ALPNACH: Schoried und Stad tauschen Bauland

Frei werdendes Bauland gibt Luft für eine neue Bauzone in Schoried und eine Erweiterung einer Käserei. Das letzte Wort dazu hat das Volk.

Drucken
Teilen
Das Gebiet Gumeli mit Blick ins Dorf liegt links (Bild) und rechts der Gruebengasse in Schoried. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Gebiet Gumeli mit Blick ins Dorf liegt links (Bild) und rechts der Gruebengasse in Schoried. (Bild Corinne Glanzmann)

Es lägen einige Gesuche um Einzonungen auf dem Tisch des Gemeinderates, doch im Nachgang zum neuen eidgenössischen Raumplanungsgesetz und in Erwartung des neuen Richtplans von Obwalden dürfe aktuell nur so viel eingezont werden, wie auch ausgezont wird. Das sagte Gemeinderat Thomas Küchler am Dienstagabend an der Orientierungsversammlung über die Ortsplanung, über die Ende Monat abgestimmt wird. Anwesend waren rund 160 Personen. Der Gemeinderat kann es sich nun zu Nutze machen, dass ein Eigentümer in der Milchrüti in Alpnachstad 14 500 Quadratmeter (1,5 Hektaren) Land aus der zweigeschossigen Wohn- in die Landwirtschaftszone zurücknehmen will.

Zone für gehobeneres Wohnen

Die Auszonung der Milchrüti sei «angesichts der relativ grossen Baulandreserven in Alpnachstad und der nicht optimalen Lage des Grundstücks» richtig, findet der Gemeinderat. Es sei besser, dafür «an anderer, zentraler Stelle Bauland zu schaffen». Fast 90 Prozent dieser Fläche sollen im Gegenzug im Gumeli an der Gruebengasse im Norden von Schoried eingezont werden. Dafür gebe es schon lange ein Gesuch, das Land sei seinerzeit in der Diskussion um Zonen für gehobenes Wohnen in Obwalden zur Diskussion gestanden, begründete Thomas Küchler am Rande des Abends den Entscheid gerade zu Gunsten dieses Gebiets. Geplant ist eine zweigeschossige Wohnzone mit Quartierplanpflicht. Küchler sagte, Ziel des Gemeinderates sei «ein gesunder Mix zwischen gehobenem Wohnen, Gewerbe und übrigem Wohnen» gewesen.

Weitere 619 Quadratmeter will der Rat beim früheren Restaurant Tell einzonen, zudem soll eine Teilfläche aus der zweigeschossigen Wohn- in die Kernzone verschoben werden. Dazu legt das Bau- und Zonenreglement neu fest, dass dort «mindestens drei Hauptbauten» in Einzelbauweise zu erstellen sind. Auch die talseitige Gebäudebreite wird limitiert. Dort war einst eine grosse Überbauung geplant gewesen, die vielen in Schoried wegen ihrer Breite und Höhe zu massiv erschienen war und Widerstand auslöste. «Die Häuser müssen dort mit der First Richtung Tal schauen», betonte Roger Michelon vom Planteam S.

Flüeler will erweitern

Die letzten verbleibenden 1170 Quadratmeter sollen der Käserei Flüeler die Erweiterung des Betriebs mit einem Neubau gegenüber dem jetzigen Produktionsgebäude (Ersatz für frühere Schweinemästerei) ermöglichen. Die Käserei feiert heuer das 100-Jahr-Jubiläum und würde, weil sie an räumliche Grenzen stösst, gerne erweitern, um mit der Nachfrage nach ihren Produkten Schritt halten zu können. Das Umzonungsgesuch geht aufs Jahr 2004 zurück, der Kanton aber legte sein Veto ein wegen Hochwassergefahr. Gemäss aktuellem Planungsstand fürs Hochwasserschutzprojekt Kleine Schliere (Überlastkorridor) liege die Parzelle nun ausserhalb des Gefahrenbereichs, will heissen, es gebe nur noch eine «Gefährdung durch Überschwemmung schwacher Intensität und mittlerer Häufigkeit». Einer Einzonung stehe somit nichts mehr im Weg, schreibt der Gemeinderat. Die Zone ist nur für Käserei-Zwecke nutzbar, wie Roger Michelon betonte.

Terrassenhäuser und Erlebniszone

Ferner sind diverse kleinere Anpassungen in Zonenplan und Baureglement geplant. So soll es im Stad künftig möglich sein, Terrassenhäuser an Hanglagen zu bauen. Rund um den Bahnhof Alpnachstad wurde eine Erlebniszone geschaffen und der Ortsbildschutz auf den Vorplatz der Pilatus-Bahn ausgedehnt. Die Quartierplanpflicht wurde um den Bahnhof herum aufgehoben, dafür wurden sehr detaillierte Vorschriften über die möglichen Bauten («der Platzcharakter muss erhalten bleiben», so Michelon) erlassen. Der Neubau der Werft Herzog liegt neu statt in einer Gewerbe- in einer Werftzone und darf nicht mehr für andere Zwecke genutzt werden.

Man habe eine Güterabwägung der Prioritäten machen müssen angesichts der vielen Einzonungsbegehren, sagte Michelon. Die Gemeinden seien früher freier gewesen, heute aber seien ihnen «faktisch die Hände gebunden». Das Pendel habe mit dem neuen Raumplanungsgesetz des Bundes umgeschlagen. Zudem seien weitere Einzonungen nicht möglich, solange der Bundesrat den neuen Obwaldner Richtplan nicht genehmigt habe.

Markus von Rotz

Hinweis

Über die zwei Geschäfte wird am 28. Februar an der Urne abgestimmt. Zur Besprechung von Detailfragen stehen am Dienstag, 16. Februar (19.30 bis 21.30), und am Mittwoch, 17. Februar (18 bis 20 Uhr), die Departementsvorsteher und Fachleute im Restaurant Schlüssel (Saal Matthorn) zur Verfügung. Anmeldung ist nicht nötig.