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ALPNACH: Theater Alpnach: Am Schluss sind alle «Schelmä»

Mit einem Stück aus dem Nachkriegsdeutschland hat das Theater Alpnach am Wochenende reüssiert. Zwei Spieler konnten ihr Bühnendebüt feiern, Benjamin Gerig überzeugte in der Hauptrolle.
Marion Wannemacher
Mit einem «Kunstkritiker» (Bildmitte Jo Ziegler mit Fliege) versucht Antiquitätenhändler Grossen (Benjamin Gerig, ebenfalls in der Tür) den Touristinnen (Gaby Baumgartner, ganz links, und Monika Waser, links vom Bild) einen angeblichen Goya schmackhaft zu machen. (Bild: PD)

Mit einem «Kunstkritiker» (Bildmitte Jo Ziegler mit Fliege) versucht Antiquitätenhändler Grossen (Benjamin Gerig, ebenfalls in der Tür) den Touristinnen (Gaby Baumgartner, ganz links, und Monika Waser, links vom Bild) einen angeblichen Goya schmackhaft zu machen. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

«Das ist doch mal etwas völlig ­anderes», frohlockt der langjährige Regisseur des Theaters Alpnach, André Mathis. Vom Stück «Alles Schelmä», das im Original «Diebelei» heisst, war er von Anfang an fasziniert. «Es ist voller Überraschungen und Effekte», freut er sich.

Ursprünglich stammt die Gaunerkomödie aus der Feder des amerikanischen Autors Mateo Lettunich, der im Nachkriegsdeutschland Kulturberater der amerikanischen Besatzungstruppen in Berlin war. André Mathis hat sie umgearbeitet, einzelne Rollen seinen Schauspielern auf den Leib geschrieben und auf Mundart übersetzt.

Für Requisiten auch ins Bernbiet gereist

«Alles Schelmä» nimmt den Zuschauer mit in die Welt eines Antikhändlers, besser gesagt eines Trödlers. Für das von ihm entworfene traditionelle Bühnenbild begab sich Requisiteur Peter von Atzigen bis in Bernbiet und lieh auch vom Stanser Antiquitätenhändler Lehmann Ausstattung.

Der verwitwete Grossen (Benjamin Gerig) wird von Gläubigern, vor allem Hausbesitzer Pfeuti (Sepp von Rotz), wegen hoher Schulden bedrängt. Um an Geld zu kommen, denkt sich der Antikhändler Gaunereien aus. Sohn Dani (Marco Pfammatter) bringt ihm als angeblicher Touristenführer Kundschaft in den Laden: Als Touristinnen lassen sich Mutter (Gaby Baumgartner) und Tochter (Monika Waser) mit simplen Tricks hinters Licht führen: Der Antiquitätenhändler zeigt sich «grosszügig», wenn er die vermeintlich von der Mutter heruntergeschubste «wertvolle» Porzellanfigur berechnet, dabei hatte sie Dani unbemerkt zu Boden geworfen. So erschleicht er sich das Vertrauen der Kundinnen. Der «zufällig» auftretende «Kunstkritiker» (Jo Ziegler) überzeugt beide vom Wert eines Gemäldes, das von niemand anderem als dem berühmten Maler Goya stamme und ein Schnäppchen sei. Dass dieser ein arbeitsloser Schauspieler ist, können Mutter und Tochter ja nicht ahnen. Beide kaufen. Und auch die nächste Kundin, eine noble Dame (Cornelia Stock), lässt sich ein Gemälde andrehen, dieses Mal einen angeblichen Cézanne.

Doch vor dem Unterschreiben des Schecks wird die noble Kundin ohnmächtig, weil Polizist Hofer (Remo Wallimann) den Laden betritt. Ist sie am Ende gar nicht vermögend? Und wer ist der Inspektor (Paul Kiser), der Grossen vom Fleck weg verhaften soll? Der Spiess dreht sich um, und die agierenden Personen entpuppen sich und eröffnen überraschende Lösungen der verwickelten Handlung. Mitten im Geschehen kommt auch die verwirrte Liebesgeschichte von Dani und seiner Verlobten Doris (Katja Gerig) zu einem glücklichen Ende. Und: Es findet sich gar noch ein zweites Liebespaar. Am Schluss der vielen Enttarnungen und Überführungen stellt sich dem Zuschauer nur noch eine Frage: Wer ist hier der grösste Schelm?

Spieler haben grossen Anteil am Erfolg

Stringent führt André Mathis die Handlung um Schein und Sein, der Funke springt aufs Publikum über. Einen grossen Anteil am Erfolg der Premiere, die am vergangenen Samstag stattfand, haben die Spieler, allen voran Benjamin Gerig, der fast durchgehende Bühnenpräsenz hat und seine Hauptrolle mit Bravour verkörpert. «Es war spannend, die Rolle zu erarbeiten», erzählt er nach der Premiere und ist zu Recht mit der eigenen Leistung zufrieden.

Spielfreude zeigen auch die anderen Darsteller wie etwa Cornelia Stock, der man die Dame ­abnimmt. Marco Pfammatter überzeugt als gewitzter Sohn, Katja Gerig als leidenschaftliche und streitbare Verlobte, Jo Ziegler als vermeintlicher Kunstkritiker oder Silvia Mathis als komische Haushälterin Babette. Ihr gelungenes Bühnendebüt gaben Remo Wallimann und Thomas Bächler. «Um Nachwuchs müssen wir uns jedenfalls keine Sorgen machen», freut sich André Mathis.

Hinweis

Weitere Aufführungen unter www.theater-alpnach.ch

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