteuerung.

Der Traum von Divisionär Müller

Involviert in die Erprobung dieses Systems ist Pilot Michael Hügli, der am Donnerstag auf dem Flugplatz Alpnach «seinen» damit ausgerüsteten EC-635-Helikopter präsentierte. Ferner zeigte er Zukunftsszenarien auf, wie ein Helikopter bei schlechten Sichtverhältnissen sicher in ein Einsatzgebiet fliegen und dort landen könnte.

«Mein Traum, eines Tages nicht nur bei schönem Wetter, sondern auch bei Nebel, Regen, zur Tages- und Nachtzeit mit dem Helikopter sicher an den Einsatzort fliegen und dort landen zu können, kommt in die Realisierungsphase», sagte der Alpnacher Divisionär Bernhard Müller, Chef Einsatz Luftwaffe. Allerdings werde das noch einige Jahre dauern.

Zum Thema war am Donnerstag in Alpnach auch ein VIP-Tag mit rund 200 Besuchern aus elf Ländern angesagt.

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Die Besatzung des EC-635-Helikopters, der auf der Älggialp zum Landen inmitten des aufgewirbelten Schnees ansetzt. (Bild: Schweizer Armee / VBS)

Die Besatzung des EC-635-Helikopters, der auf der Älggialp zum Landen inmitten des aufgewirbelten Schnees ansetzt. (Bild: Schweizer Armee / VBS)

Systemplaner und Projektleiter des DVE-Projektes Samuel Allemann (links) und der Pilot Michael Hügli knien vor dem von der Schweizer Luftwaffe für das Projekt «Fliegen bei schlechten Sichtverhältnissen» ausgerüsteten EC 635.

Systemplaner und Projektleiter des DVE-Projektes Samuel Allemann (links) und der Pilot Michael Hügli knien vor dem von der Schweizer Luftwaffe für das Projekt «Fliegen bei schlechten Sichtverhältnissen» ausgerüsteten EC 635.

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