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ALPNACH: Tumultuöse GV bei den Tierschützern

Im Vorstand der Obwaldner Tierschützer kam es zu bösen Querelen. Gegen Ende der Generalversammlung blieben nur noch die mitgebrachten Hunde ruhig.
Romano Cuonz
Sie ging als Gewinnerin aus der Versammlung hervor: Präsidentin Romy Frey (Mitte) mit Vizepräsidentin Erika Walther (links) und dem neuen Vorstandsmitglied Tatiana Wiese. (Bild Romano Cuonz)

Sie ging als Gewinnerin aus der Versammlung hervor: Präsidentin Romy Frey (Mitte) mit Vizepräsidentin Erika Walther (links) und dem neuen Vorstandsmitglied Tatiana Wiese. (Bild Romano Cuonz)

Romano Cuonz

«Der Tierschutz und der Einsatz für die Tiere in Not müssen im Vordergrund stehen und nicht die eigene pingelige Meinung von Vorstandsmitgliedern zu administrativen Belangen», sagte Romy Frey, langjährige Präsidentin des Tierschutzvereins Obwalden, an der gut besuchten Generalversammlung in Alp–nach. Damit leitete sie einen brisanten Antrag auf Nichtwiederwahl der beiden Vorstandsmitglieder Ursula Ganz-Blättler (Stans) und Enrico Rigonalli (Alp­nach) ein.

Passen menschlich nicht

Es sei im Vorstand immer wieder zu Streit gekommen. Dabei hätten sich meist zwei Lager gebildet. Keinen Hehl machte Romy Frey aus ihrer Meinung über die nicht mehr erwünschten Vorstandsmitglieder: «Sie passten vom menschlichen Profil her nicht in unseren Vorstand, sowohl Vizepräsidentin Tatiana Wiese, Kassierin Bianca Obrist als auch ich sprechen ihnen die fachliche und soziale Kompetenz ab, sich erfolgreich für das Wohl Not leidender Tiere einzusetzen.» Ursula Ganz habe Protokolle nicht gewissenhaft verfasst, was zu Beanstandungen geführt habe. Enrico Rigonalli habe die Vorstandsbühne zur Selbstprofilierung genutzt. Beide hätten rechthaberisch immer wieder die Konfrontation statt den Konsens gesucht. «Dass wir den Konflikt nicht mit Anstand, sondern auf unschöne Art und Weise an der GV beenden müssen, bedaure ich sehr», meinte Romy Frey.

Dezidierte Vorwürfe an Präsidentin

Obwohl ihr Präsidentin Romy Frey das Wort zu entziehen versuchte, brach das vor zwei Jahren zurückgetretene Vorstandsmitglied Esther Carlsson aus Engelberg ihr – wie sie selber sagte – zu langes Schweigen. «Im Vorstand läuft seit Jahren nichts mehr rund», monierte sie. Romy Frey sei einfach zu autoritär, wenn es darum gehe, etwas anders oder neu zu machen. «Ich wurde aus dem Vorstand regelrecht rausgemobbt, nur weil ich im Interesse der Tiere, für die ich eintrete, Vorschläge machte.» Romy Frey liess diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen. «Sie sind teils nicht wahrheitsgetreu und teils masslos übertrieben», sagte sie. Nach diesem Hin und Her entglitt der Präsidentin die Versammlungsführung zu weiten Teilen. Zeitweise kam es zu geradezu tumultartigen Auseinandersetzungen, bei denen mehrere Personen gleichzeitig redeten. Beni Strickler (Sektionsleiter, Schweizer Tierschutz) und alt Ständerat Hans Hess traten für Romy Frey ein. Rechtanwalt Niklaus Theiler versuchte mit Antrag auf «Abbruch der Diskussion» dem Hickhack ein Ende zu setzen.

Im Prinzip war der Abbruch der Diskussionen schon beschlossen, als der angeprangerte Enrico Rigonalli das Wort ergriff und sich durch nichts und niemanden mehr zum Schweigen bringen liess. «In den letzten zehn Jahren ist im Durchschnitt pro Jahr mehr als ein Vorstandsmitglied zurückgetreten, allein in den letzten drei Jahren waren es acht, die meisten Rücktritte erfolgten wegen Querelen im Vorstand», sagte er. «Fragen sind nicht erwünscht, Ideen kann man nicht einbringen, etwas hinterfragen ist auch falsch, wer eine andere Meinung hat, ist bei der Präsidentin abgeschrieben.»

Neueintritte oder Wahlvorschläge seien im Vorstand nie ein Traktandum gewesen, obwohl die Statuten dies verlangt hätten. Auch habe man in den letzten zwei Jahren nie über Finanzen gesprochen, die Einsicht in die Bilanz sei dem Gesamtvorstand verweigert worden. Und wörtlich meinte Rigonalli: «Grundsätzlich besteht keine Transparenz!»

Frey will «keine Fehler»

In der Folge wollte Enrico Rigonalli noch eine auf dem iPhone gespeicherte Erklärung von Ursula Ganz-Blättler (sie war aus beruflichen Gründen abwesend) abspielen. Diese eher seltsame Wortmeldung aber wurde von Zwischenrufen im Keim erstickt. Fazit: Ursula Ganz-Blättler wurde abgewählt. Enrico Rigonalli und Margrit De Mario erklärten ihren Rücktritt.

Neu in den nun nur noch vierköpfigen Vorstand gewählt wurde die Nidwaldner Tierschützerin Erika Walther. Romy Frey verteidigte ihre oft kompromisslose Vereinsführung schliesslich so: «Bei der Tierschutzarbeit sind Zuverlässigkeit, Fachwissen und ein korrektes Auftreten gegenüber Tierhaltern und Behörden Voraussetzungen, dabei dürfen keine Fehler passieren.» Viele hatten geredet, nur die mitgebrachten Hunde waren mehrheitlich ruhig geblieben.

Hinweis

Den Bericht zum Vereinsjahr des Tierschutzvereins Obwalden finden Sie auf Seite 26.

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