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ALPNACH: Hoffnung auf halb so viel Verkehr

Einen Vollanschluss A 8 gibts nur im Kombipack, sagt der Bund. Dazu gehört Tempo 30 auf der Brünigstrasse. Die Höhe der Kosten für Verkehrsberuhigung und der Zeitplan sind noch offen.
Marion Wannemacher
Zu Spitzenzeiten herrscht dichter Verkehr auf der Brünigstrasse durchs Dorf. Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 24. Mai 2016)

Zu Spitzenzeiten herrscht dichter Verkehr auf der Brünigstrasse durchs Dorf. Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 24. Mai 2016)

Begeistert zeigte sich Gemeindepräsident Heinz Krummenacher vom Interesse der Dorfbevölkerung am Vollanschluss A 8 Alpnach Süd. «Wir sind positiv überrascht über den ersten Eindruck, den wir bekommen haben», sagte er. Der Singsaal zur Infoveranstaltung von Kanton, Gemeinde und Bundesamt für Strassen (Astra) war zu drei Vierteln besetzt.

Im Fokus der rege genutzten Fragerunde standen vorab die Belastungen durch den Lastwagenverkehr zum Betonwerk im Niderstad, die finanzielle Beteiligung der Gemeinde am Kreisel und die Frage nach allfälligem Umleitungsverkehr von der Autostrasse durchs Dorfzentrum. Ein Vollanschluss der A 8 in Alpnach Süd werde nur in Kombination mit den «flankierenden Massnahmen» gebaut, fasste Richard Kocherhans, Leiter der Infrastrukturfiliale Zofingen beim Astra, die Bedingungen des Bundes am Ende nochmals zusammen.

Bis zu 45 Prozent weniger Verkehr im Dorf

Die Durchfahrt durchs Dorf soll unattraktiv werden, damit sich der rund 12 Millionen Franken teure Vollanschluss lohnt. Der Verkehr dürfte nach Berechnungen des Astra um 45 Prozent abnehmen. In Zahlen heisst das laut David Burkhard von der Firma Metron, welche die Gemeinde berät: Der heutige durchschnittliche Verkehr von 11000 Fahrzeugen würde auf 6000 sinken. Allerdings steige dadurch der Verkehr auf der Hofmätteli­strasse erheblich an von heute rund 5800 auf voraussichtlich 10500 Fahrzeuge pro Tag.

Für den Vollanschluss ist eine 440 Meter lange Ausfahrt von Luzern kommend und eine 480 Meter lange Einfahrt in Fahrtrichtung Luzern geplant. An der A 8 soll eine 420 Meter lange Lärmschutzwand in einer Höhe von 1,5 bis 3 Meter gebaut werden. Auf der Hofmättelistrasse ist ein lärmarmer Belag geplant. Für Gebäude mit Immissionsgrenzwert-Überschreitung mit Baubewilligung vor dem 1. Januar 1985 besteht eine Pflicht zum Einbau von Schallschutzfenstern. Voraussetzung für die Kostenübernahme durch das Astra ist eine rechtskräftige Plangenehmigung. Insgesamt kostet die Realisierung des Lärmschutzes rund zwei Millionen Franken.

Unbekannte Kosten für Verkehrsberuhigung

Jetzt liege es am Stimmbürger, sagte Gemeindepräsident Krummenacher, 2018 dem Kreisel Industrie und den vom Astra geforderten «flankierenden Massnahmen» – der Verkehrsberuhigung auf der Brünigstrasse – in Form einer Kreditgenehmigung zu­zustimmen. Für den Kreisel ­Hofmätteli-/Industrie-/Untere Gründlistrasse geht Kantonsingenieur Jörg Stauber von Baukosten von rund 920000 Franken aus. Diese Kosten teilen sich Kanton und Gemeinde je zur Hälfte.

Der beratende Ingenieur der aus Mitgliedern aller Ortsparteien und betroffenen Bürgern bestehenden Kommission flankierende Massnahmen kann nach zwei Sitzungen noch keine konkreten Angaben zu den Kosten für die Verkehrsberuhigung auf der Brünigstrasse machen. Der Kanton sicherte die Übernahme von Kosten zu, die «ohnehin anfallen», wie beispielsweise für den neuen Belag.

Fertigstellung Ende 2020 – oder später

Im August 2015 hatte das Astra den Bau des Vollanschlusses um rund zwei Jahre nach hinten verschoben. Ob am neuen Terminplan mit Baubeginn Ende 2019 und Fertigstellung Ende 2020 festgehalten werden kann, hängt von zwei Faktoren ab. Ausser der Genehmigung durch die Gemeinde braucht es eine Perimeterbereinigung bei der Hofmättelistrasse. Diese gehört seit dem Bau dem Bund und soll bis zur Industriestrasse (wo der Kreisel mit 28 Metern Aussendurchmesser geplant ist) dem Kanton übertragen werden. Erst dann ist dieser berechtigt, den Kreisel zu bauen.

Für den derzeitigen Projektstand der Verkehrsberuhigung auf der Brünigstrasse stellte Ingenieur David Burkhard verschiedene Konzepte vor. Danach soll die Fahrbahnbreite von sechs Metern erhalten bleiben. Eine Hauptvariante geht von einer Temporeduktion nur auf einem Teil der Strasse aus, eine andere Option sei, Tempo 30 auf den ganzen Siedlungsbereich auszudehnen. Zur Temporeduktion könnten Elemente wie leicht erhöhte Flächen oder eine Art Platzgestaltung im Dorfzentrum in Höhe der Kirche dienen. Der Gemeindepräsident kündigte die Gründung einer Verkehrskommission an, die sich auch mit verkehrsberuhigenden Massnahmen der Anliegerstrassen zur Brünigstrasse befassen werde.

Marion Wannemacher

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