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ALPNACH: Neue Schiessanlage für Obwaldner Jäger: Kanton sieht sich nicht in der Pflicht

Die Suche nach einem neuen Standort für die Jagdschiessanlage verläuft harzig. Der Kanton sieht sich nicht in der Pflicht und weist die Verantwortung den Jägern zu.
Franziska Herger
Thomas Zemp (links) und Bärti Durrer in der Schiessanlage an de Schliere in Alpnach. (Bild: Romano Cuonz (Alpnach, 4. März 2017))

Thomas Zemp (links) und Bärti Durrer in der Schiessanlage an de Schliere in Alpnach. (Bild: Romano Cuonz (Alpnach, 4. März 2017))

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

In drei Jahren verliert Alpnach seinen Schiessstand. Per 31. Dezember 2020 muss die offene Jagdschiessanlage dem Hochwasserschutzprojekt an der kleinen Schliere weichen. SVP-Kantonsrat Marcel Durrer (Alpnach) und 21 Mitunterzeichner fragten die Regierung daher in einer Interpellation, ob sie dem Patentjägerverein bei der Suche nach einem neuen Standort behilflich sein könne. Laut der Obwaldner Jagdverordnung ist nämlich der Kanton für die Aus- und Weiterbildung der Jäger zuständig. Wegen der Dringlichkeit hoffte man auch auf die Angabe eines Zeitrahmens.

Die nun vorliegende Antwort des Obwaldner Regierungsrats fällt klar aus: Bei der Suche nach einem neuen Standort für den Schiessstand stünde nicht der Kanton in der Pflicht, sondern die Nutzer, schreibt die Regierung. Seit 2008 wisse der Obwaldner Patentjägerverein von der kommenden Stilllegung der Schiessanlage, die auch aufgrund der Schadstoff- und Lärmbelastung für die Umwelt nicht mehr den Anforderungen entspreche. Seither «wurde jährlich auf die Problematik hingewiesen, ohne dass sichtbare Massnahmen ergriffen worden sind», so der Regierungsrat weiter. Der Kanton sei zwar für die Ausbildung der Jäger inklusive der jährlich anfallenden Treffsicherheitsnachweise zuständig. Man sei jedoch nicht gesetzlich verpflichtet, eine offene Jagdschiessanlage zur Verfügung zu stellen. Eine solche sei zwar wegen variierenden Wetter-, Wind-, Licht- und Höhenverhältnissen vorzuziehen, doch die Mindestanforderungen für den Treffsicherheitsnachweis erfülle auch die Schiessanlage Brünig Indoor in Lungern.

Interpellant zeigt Verständnis

Auch das Schiessen im Rahmen der Jungjägerausbildung könne in Lungern stattfinden, heisst es weiter. Beides sei zudem auch auf ausserkantonalen Anlagen möglich. Es sei zu prüfen, ob die Schiessausbildung nicht zusammen mit Nachbarkantonen durchgeführt werden könne. Der Kanton werde dem Patentjägerverein wie bereits in der Vergangenheit im Rahmen des Möglichen bei der Prüfung neuer Standortvorschläge behilflich sein. «Eine weitergehende Unterstützung ist mit den bestehenden Ressourcen jedoch weder zwingend noch möglich.»

Interpellant Marcel Durrer ist nicht überrascht von der Antwort und zeigt Verständnis. «Eine über das bisherige Engagement hinausgehende Unterstützung der Jäger ist schwierig für den Kanton, sonst kämen ja andere auch und verlangten Hilfe.» Durrer selber ist nicht Jäger, «aber als ‹Hiesiger› habe ich viel Kontakt mit diesem Kulturgut.» Stellvertretend für die Jäger weist er den Vorwurf zurück, man habe im Wissen um die kommende Stilllegung der Schiessanlage nichts unternommen. «Dass der Schiessstand dem Hochwasserschutzprojekt weichen muss, ist erst seit 2016 bekannt. Bis dahin hatte der Patentjägerverein gehofft, mit geeigneten Massnahmen zur Umweltverträglichkeit werde der Schiessstand am bisherigen Ort bleiben können.»

Ausbildung mit anderen Kantonen wird geprüft

Durrer bestätigt, dass Gespräche der Patentjäger mit der Jagdverwaltung über neue Standorte stattgefunden hätten. «Doch die Suche verläuft harzig. Es ist schwierig, mit den heutigen Anforderungen an Lärm- und Gewässerschutz etwas Geeignetes zu finden.» Die Ausbildung in der Anlage Brünig Indoor sei zwar möglich, «doch mit den höheren Benutzerkosten, dem weiteren Weg und der Lage unter Tage ist die Anlage weit weniger geeignet als ein zentraler Schiessstand im Freien.» Die Möglichkeit der Schiessausbildung mit Nachbarkantonen wie Nidwalden werde jedoch geprüft. «Eine solche Zusammenarbeit wäre sicher eine gute Variante», sagt Durrer. «Die Hoffnung besteht also, dass doch noch eine geeignete Lösung für die Jäger gefunden werden kann.

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