ALPNACH: Im Abfall stecken viele Rohstoffe

Die Firma Trarec ist Meisterin darin, Abfall zu Rohstoffen zu verwandeln. Am Samstag gibt sie der Öffentlichkeit Einblick in ihre Arbeit und die neusten Investitionen.

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Geschäftsführer Josef Zimmermann im Altholz-Lager der Firma Trarec. Das Unternehmen exportiert kein Holz, sondern nutzt es selber als neuen Rohstoff. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 6. September 2017))

Geschäftsführer Josef Zimmermann im Altholz-Lager der Firma Trarec. Das Unternehmen exportiert kein Holz, sondern nutzt es selber als neuen Rohstoff. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 6. September 2017))

Für den Buochser Josef Zimmermann (48), Geschäftsführer der Trarec, ist Abfall nicht gleich Abfall. Der Recycling-Spezialist weiss wie kein Zweiter, wie viele wertvolle Rohstoffe im Abfall stecken. So zum Beispiel im Altholz. Dieses ist nur so lange Abfall, bis es angeliefert wird, danach kann es zu wertvollem Material werden. Es ist noch nicht lange her, da wurden Holzabfälle einfach ins Ausland entsorgt, vor allem nach Deutschland und Italien, und dort verbrannt.

Bei der Trarec AG bleibt sämtliches Altholz in der Schweiz und wird entweder als Rohstoff weiterverwendet oder für thermische Zwecke genutzt. So können aus Altholz zum Beispiel neue Spanplatten entstehen, oder mittels Holzverstromung kann Energie entstehen. Die Firma hat eine neue Holzschredderanlage installiert. Altholz ist nur eines von vielen Beispielen, wie die Firma Rohstoffe sinnvoll nutzt. Sie konnte dieses Jahr auch eine neue Fotovoltaikanlage in Betrieb nehmen, die rund 60 Prozent des eigenen Strombedarfs produziert. Ferner schaffe man jährlich mehrere neue Fahrzeuge an, «um den strengen gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen», sagt Zimmermann.

Die Firma beschäftigt 46 Vollzeitangestellte, besitzt 20 Lastwagen und besorgt die Obwaldner Kehrichtabfuhr. Ein weiteres Standbein ist die Demon­tage von Heizungen, Lüftungen und Liften in Häusern, die nicht abgebrochen werden. Dies bedinge ein besonderes Know-how und hohe Professionalität, denn bei der Demontage dürften keine Funken und Rauchentwicklung entstehen, und es müsse extrem sauber gearbeitet werden.

Vom Computer über das Boot bis zum Auto

Zurück zu den Abfällen. Bei der Trarec kann fast alles entsorgt oder weiterverarbeitet werden. Dazu gehören nicht nur ganze Wohnungseinrichtungen, sondern auch Computer, Autobatterien, Leuchtstoffröhren, Kabel, Pneus, ja ganze Autos und Boote. Vieles ist kostenlos, und bei Metallen zahlt die Firma sogar eine Rückvergütung. Bei Bedarf holt Trarec Material auch ab. Dazu Geschäftsführer Josef Zimmermann: «Das uns anvertraute Material wird umweltgerecht nach den geltenden Vorschriften in unserem Recycling-Center verarbeitet und der Wiederverwertung zugeführt.» Damit entstehe ein Kreislauf, der an Wertschöpfung gewinne, was für alle Beteiligten von Vorteil sei. «Auch für die Umwelt und im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft», betont der Recyclingspezialist. «Zentral bei uns, und das ist unsere Stärke, ist die Kundenberatung, denn hier kommen unsere langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse voll zum Tragen», so Zimmermann.

Auch Private als Kunden

Zur Kundschaft der Trarec gehören potenziell alle. Auch Privatpersonen, die etwa eine Wohnung räumen, oder Unternehmen, allen voran Baugeschäfte und Handwerksbetriebe. «Bei uns kann alles entsorgt werden», sagt Zimmermann. Die Trarec AG entstand 2015 aus der Fusion der Dillier AG und der Recycling Center Walther AG. Rechtlich gehört das Unternehmen zur Zimgroup Holding in Buochs.

Kurt Liembd

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Offene Türen diesen Samstag, 9. September, von 10 bis 18 Uhr. Geführte Rundgänge, Festwirtschaft. Brünigstrasse 64, zwischen Alpnach und Kägiswil.