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ALPNACH: Hürden für «Parmino»-Käserei sind fort

Käser Martin Flüeler kann aufatmen: Der WWF zieht die Beschwerde gegen die Teilrevision der Ortsplanung zurück.
Adrian Venetz
Käser Martin Flüeler bereitet den Käse für den Abtransport vor. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Käser Martin Flüeler bereitet den Käse für den Abtransport vor. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Im Februar 2016 hatte das Alpnacher Stimmvolk einer Teilrevision der Ortsplanung grünes Licht gegeben. WWF Unterwalden und WWF Schweiz reagierten mit einer Beschwerde. Dies brachte vor allem den Alpnacher Käser Martin Flüeler in die Bredouille, weil damit seine geplante Betriebserweiterung blockiert wurde («Zentralschweiz am Sonntag» vom 10. Juli).

Nun sieht alles danach aus, dass die verzwickte Lage doch noch ein gutes Ende findet. «Der WWF hat entschieden, seine Beschwerde gegen die Teilrevision der Ortsplanung zurückzuziehen und ermöglicht damit, dass die aktuellen Projekte in Alpnach umgesetzt werden können. Dazu gehört unter anderem auch der Ausbau einer Käserei, die vom WWF nicht bestritten wurde», schreibt der WWF in einer gestern publizierten Medienmitteilung. Gemeindepräsident Heinz Krummenacher bestätigt auf Anfrage, dass er das Gespräch mit dem WWF gesucht habe und dass man sich einigen konnte.

Knackpunkt war «Chilcherli»

Gemäss der Mitteilung des WWF Unterwalden hat sich die Gemeinde Alpnach im Laufe der Verhandlungen «verpflichtet, im Gegenzug die Einzonung ‹Chilcherli› als Vergrösserung der Bauzone mit einzuberechnen, wenn das VBS die dortige Truppenunterkunft dereinst nicht mehr gebrauchen sollte, und diese Fläche nur für öffentliche Zwecke zu nutzen.» Die Rede ist hier vom Areal der Truppenunterkunft beim Flugplatz Alpnach. Der WWF Unterwalden möchte verhindern, dass die Gemeinde Alpnach dereinst das Gebiet als Wohn- oder Gewerbezone nutzt. Dies sei ohnehin keine Absicht der Gemeinde gewesen, sagt Heinz Krummenacher. Im Gespräch mit dem WWF sei es denn auch weniger darum gegangen, dem Umweltschutzverband Zugeständnisse zu machen, sondern eher um die Beseitigung von Missverständnissen. «Für die Gemeinde ergeben sich keine Nachteile», fasst Krummenacher die Einigung mit dem WWF zusammen.

«Verhandlungen liefen suboptimal»

Weiter schreibt der WWF Unterwalden in seiner Mitteilung, die Gemeinde habe zugesichert, dass sie «bei Vorliegen des neuen kantonalen Richtplans Obwalden in einer Gesamtrevision der Ortsplanung die Bauzonenkapazitäten entsprechend anpasst sowie gegen die Zersiedlungsproblematik vorgeht». Auch dies sei im Interesse der Gemeinde und entsprechend unbestritten, hält Heinz Krummenacher dazu fest. War also alles nur ein grosses Missverständnis? «Die Einspracheverhandlungen mit WWF Unterwalden sind suboptimal gelaufen», räumt Gemeindepräsident Krummenacher rückblickend ein. «Wir hätten früher aufeinander zugehen und miteinander sprechen sollen.»

Gemeinsamen Nenner gefunden

Auch beim WWF Unterwalden scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Der Verband schreibt: «Die Hauptanliegen des WWF wie nachhaltiger Schutz des Kulturlandes, haushälterischer Umgang mit dem Boden, keine Zersiedelung der schönen Alpnacher Landschaft sind damit erfüllt. Der WWF sieht einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Gemeinde hoffnungsvoll entgegen.»

Marc Germann, Geschäftsführer des WWF Unterwalden, betonte gestern auf Anfrage nochmals, dass es dem WWF in keinster Art und Weise darum gegangen sei, die Produktionserweiterung der Käserei Flüeler zu verhindern. Doch weil in der Teilrevision der Ortsplanung verschiedene Umzonungen als «Paket» zur Abstimmung kamen, habe der Käsereibetrieb halt «auch unter unserer Beschwerde mitgelitten». Der WWF habe sich vor allem daran gestört, dass die Gemeinde die Einzonung des Gebiets Chilcherli beim Flugplatz nicht in die «Gesamtrechnung» – wer einzont, muss auch auszonen – genommen habe. «Nun wird die Gemeinde das korrigieren, und so haben wir einen gemeinsamen Nenner gefunden», sagt Germann.

Freuen über diese Einigung dürfte sich vor allem Käsermeister und «Parmino»-Hersteller Martin Flüeler – einer Erweiterung des Betriebs in Alpnach sollte damit nichts mehr im Wege stehen. Auf dem Areal gleich unmittelbar neben seinem Betrieb steht heute noch ein alter Stall. Die 1170 Quadratmeter grosse Parzelle wird nun von der Landwirtschaftszone zur Gewerbezone.

Flüeler weilt derzeit im Ausland und war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Adrian Venetz

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