ALPNACH: Negativzinsen für OKB «undenkbar»

Sportbilder illustrieren den Geschäftsbericht 2014 der Obwaldner Kantonalbank. Möglichst hoch aufs «Treppchen» zu steigen, bleibt auch 2015 das Ziel.

Robert Hess
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Michèle Schönbächler im Gespräch mit Bankratspräsident Heini Portmann (links) und Bruno Thürig. (Bild Robert Hess)

Michèle Schönbächler im Gespräch mit Bankratspräsident Heini Portmann (links) und Bruno Thürig. (Bild Robert Hess)

Rund 1400 Partizipanten der Obwaldner Kantonalbank (OKB) kamen am Samstag in die Helikopterhalle in Alpnach, wo Bankratspräsident Heini Portmann und Direktor Bruno Thürig über das Geschäftsjahr 2014 informierten. Sie stellten sich dabei den Fragen der aus Obwalden stammenden SRF-Moderatorin Michèle Schönbächler. Diese wollte unter anderem wissen, welche künftigen Herausforderungen auf die Bank zukommen würden und wie die OKB-Spitze darauf reagiere.

Bruttogewinn unerwartet hoch

«Der Gewinner eines Fussballspiels steht erst nach dem Schlusspfiff fest», hatte Bankratspräsident Portmann im Vorwort zum Geschäftsbericht 2014 sportlich formuliert. Diese Aussage galt auch für den Bruttogewinn. Bankrat und Geschäftsleitung hatten nämlich das erwartete Ergebnis Mitte Jahr «bei Halbzeit» noch als «unter dem Vorjahr liegend» prognostiziert. Es kam anders: «Mit 26,29 Millionen Franken», so Portmann, «ist das Ergebnis angesichts des schwierigen Marktumfeldes unerwartet gut ausgefallen.» Der Bruttogewinn 2014 hat das Vorjahresergebnis von 26,53 Millionen Franken nur ganz knapp nicht erreicht. «Die OKB hat damit eine wahrlich sportliche Leistung gezeigt», sagte Portmann zu den 1400 Anwesenden in der Helikopterhalle. Er dankte der 188-köpfigen OKB-Mannschaft, die mit «grossem Willen und intensiven Anstrengungen» die rund 43 000 treuen Kunden betreut habe.

Dividende bleibt unverändert

Das gute Ergebnis 2014 zahlt sich mit einer unveränderten PS-Dividende von 30 Prozent aus. Freuen kann sich auch der Kanton: Er kommt in den Genuss von 6,6 Millionen Franken als Gewinnausschüttung und 2,06 Millionen Franken als Abgeltung für die Staatsgarantie.

Negativzinsen und Mindestkurs

Von der Aufhebung des Euro-Mindestkurses sei die OKB «nicht direkt betroffen», sagte das Führungsduo auf eine entsprechende Frage der Moderatorin. Der starke Franken könnte sich aber auf die Obwaldner Wirtschaft auswirken, und damit wäre auch die OKB betroffen.

Noch nicht vollumfänglich abschätzen lassen sich die Auswirkungen der Negativzinsen auf den weiteren Geschäftsverlauf. Für Bruno Thürig ist es «heute undenkbar, dass die OKB von ihren Firmen- und Privatkunden Negativzinsen verlangt». Aber die Entwicklung der globalen Finanzmärkte sei ungewiss.

«Für 2015 sind wir auf Kurs, das erste Quartal hat positiv abgeschlossen», sagte Thürig. «Es wird ein sehr anspruchsvolles Jahr, aber die OKB kann gut mit Veränderungen umgehen und investiert in neue Projekte wie die Zertifizierung der Kundenberater, den Ausbau der Anlageberatung und die Nachfolgeregelung bei Firmenkunden.»

Nachbesserungen für Neubau

Keine positiven Meldungen gibts zum Neubauprojekt am Hauptsitz. «Wir gehen in die nächste Verlängerung», erklärte Portmann. Das Bundesgericht habe das Baubewilligungsgesuch ans Verwaltungsgericht zurückgewiesen und verlange eine Nachbesserung betreffend die Durchlaufkapazität des Grundwassers und die Klostermauer, die auf 30 bis 40 Meter abgebaut, aber später wieder errichtet werden soll. Kloster und kantonale Denkmalpflege hätten sich einverstanden erklärt.

Starthilfe für Tixi-Taxi Obwalden

Bereits zum 16. Mal vergab die OKB einen Beitrag im Rahmen ihres Sozialsponsorings. Martina Bosshart, Geschäftsleiterin Pro Infirmis Luzern, Ob- und Nidwalden, konnten einen Check von 20 000 Franken für das Projekt Tixi-Taxi entgegennehmen. Es verhilft Menschen mit einer Behinderung zu mehr Mobilität. 2014 hat die OKB mit total 573 000 Franken insgesamt 261 kulturelle, sportliche und soziale Projekte in Obwalden unterstützt.

Die nächste PS-Versammlung findet am 16. April 2016 im Sporting Park Engelberg statt.

Robert Hess