ALPNACH: Schüler wollen ihren Lehrer zurück

In Alpnach wurde ein Lehrer freigestellt. Nun setzen sich Eltern seiner Schüler für ihn ein. Eine Rückkehr an die Schule ist jedoch ausgeschlossen.

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Die Schüler in Alpnach fordern «eine faire Lösung». (Bild pd)

Die Schüler in Alpnach fordern «eine faire Lösung». (Bild pd)

«Die Bevölkerung möchte wissen, was an der Alpnacher Schule genau passiert ist. Die Schulleitung beschönigt alles und nimmt in Kauf, dass diesem guten Lehrer die Zukunft kaputtgemacht wird.» Diese happigen Vorwürfe stammen von Elfride Kneubühler*. Eins ihrer Kinder ging bei jenem Lehrer zur Schule, der am 10. April per sofort freigestellt wurde.

Freistellung nach eskaliertem Streit
Dem Lehrer wird vorgeworfen, im Februar zwei Schülerinnen einen Klaps auf den Po gegeben zu haben. Die Schulleitung suchte in der Folge das Gespräch mit dem Lehrer und machte ihm einige Auflagen bezüglich eines professionellen Verhaltens gegenüber Jugendlichen.

Laut Schulleiterin Beatrice Hodel hat sich der Lehrer jedoch nicht mit den Auflagen abfinden wollen und dadurch an der Schule für grosse Unruhe gesorgt.

Gerüchte und gegenseitige Anschuldigungen machten die Runde. Schliesslich eskalierte der Streit zwischen Schulleitung und dem betroffenen Lehrer, worauf die Gemeinde Alpnach als Anstellungsbehörde die Freistellung des Mannes verfügte.

In der Folge kam es am 11. April auf dem Pausenplatz zu einem kurzen Streik von über hundert Oberstufenschülern, welche sich für den Lehrer einsetzten.

«Die Freistellung ist beschlossene Sache»
Elfride Kneubühler ärgert sich massiv über diesen Entscheid. Alle Eltern der sieben Werkschüler des geschassten Lehrers würden dessen Einsatz in den höchsten Tönen loben. Die Vorwürfe seien konstruiert.

Auch der betroffene Lehrer zeigt kein Verständnis: «Durch diese völlig unbegründeten Vorwürfe habe ich in der ganzen Zentralschweiz keine Chance mehr, auf meinem Beruf eine Stelle zu finden.»

Zurzeit wartet sein Anwalt auf die vom Alpnacher Gemeinderat verfasste ausführliche schriftliche Begründung für die Freistellung. Am Entscheid wird sich jedoch nichts ändern, versichert Gemeindepräsident Josef Jöri: «Die Freistellung ist beschlossene Sache.»

Luca Wolf

* Name von der Redaktion geändert

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.