Alpnach rechnet 2021 mit einer Million weniger Steuereinnahmen

Alpnach stimmt am 29. November an der Urne über zwei Vorlagen ab. Darunter ist auch das Budget 2021. Der Gemeinderat budgetiert ein Defizit.

Robert Hess
Drucken
Teilen

Rund eine Million Franken weniger Steuereinnahmen und steigende Kosten drücken dem Voranschlag 2021 der Einwohnergemeinde Alpnach ihren Stempel auf. Bei einem Gesamtaufwand von 25,5 Millionen Franken ist ein Aufwandüberschuss von 372'000 Franken budgetiert.

Blick auf Alpnach. Am Sonntag stimmt die Bevölkerung über das Budget 2021 ab.

Blick auf Alpnach. Am Sonntag stimmt die Bevölkerung über das Budget 2021 ab.

Bild: Robert Hess (Alpnach, 23. November 2020)

Dieses Ergebnis kommt aber nur deshalb zu Stande, weil die finanzpolitischen Reserven von 500'000 Franken, die im Jahre 2019 gebildet worden waren, aufgelöst werden. Andernfalls würde das Defizit 872'000 Franken betragen. Am 29. November stimmen die Alpnacher über das vorgelegte Budget ab.

Eine Million weniger Steuererträge

«Covid-19 hinterlässt auch in der Budgetierung 2021 seine Spuren», schreibt der Gemeinderat deshalb in seiner Botschaft zuhanden der Urnenabstimmung vom 29. November. Laut Hochrechnung des Kantons müsse die Gemeinde Alpnach bei den Fiskaleinnahmen gegenüber dem Budget 2020 mit einem Rückgang von einer Million Franken rechnen. Der Fiskalertrag sei mit rund 18 Millionen Franken eingesetzt, gegenüber 19 Millionen im Budget 2020.

Am Beitrag des Kantons an den Nationalen Finanzausgleich (NFA) in der Höhe von 11 Millionen Franken, hat sich die Gemeinde Alpnach im Jahre 2021 mit 745'000 Franken zu beteiligen. Der Selbstfinanzierungsgrad ist für 2021 mit 96,63 Prozent (Vorjahr 104,39 Prozent) budgetiert.

Laut Abstimmungsbotschaft ist im teuersten Departement Bildung und Kultur eine Zunahme der Netto-Aufwendungen um 586'000 Franken – davon vor allem höhere Lohnkosten von 561'000 Franken – budgetiert. Die gesamten Nettoaufwendungen in diesem Departement sind mit rund 9,1 Millionen Franken veranschlagt. «Die Mehrkosten gegenüber der Rechnung 2019 sind hauptsächlich durch die stark steigende Schülerzahl
(+ 57) begründet», heisst es in der Botschaft. Laut dem aktuellen Schulblatt beträgt die Schülerzahl für das Schuljahr 2020/21 total 641 Schülerinnen und Schüler.

Dazu ein Blick zurück, der aber nicht in der Botschaft enthalten ist: Im Schuljahr 2000/2001 zählte die Gemeinde Alpnach gemäss Schulblatt insgesamt 724 Schülerinnen und Schüler. In den vergangenen 20 Jahren ist demnach die Anzahl um rund 80 Schülerinnen und Schüler gesunken.

3,1 Millionen Franken für den Kindergarten 2021

Die Investitionsrechnung 2021 der Einwohnergemeinde weist Nettoinvestitionen von rund 5,5 Millionen Franken auf. Davon sind 3,1 Millionen Franken für den Kindergarten vorgesehen.

Weitere grössere budgetierte Investitionen sind unter anderem der Anschluss der Sporthalle ans Fernwärmenetz mit 160'000 Franken, der Einbau eines Belagsstreifens auf der Charrengasse von 140'000 Franken zur Verbesserung der Schulwegsicherheit, die Planung und Realisierung des neuen Entsorgungshofes im Gebiet Chilcherli von 650'000 Franken sowie die Investitionsbeiträge von 280'000 Franken an die Hallenbad Obwalden AG und den Fussballclub Alpnach von 100'000 Franken an den Ersatz des Kunstrasens.

Neben dem Budget 2021 haben die Alpnacher Stimmberechtigten am 29. November an der Urne über Beiträge an die Sanierung und die Erweiterung des Hallenbades Obwalden in Kerns zu entscheiden. Abgestimmt wird über einen einmaligen Investitionsbeitrag der Gemeinde im Betrag von 280'000 Franken sowie einer Erhöhung des jährlichen Betriebskostenbeitrages von neu 18'600 Franken, befristet auf die nächsten 15 Jahre. Es sind Investitionen von insgesamt 4,91 Millionen Franken geplant. Der Gemeinderat Alpnach unterstützt die Vorlage und macht darauf aufmerksam, dass das Projekt nur realisiert werden kann, wenn alle Gemeinden des Sarneraatales ihrem Beitragsanteil zustimmen.