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ALPNACH: Langsamer fahren und bezahlen

Wo gewohnt wird, soll künftig Tempo 30 gelten. Und für Parkplätze muss man tagsüber zahlen, wenn man mehr als 90 Minuten parkiert. So will es der Gemeinderat.
Markus von Rotz
Rund 20 Personen liessen sich auf einem Rundgang aus erster Hand über die beiden Alpnacher Verkehrsvorlagen orientieren. (Bild Markus von Rotz)

Rund 20 Personen liessen sich auf einem Rundgang aus erster Hand über die beiden Alpnacher Verkehrsvorlagen orientieren. (Bild Markus von Rotz)

Markus von Rotz

Tempo 30: 2012 waren die Pläne für mehr oder weniger flächendeckende Geschwindigkeitsreduktionen für die SVP ein wichtiger Grund gegen das Budget 2013. Mit dem Budget 2015 ist dieser Posten inzwischen vom Volk deutlich abgesegnet. Trotzdem bringt der Gemeinderat die Vorlage am 14. Juni nochmals an die Urne. «Wir wollen Transparenz», wie Gemeinderat Thomas Küchler an dem kürzlich von der CVP organisierten Rundgang erklärte. Die SVP ist nach wie vor gegen die Massnahme, weil auch diverse Privatstrassen miteinbezogen würden. Die übrigen Parteien sagen Ja zu den 150 000 Franken (die FDP entscheidet noch).Nicht auf Hauptstrassen

Der Gemeinderat erhofft sich von Tempo 30 auf Gemeindestrassen mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität, auch dank weniger Lärm. Zudem müssten künftige Gemeindestrassen weniger teuer (aus)gebaut werden. Bei der Verkehrsplanung beriet ihn das Büro Teamverkehr.zug AG. «Wir schlagen Tempo 30 in Wohnquartieren vor, nicht aber auf Hauptstrassen», sagte Verkehrsplaner Guido Gisler am erwähnten Anlass.

Es mache auch Sinn, eine Dammstrasse oder den Chälenrain einzubeziehen, sagte Gisler auf Fragen. «Unser Ziel war, alle Wohngebiete gleich zu behandeln.» Gemeinderat Marcel Moser ergänzte: «Grundsätzlich haben wir es so angedacht, wie es in der Botschaft steht, aber es ist nicht alles sakrosankt. In der Detailausführung kann es noch Änderungen geben.» Die Zonen werden noch öffentlich aufgelegt. Zudem müssen laut Gisler nach einem Jahr die baulichen Massnahmen überprüft werden.

Keine Fussgängerstreifen mehr

Verschwinden werden die Fussgängerstreifen, die bei Tempo 30 prinzipiell nicht vorgesehen sind. Das sei gewöhnungsbedürftig, meinte die eingeladene Horwer Gemeinderätin Manuela Bernasconi. «Solche Streifen geben aber nur eine Scheinsicherheit. Man kann den Vortritt erzwingen, aber ohne Streifen nimmt man mehr Rücksicht aufeinander. Ich kann dann die Strasse im Prinzip überqueren, wo ich will, das gibt mehr Lebensqualität.» Und Autofahrern gebe Tempo 30 ein breiteres Sichtfeld.

Nur mehr 90 Minuten gratis

Parkplatzbewirtschaftung:Schliesslich will der Gemeinderat künftig teilweise Geld fürs Parkieren verlangen. In Zentrumszonen, so auch in Schoried, soll es bei Anlagen mit weniger als zehn Parkplätzen blaue Zone (90 Minuten gratis) geben, bei grösseren Anlagen soll für längeres Parkieren 1 Franken pro Stunde einkassiert werden.Allerdings darf man maximal sechs Stunden parkieren. «Wir finden, dass dies zumutbar ist», schreibt der Gemeinderat. Er sei zudem klar überzeugt, dass die Bewirtschaftung nötig sei. Im Gegensatz zur SVP, die meint, diese Massnahme richte sich gegen die Bevölkerung von Alpnach, sieht es der Gemeinderat genau umgekehrt. Thomas Küchler sagte am CVP-Anlass, heute würden etwa bei der Pfarrkirche viele aus dem oberen Kantonsteil tagsüber parkieren, um den Zug zu benützen, teilweise stünden Firmenautos tagelang hier. «Davon ist auch das Gewerbe betroffen», sagte er. Abgestimmt wird über 140 000 Franken für entsprechende Massnahmen.

Rücksicht auf Wirte und Vereine

Erst habe man die Bewirtschaftung über 24 Stunden geplant, sich aber nach Gesprächen mit den Parteien auf die Zeit von 7 bis 19 Uhr geeinigt, sagte Gemeindepräsident Heinz Krummenacher. Später am Abend kann ohne zu zahlen parkiert werden, «im Interesse der Restaurantbetreibenden und Vereine», schreibt der Gemeinderat. Auf eine Frage aus der Runde, wie man es denn künftig bei Beerdigungen halte, meinte ein Anwesender: «Dann bezahlt man als Auswärtiger halt einen Franken, das ist doch kein Problem. In der Stadt Luzern müsste ich dafür viel tiefer in die Tasche greifen.» Bisher gab es eine Spezialregelung fürs Parkieren rund um die Kirche bei Beerdigungen. Das habe sich nicht bewährt, weil die Polizei so kaum zuverlässig kontrollieren könne. «Dem Missbrauch ist Tür und Tor geöffnet», schreibt der Gemeinderat.

«Man kann es nie allen recht machen», sagte die ebenfalls eingeladene Stanser Gemeindepräsidentin Beatrice Richard-Ruf am Anlass, der von rund 20 Personen besuchten wurde. «Es ist wichtig, eine Lösung zu suchen, mit der die meisten leben können.» In Stans habe man die Bewirtschaftung in erster Linie eingeführt, damit die Parkplätze den Kunden von Läden und Restaurants länger zur Verfügung stünden.

Für Gemeindeangestellte und Lehrpersonen sieht der Alpnacher Gemeinderat Dauerkarten für 30 Franken pro Monat vor. Wer öfter und länger parkieren will oder muss, für den gibt es für 400 Franken pro Jahr Parkkarten auf den Plätzen der Korporation beim Bahnhof.

Mehrzweckfahrzeug:Schliesslich wird am 14. Juni über 225 000 Franken für den Ersatz eines Mehrzweckfahrzeugs des Werkdienstes abgestimmt.

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