Reportage

Rettungsteams aus Hund und Mensch üben in Alpnach das Abseilen vom Helikopter

Der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde trainierte auf dem Militärflugplatz Alpnach. Unterstützung gab es von der Luftwaffe mit einem Super Puma.

Robert Hess
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Die Obwaldnerinnen Christa Puglisi und Susi Luternauer sind zwei der rund 30 Frauen und Männer, die am Freitagmorgen auf dem Militärflugplatz Alpnach zu einer Spezialübung einrückten. Die beiden gehören der Regionalgruppe Innerschweiz der Redog, des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde, an. Diese Organisation bietet eine umfassende Ausbildung von Rettungsteams aus Hund und Mensch zur Suche nach vermissten und verschütteten Personen an.

Zwei Obwaldnerinnen an der Übung: Christa Puglisi (links) und Susi Luternauer

Zwei Obwaldnerinnen an der Übung: Christa Puglisi (links) und Susi Luternauer

Bilder: Robert Hess (Alpnach, 14. August 2020)

Die Alpnacherin Christa Puglisi und die Giswilerin Susi Luternauer sind seit Jahren von den Leistungen der Hunde im Bereich Suche und Rettung fasziniert. Sie haben sich zusammen mit ihren Tieren während vier, fünf Jahren ausbilden lassen und erfüllen nun ständig die geforderten Trainings und Weiterbildungen in ihrer Freizeit. «Meine Motivation ist, mit meinem Hund, dem belgischen Schäferhund Eik, etwas Sinnvolles und Nützliches zu tun», sagt Christa im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichzeitig könne sie sich für die Freiwilligenarbeit einsetzen, fährt sie fort.

Gastrecht bei der Luftwaffe

Ein Gedanke, der von ihrer Kollegin Susi Luternauer unterstützt wird. «Und vor allem lasse ich mich bei jedem Training von der Leistung der Hunde faszinieren», ergänzt sie, die eine Deutsche Schäferhündin führt. Geld ist nicht zu verdienen, im Gegenteil: Für die Kosten für Kleider, Futter, Benzin usw. müssen sie selber aufkommen.

Suchen und Retten ist bekanntlich oft auch mit dem Einsatz von Helikoptern verbunden. Einmal mehr bot deshalb die Helikopterbasis der Armee in Alpnach am Freitag den rund 30 Mensch-Hunde-Teams Gastrecht für die Aus- und Weiterbildung.

Mit Instruktionen durch Flughelfer und Trockenübungen am Super Puma oder an der Winde, wurde die Helikopterhalle des Militärflugplatzes zum Schulzimmer für Mensch und Tier. Die Funktionen der Winde, die Sicherung an der Winde und die Zeichengebung zur Heli-Besatzung beim Abseilen sowie die Regeln beim Ein- und Aussteigen aus dem Heli waren einige der behandelten Themen. Geduldig – es wären gute Vorbilder für viele unserer Schüler – liessen sich die Hunde mit ihren Gstältli ausrüsten, warteten wiederum geduldig auf die Trockenübungen an der Winde.

Aus dem Super Puma abgeseilt

«Es ist äusserst wichtig», erklärte Barbara Bühler, Präsidentin der Regionalgruppe Innerschweiz dazu, «dass man die Hunde im Verlaufe der Einsätze immer wieder zur Ruhe kommen lässt.» Es sei Aufgabe des Führers oder der Führerin, daran bereits mit dem ganz jungen Hund zu arbeiten.

Auf die Trockenübung in der Halle folgte der praktische Teil auf dem Areal des Steinbruchs Guber oberhalb von Alpnach. Vorerst wurden die rund 30 Teams und die Helfer vom Flugplatz auf einen Landeplatz im Guber geflogen, wobei pro Flug maximal sieben Teams Platz fanden.

Der «Super Puma» ist im Guber gelandet, rasch steigen Hundeführer und Hunde für den Einsatz aus.

Der «Super Puma» ist im Guber gelandet, rasch steigen Hundeführer und Hunde für den Einsatz aus.

Nach der Mittagspause beim Grillplatz Guber war der Höhepunkt des Tages angesagt: das Abseilen aller Teams in mehreren Flügen aus dem Super Puma.

Für die Teams und die Helfer sollte dies eine Routinesache sein, für allfällige Zuschauer war es aber doch eine spektakuläre Aktion. Nach dem Abseilen wurden die Hunde auf die Suche nach «verschütteten oder vermissten» Personen geschickt. Eine Aufgabe, welche die vierbeinigen treuen Helfer mit Bravour lösten, was von ihren «Chefs» mindestens mit einigen lobenden Worten oder Berührungen belohnt wurde.

«Die ganze Übung ist unfallfrei verlaufen. Um zirka 16 Uhr waren Teams und Helfer wieder zurück am Flugplatz», berichtete Christa Puglisi gestern.

Das Video zur Übung von PilatusToday:

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Bei Rettungs- und Suchaktionen stehen oft Hunde im Einsatz. REDOG, der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde, bietet als einzige Schweizer Organisation eine umfassende Ausbildung von Rettungsteams aus Hund und Mensch an. Diese Woche stand ein Training auf dem Militärflugplatz Alpnach auf dem Programm – spektakulär mit Abseilen vom Helikopter! Mehr Infos im Video oben und im Artikel von PilatusToday.