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ALPNACH: Remo Kuster: Nach 28 Jahren muss Schluss sein

Seit mehr als der Hälfte seines Lebens ist Remo Kuster in der Feuerwehr. Die vergangenen zehn Jahre war er gar Kommandant. Nun tritt er ab – und blickt mit Freude und etwas Wehmut zurück.
Matthias Stadler
Remo Kuster vor dem Fahrzeug am neuen Standort. (Bild: Matthias Stadler (Alpnach, 22. Dezember 2017))

Remo Kuster vor dem Fahrzeug am neuen Standort. (Bild: Matthias Stadler (Alpnach, 22. Dezember 2017))

Remo Kuster hat sichtlich Freude am neuen Feuerwehrlokal in Alp­nach, das im Sommer 2016 bezogen wurde: «Es ist das schönste und funktionalste im ganzen Kanton.» Der Kommandant der Feuerwehr Alpnach befindet sich hier in seinem Reich und ist entsprechend stolz darauf. Stolz ist er auch auf die Feuerwehrleute: «Die Kameradschaft ist einmalig.» Der 48-Jährige sagt dies auch im Hinblick darauf, dass er per Ende 2017 als Kommandant abtritt. Das sieht das Gesetz vor: Mit 48 Jahren scheidet man aus der Feuerwehr aus.

«Es ist ein guter Zeitpunkt. Wir haben viele junge Offiziere und einen neuen Kommandanten. Deswegen kann ich das Amt guten Gewissens übergeben.» Trotzdem spürt man etwas Wehmut in der Stimme des gelernten Maurers. Seit 28 Jahren ist er nun Mitglied der Feuerwehr Alpnach, 10 Jahre davon als Kommandant, da häufen sich Erinnerungen zusammen: «Auf der einen Seite hätte ich gerne weitergemacht. Aber es ist auch eine lange Zeit. Also ist es in Ordnung.»

Während eines Brandes in den Wellness-Ferien

2017 ist für Remo Kuster demnach das letzte Jahr als Feuerwehrkommandant. Und da hat sich auch Kurioses ereignet. So war der dreifache Familienvater während eines Brandes in Alpnachstad im Herbst nicht vor Ort, da er sich gerade in den Wellness-Ferien befand. Der Einsatz sei gut verlaufen, erklärt er. Und im Nachhinein sei es gar ideal gewesen, dass er nicht vor Ort war, da so andere Verantwortung übernehmen mussten und es trotzdem funktionierte: «Wir wussten damit, dass es auch ohne mich geht.» Denn viele Leute hätten heuer Befürchtungen geäussert, dass die Einsätze der Feuerwehr ohne ihn dereinst nicht so erfolgreich verlaufen werden.

Das Innerschweizer Schwingfest Anfang Juli sei ein Höhepunkt gewesen. Der Grosseinsatz der Feuerwehr punkto Verkehrsleitung und Brandschutz klappte laut Remo Kuster sehr gut. Die grösste Freude bereiteten ihm jedoch die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Feuerwehrverbandes am 10. Juni auf dem Pilatus und die anschliessende Feier in Alpnachstad: «Die 240 Teilnehmer und 30 Helfer waren begeistert. Ich habe bis heute nur positive Rückmeldungen erhalten», erklärt er.

Aussergewöhnlich sei 2017 auch die Anzahl der Einsätze der Herznotfallgruppe gewesen. Acht solche Einsätze leistete die Gruppe, normalerweise sind es zwei bis drei pro Jahr. Brandtechnisch sei es hingegen ein durchschnittliches Jahr gewesen, 22 Einsätze verzeichnete die Feuerwehr.

Kommandant holte ihn in die Feuerwehr

Remo Kuster stiess mit 20 Jahren zur Feuerwehr. Sein Jahrgang hatte sich dazumal im Restaurant Schlüssel in Alpnach zu versammeln, wo der Feuerwehrkommandant jeden Einzelnen aufrief und fragte, ob er bei der Feuerwehr mitmachen wolle. Er, Remo Kuster, sei allerdings nicht gefragt worden, sondern der Kommandant habe bei seinem Namen gleich selber geantwortet und gesagt, dass er in die Feuerwehr zu kommen habe. «Zuerst war ich mir nicht sicher, doch jetzt bin ich immer noch hier», sagt er. Heute liegt ihm der Feuerwehr-Nachwuchs ebenfalls sehr am Herzen, so werden etwa mittels Jugendtag Nachwuchsfeuerwehrleute gesucht.

Nun wird sich Remo Kusters Leben stark ändern. So wird er die Abende viel weniger verplant haben, wie er sagt. «Meine Frau hat jetzt schon Angst davor», erklärt er lachend. «Es sind viele Angebote und Ideen vorhanden.» Eilig habe er es mit dem Entscheiden aber nicht. Denn er arbeite ja Vollzeit im Amt für Umwelt des Kantons Nidwalden. Dort ist er zuständig für die Siedlungsentwässerung und den Schadendienst.

Vorstellbar wäre für Remo Kuster, der auch Co-Präsident der CVP Alpnach ist, ein politisches Amt zu übernehmen, etwa als Gemeinderat. Was er alles anpacken wird, lässt er heute aber offen: «Mal schauen, was sich ergibt.» Klar ist, den Kollegen von der Feuerwehr wünscht er für das kommende Jahr vor allem «wenig Einsätze». Künftig wird er diese nur noch am Rande miterleben. Ganz loslassen wird er aber nicht, da er noch als kantonaler Feuerwehrinstruktor zwei Jahre im Amt sein wird. Und er wird wohl auch ab und zu im Feuerwehrlokal in Alpnach anzutreffen sein.

Matthias Stadler

matthias.stadler@obwaldnerzeitung.ch

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