ALPNACH: Schorieder Glocke gibt Rätsel auf

Ein Bundesexperte nahm eine Glocke der Kapelle von Schoried unter die Lupe. Die Ursache für offenbar falschen Klang fand der noch nicht.

Markus von Rotz
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Der Glockenspezialist Hans Jürg Gnehm (links) liess sich mit einem Spezialkran zum Turm hinaufhieven. (Bild Markus von Rotz)

Der Glockenspezialist Hans Jürg Gnehm (links) liess sich mit einem Spezialkran zum Turm hinaufhieven. (Bild Markus von Rotz)

Weil sich immer wieder Schorieder beklagt haben, ihre Kapellenglocke läute nicht mehr so wie früher, kam nun ein Glockenexperte des Bundes zu Besuch. Die Vermutung in Schoried ist, dass die Glocke seit dem Blitzeinschlag im August 2012 einen Schaden hat. Damals wurden Teile des Turms weggerissen und lagen in der ganzen Nachbarschaft verstreut, die Steuerung der Glocke war defekt.

Der aus dem Thurgau angereiste Experte Hans Jürg Gnehm hatte die Glocke 2004 inventarisiert. Aufgrund seines akustischen Tests vom Boden aus stellte er bei seinem Besuch am Samstag nichts Besonderes fest. «Sie tönt, wie eine Glocke tönt, die über 300 Jahre alt ist und gewisse Gussfehler hat. Sie tönt charaktervoll.»

Er fand aber Poren und Löcher, die er jedoch in die Zeit ihrer Produktion im 17. Jahrhundert datierte. Doch nach einer genauen Analyse seiner Bilder zu Hause fand er «ein paar eigenartige Merkmale». Weil er nicht mit voller Sicherheit ausschliessen könne, dass es sich doch um einen Riss handelt, werde er die Glocke noch einmal inspizieren.